KI: Wie verändert sich die Food Branche durch Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz durchdringt mehr und mehr technologische Prozesse, sie macht auch vor der Foodbranche nicht halt. Noch gilt es als relativ unerforscht, wie die Verbraucher die verschwimmenden Grenzen zwischen der physischen und der digitalen Wirklichkeit begreifen und annehmen werden, doch aufhalten lässt sich die sehr junge Entwicklung nicht. Die klassischen Verbrauchermärkte stellen sich darauf ein.

Wenn es nach den Supermärkten geht: noch nicht genug, um den Menschen zu ersetzen. Das demonstrierte die Supermarktkette Edeka unlängst in einem Werbeclip zur Weihnachtszeit. Dieser enthielt einen deutlichen Seitenhieb gegen die KI. Im Filmchen wurde nämlich ein Serviceroboter von einem menschlichen Verkäufer übertrumpft, der dem Kunden ein Rezept “mit Liebe” empfehlen konnte, was bislang kein Roboter schafft. Das ist aber eine plakative Darstellung, denn in etlichen Bereichen ist Künstliche Intelligenz auch für den Bereich der Foodbranche und der Supermärkte generell unverzichtbar geworden.


KI im Supply Chain Management    

Die Foodbranche setzt KI unter anderem im Supply Chain Management ein. Die Bedürfnisse von Verbrauchern sind dieselben wie eh und je: Sie wünschen gutes Essen mit einem guten Service. Verändert haben sich die Faktoren Schnelligkeit und Komfort. Menschen haben heute viel weniger Zeit als früher, sind aber hervorragend vernetzt und daher überall erreichbar. Ihre Informationslage ist besser als je zuvor, weil die Informationen online stets verfügbar sind. Dementsprechend wollen die Verbraucher wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und woraus sie bestehen. Die Hersteller müssen höchste Qualität schnell und preiswert liefern. Die Lieferkette muss dabei den Anforderungen der Verbraucher und der Industrie gleichermaßen entsprechen. Das lässt sich durch Künstliche Intelligenz unterstützen. Sie sorgt im Supply Chain Management der Foodbranche mithilfe von Logistik, Transparenz und Predictive Analytics für die punktgenaue Lieferung. Außerdem unterstützt sie die Qualitätssicherung und schafft Prognosemodelle. Das hilft den Herstellern, Verbrauchertrends schneller als je zuvor zu erkennen und mit ihnen Schritt zu halten.


Praxisbeispiele: Walmart und Amazon Go

Praktisch kommt KI in Verbrauchermärkten längst zum Einsatz. Ein Beispiel liefert Amazon Go, der Supermarkt von Amazon ohne Kassenschlange und fast ohne Personal im Geschäft. Die Kameras im stationären Amazon-Supermarkt folgen jedem Kunden. Sie registrieren dessen entnommene Artikel, scannen und messen sie mit Sensoren und Waagen und berechnen damit centgenau den Preis. Der Kunde kann daher nach seinem Einkauf einfach den Supermarkt verlassen, das Geld wird von seinem Amazon-Konto abgebucht. Allerdings gibt es einen Knackpunkt bei diesem Modell: Amazon Go benötigt nicht weniger, sondern mehr Mitarbeiter als der klassische Supermarkt, denn die Technik benötigt Entwickler, technologische Wartung und ein Backoffice. Doch Amazon Go ist noch jung und könnte diese Anfangsschwierigkeiten bald überwinden. Der Konkurrenz Walmart setzt KI ein, wenn seine Produkte vergriffen sind. Regal-Scanning-Roboter überprüfen ständig das Warenangebot in den Regalen und sorgen automatisch für Nachschub. Außerdem identifizieren sie durch Kunden falsch zurückgelegte Produkte oder das Fehlen von Preisschildern. Tätig werden müssen nach den entsprechenden Meldungen allerdings immer noch Menschen, doch die Effizienz ist durch den Einsatz künstlicher Intelligenz gestiegen.


Fazit: Ersetzt KI im Foodbereich bald den Menschen?

Noch ist Personal in den Supermärkten unverzichtbar, doch die KI ist auf dem Vormarsch. Selbst wenn sie noch längst nicht alle Menschen ersetzen kann, verbessert sie heute schon deutlich den Service. Die Folgen sind umfassend: Eine durch Künstliche Intelligenz verbesserte Logistik bringt unter anderem frischere Lebensmittel in den Supermarkt und sortiert Waren mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum schneller aus. Sie erkennt besser das Konsumverhalten und empfiehlt daher dem Marktbetreiber vorausschauend bestimmte Waren, um Ladenhüter zu vermeiden. Das wiederum senkt insgesamt die Preise. Daher sollten wir dem KI-Einsatz in der Foodbranche und im gesamten Consumerbereich aufgeschlossen gegenüberstehen.