Kriegsschiffe von Huntington Ingalls - Gewinne mit Rüstungsaktien

Der Börsengang, der 2011 zu einem Emissionspreis von 40 Dollar erfolgte, war für die Erfolgsstory des Unternehmens nur der Anfang. Im Februar 2018 notierte das Wertpapier von Huntington Ingalls bereits bei 270,88 Dollar und konnte somit ein Rekordhoch verzeichnen. Aktuell notiert die Aktie bei rund 257 Dollar und konnte somit seit Jahresbeginn rund 12 Prozent zulegen. Der wichtige Vergleichsindex, der S&P 500, gab in diesem Zeitraum rund vier Prozent nach. Die positive Geschäftsentwicklung kann auch mit der Wahl Donald Trumps begründet werden, denn dieser verlieh den Aktien der gesamten Rüstungsindustrie einen Aufschwung. Grund dafür ist beispielsweise die Erhöhung der Rüstungsausgaben in den USA sowie Milliardendeals mit Saudi-Arabien. Diese veränderte Nachfrage sorgt natürlich für verbesserte Stimmung bei den Rüstungsunternehmen und den Investoren.

Unter den Schiffsbauern findet der größte Konkurrenzkampf zwischen Huntington Ingalls und General Dynamics statt. Das Geschäftsmodell gilt zudem als besonders kosten- und zeitintensiv. Laut den Angaben der Unternehmen soll bis 2050 die Anzahl der US-Schlachtschiffe auf 355 ansteigen. Zum aktuellen Zeitpunkt liegt die USA mit einem Schiffbestand von 270 auf dem ersten Rang. Grundsätzlich ist diese Entwicklung kein Grund für kurzfristige Kursexplosionen, allerdings kann die Entwicklung des Wertpapiers damit langfristig unterstützt werden.

Neu im S&P 500

Für Anleger mit ethischen Bedenken ist die Aktie von Huntington Ingalls eher nicht geeignet. Doch auch der norwegische Pensionsfonds nahm jüngst Abstand von Unternehmen der Rüstungsindustrie. Zu den betroffenen Unternehmen zählen neben Huntington Ingals auch AECOM, Fluor Corp und der britische Rüstungskonzern BAE Systems. Alle diese Unternehmen spielen eine entscheidende Rolle in der Rüstungsindustrie und sind teilweise an der Entwicklung von Atomwaffen beteiligt.

Während der Konzern im Jahr 2011 lediglich aufgrund eines Spin-outs durch den Rüstungskonzern Northorp Grumman entstand, ist dieser heute erfolgreich am Markt etabliert. Das damalige Spin-out begründete Northorp Grumman mit dem unpassenden Geschäftsmodell des Schiffbaus. Nur wenige Jahre später schaffte es das Wertpapier in den S&P 500 und bietet mit dem Bau von Kriegsschiffen für die US-Navy und die US-Küstenwache ein grundsolides Geschäftsmodell.

Hohe Abhängigkeit vom Militärbudget

Wie bereits angemerkt, konnte Huntington Ingalls in den vergangenen Jahren eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnen. Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 5,3 Prozent auf ein Niveau von 7,4 Milliarden Dollar. Einbußen gab es allerdings beim Nettogewinn, denn dieser sank um 16,4 Prozent, sodass am Ende des Jahres 479 Millionen Dollar überblieben. Für Analysten ist die Entwicklung der Aktie dennoch positiv, sodass ein Großteil eine Kaufempfehlung aussprechen. Lediglich ein Analyst gibt der Aktie eine schlechte Bewertung und empfiehlt den Verkauf.

Die Auftragslage des Rüstungsunternehmens ist sehr stark von der Nachfrage der US-Navy abhängig. Rund 80 Prozent der gesamten Umsätze werden mithilfe dieses Nachfragers erzeugt. Weitere zehn Prozent des Umsatzes werden durch die US-Küstenwache und andere US-Behörden generiert. Das bedeutet, dass ein Einschnitt in das Rüstungsbudget direkte Auswirkungen auf den Umsatz von Huntingtoll Ingulls hat und das Unternehmen direkt darunter leiden würde. Positiv sollten jedoch die permanent hohen Rüstungsausgaben der Vergangenheit betrachtet werden, denn die USA sind, unabhängig vom Präsidenten, für besonders hohe Rüstungsausgaben bekannt. Zudem gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass die USA innerhalb der nächsten Jahre einen komplett neuen Ansatz bei den Rüstungsausgaben fahren wird. Für Investoren sind weiterhin die globalen Währungsrisiken von Interesse, da das Unternehmen einen Großteil der Umsätze durch den US-Dollar realisiert.