Konkurrenz für Uber: Blacklane startet mit Chauffeur-Diensten durch

Blacklane ist ein deutscher Anbieter für Mobilitätsdienstleistungen, der vor allem auf einen Premiumansatz setzt. Mit dem neuen Blacklane PASS bietet das Unternehmen einen Abholdienst an, der den Kunden direkt vom Flugzeug abholt. Das neue Angebot ist insbesondere für Menschen, die beruflich viel unterwegs sind und sich einen Chauffeurdienst leisten möchten. Laut Aussagen des Unternehmens wird der Dienst rund 100 Euro pro Mitfahrer kosten. Dabei soll der Kunde vom Flugsteig bis zur Bordsteinkante chauffiert werden.

Für zusätzliche 50 Euro können Kunden auch einen Aufenthalt in der VIP-Lounge hinzumieten. Im aktuellen Marktumfeld liegt der Preis für vergleichbare Dienstleistungen bei 250 bis hin zu 300 Euro pro Kunde. Laut CEO Jens Wohltorf soll mit diesem Vorgehen der Markt demokratisiert werden. Angekündigt hat das Unternehmen den neuen Dienst im Rahmen einer Messe im kalifornischen San Diego. Dabei sollen zu Beginn rund 1000 Lounges verfügbar sein, die an mehr als 500 Flughäfen vorzufinden sind.

 

Mobilitätsplattformen erfreuen sich hoher Beliebtheit

In den letzten Jahren konnte kaum eine Branche so viele Investoren wie die Mobilitätsbranche anlocken. Im Fokus stehen dabei Fahrtdienste, die per Wisch-Steuerung mittels einer App funktionieren. Besonders bekannt ist dabei Uber. Das Unternehmen galt für einen langen Zeitraum als wertvollstes, nicht börsennotiertes Unternehmen. Auch Asien verfügt über entsprechende Fahrvermittler. Diese sind unter dem Namen Didi und Ola bekannt. Uber avisiert für das kommende Jahr einen Börsengang, der möglicherweise zum größten IPO des Jahrzehnts avancieren könnte.

Dabei ging dieser Trend jedoch vor allem an deutschen Startups vorbei. Der vermutlich bekannteste Ride-Hailing-Dienst Deutschland war MyTaxi. Das Unternehmen wurde insbesondere durch die Deutsche Telekom und Daimler finanziert. Schlussendlich hat Daimler MyTaxi übernommen und in den Mobilitätsdienst Moovel integriert. Das Unternehmen konnte somit nicht auf die Expansion aus eigener Kraft setzen. Bei Blacklane soll dies nun anders sein. Das Unternehmen wird zwar auch von Daimler finanziert, setzt jedoch auf das Geschäft der Premiumdienste. Vor allem Geschäftskunden und wohlhabende Passagiere gehören in die Zielgruppe des Unternehmens. Schlussendlich könnte das Startup zum digitalen Weltmarktführer avancieren.

Bisher sammelte das Unternehmen rund 40 Millionen Euro in Finanzierungsrunden ein. Alfahim, ein arabischer Mischkonzern, stieg als neuer Großinvestor ein. Dabei steht vor allem die Expansion und die Etablierung neuer Dienste – exemplarisch kann PASS angeführt werden – im Fokus des Unternehmens. Um dem automobilen Wandel gerecht zu werden, bietet das Unternehmen nun auch Chauffeur-Dienste durch Teslas an.

Das eigentliche Angebot Blacklanes setzt auf Fahrten, welche im Rahmen einer Auktion vergeben werden. Sobald ein Kunde eine Fahrt zu einem definierten Preis gebucht hat, sucht das Unternehmen nach einem passenden Fahrer im unternehmenseigenen Netzwerk. Wichtig bei dieser Suche ist, dass der Partner den Chauffeur-Dienst zu einem geringeren Preis anbietet. Sollte kein passender Fahrer gefunden werden, erhöht Blacklane den Preis. In seltenen Fällen könne das Unternehmen sogar einen Aufschlag bezahlen. Dies sei in weniger als zehn Prozent der Fahrten der Fall.