KI ganz oben auf der chinesischen Agenda

Während China in vielen Bereichen in den letzten Jahren damit beschäftigt war, technische Innovationen aufzuholen und die eigene Wirtschaft auf Augenhöhe zu bringen, hat man einige Märkte bereits jetzt als Innovationsführer für sich eingenommen. An der Spitze der technischen Entwicklungen steht die künstliche Intelligenz. Hier will sich China in den kommenden fünfzehn Jahren als einer der absoluten Marktführer festigen. Wenn man den Hype einmal genauer betrachtet, scheint es sich dabei nicht um ein unrealistisches Ziel zu handeln. Aber wie kommt das eigentlich?

Das große Ziel von China ist es, dass man bis zum Jahr 2030 die entsprechende Marktführerschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz übernommen hat. Dass die Pläne möglich sind, hat auch eine Studie von PwC ergeben: Bis zu ein Viertel des Wirtschaftswachstums Chinas soll alleine durch die KI kommen. Für die USA und Deutschland sind diesem Zeitraum nur Zugewinne von 15 Prozent beziehungsweise elf Prozent prognostiziert. Wie kommt es, dass gerade China in diesem so elementaren Bereich für die Zukunft zum Marktführer werden kann?

Grund für die Verlagerung der eigenen Pläne ist auch das Eingeständnis Chinas, dass man mit den bisherigen Motoren für die Wirtschaft an einem Limit angekommen ist. Die letzten zwanzig Jahre waren vor allem von günstiger Arbeitskraft und einem hohen Nachholbedarf in der eigenen Wirtschaft und Industrie geprägt. In den letzten Jahren sind die Löhne jedoch gestiegen und viele Kapazitäten im Gewerbe und in der Industrie sind bereits jetzt ausgereizt. Da bietet das Thema künstliche Intelligenz einen neuen Ansatz, mit dem die so fragile chinesische Wirtschaft weiter zum Wachstum angetrieben werden kann.

Grund dafür ist auch die Nachfrage im eigenen Land. Mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz ist es möglich, den Rückstand in der Industrie und in der produzierenden Wirtschaft noch schneller aufzuholen. Wenn die Produkte für die eigene Wirtschaft interessant sind, kann die KI am Ende auch für den Export-Markt entsprechende Gewinne und dazu passendes Wachstum mitbringen.


Umdenken im Bereich der KI ist erforderlich

Die Experten und Gründer im Bereich der KI sehen auch das Problem, dass die bisherigen Produkte aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz nur wenig damit zu tun haben, was der Begriff eigentlich prägen sollte. Die Lösungen unterstützen zwar in verschiedenen Branchen und Unternehmen, übernehmen aber in der Regel keine autonomen Aufgaben. Daher ist es wichtig, dass die Innovation in diesem Segment weiter vorangetrieben wird und sich die Branche für KI neu erfindet. In China ist ein hohes Potential vorhanden. Unternehmen erhalten dafür nicht nur staatliche Unterstützung, sondern auch Investoren aus dem Ausland, die hier ein hohes Potential für Wachstum in der ohnehin boomenden chinesischen Wirtschaft sehen.

Bereits jetzt gibt es ausreichend Beispiele für den digitalen Boom in China. Das Unternehmen Alibaba gehört zu den größten Konzernen der Welt und bietet Rechnerleistung und Ressourcen für den Aufschwung in China an. Gleichzeitig expandiert der Konzern in immer neue Bereiche und leistet sich natürlich längst eine eigene Sparte, die sich mit dem Thema KI beschäftigt. Aber auch die Startups und Innovationen der Branche geben China bereits jetzt den nötigen Anlauf, um das ehrgeizige Ziel bis 2030 zum Marktführer zu werden, erreichen zu können.

Grund dafür sehen Experten auch in der Bevölkerung von China. Über eine Milliarde Menschen - da gibt es natürlich einen riesigen Pool an angehenden Ingenieuren und Programmierern, die sich mit diesem Themengebiet beschäftigen können und werden. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit anderen Konzernen, die außerhalb von China liegen. Der gestiegene Wettbewerb in diesem Bereich sorgt auch in China dafür, dass man die Herausforderung sucht, sich mit den Größen der internationalen Weltwirtschaft zu messen. Ehrgeiz, Potential und der Wille die Branche für KI zum neuen wichtigsten Feld zu machen sind also grundlegend wichtige Bausteine, um am Ende wirklich der Weltmarktführer zu werden.