Kursrutsch an der Börse

Leitindex sinkt

Der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der chinesischen Volksrepublik könnte bald in die nächste Runde gehen. Solche Befürchtungen machen sich auch auf den internationalen Börsen bemerkbar. Am Dienstag, den 19.06.2018, musste der Dax herbe Verluste hinnehmen. Innerhalb der letzten drei Handelstage verlor der Dax mehr als 500 Punkte an den Börsen. Der deutsche Leitindex fiel am Vormittag unter 12.600 Punkte und verlor damit 1,8 Prozent. Vergangenen Freitag lag er noch bei bei 13.170 Punkten. Zum Mittag sah es um den Dax etwas besser bestellt aus: Hier schaffte es der Leitindex, 1,44 Prozent und 185 Punkte wiedergutzumachen. Damit rutschte der deutsche Leitindex unter die Durchschnittslinie der letzten 200 Tage.


Drohender Handelskrieg dauert an

Grund für das schlechte Abschneiden des Dax dürfte der drohende Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten USA und China sein. Unlängst drohte US-Präsident Trump der Volksrepublik mit weiteren Strafzöllen. Betroffen wären davon Waren im Wert von 200 Millionen US-Dollar, was 172,3 Milliarden Euro entspricht. Würde der Konflikt ausarten, könnte es sogar zu einer Rezession der Weltwirtschaft führen. Schon jetzt zeigt sich, dass Investoren lieber in sichere Geldanlagen wie Staatsanleihen und Gold investieren. Risikoreiche Aktien bleiben dank des protektionistischem Kurses der USA auf der Strecke.


Unternehmen betroffen

Besonders trifft der Handelskrieg im Moment die deutschen Unternehmen Infineon, Volkswagen und Thyssenkrupp. Diese verloren rund 2 Prozent an Wert. Fast alle deutschen Großunternehmen litten darunter, abgesehen von Beiersdorf, Henkel und der Deutschen Börse. Die derzeitige Krise wirkt sich auch auf die mittelständischen Unternehmen aus, die vom MDax erfasst werden. Zuerst sank der MDax um 1,6 Prozent auf 26.332 Punkte, konnte daraufhin jedoch wieder 0,76 Prozent gutmachen. Der TecDax verlor zur selben Zeit um 1,34 Prozent und sank auf 2811 Zähler.

Nicht nur der Dax ist betroffen, auch die gesamte Eurozone. Der EuroStoxx50 rutschte um 1,5 Prozent auf 3423 Punkte ab. Die Börsen in Asien reagierten mit negativer Stimmung auf den möglichen Handelskrieg. Der MSCI-Index für den gesamten asiatisch-pazifischen Raum außerhalb von Japan sackte um 1,8 Prozent ab und erreichte damit den tiefsten Stand seit mehr als einem halben Jahr. Besonders stark traf es den chinesischen Index, der verlor rund 3 Prozent. Auch der sonst so stabil geltende Nikkei in Tokio fiel um 1,8 Prozent auf 22.278 Punkte.

Ifo-Institut passt seine Prognosen an - Ölpreis sinkt, Dollar legt zu

Aufgrund der momentanen Entwicklungen an den Börsen und der krisengeschüttelten Lage in der Welt senkte das Münchner Ifo-Institut unlängst seine Prognosen für das zukünftige Wachstum der deutschen Wirtschaft. In diesem Jahr soll sie nur um 1,8 Prozent statt 2,6 Prozent wachsen. Das Essener RWI-Institut senkte seine Prognose ebenfalls von 2,4 Prozent auf 1,8 Prozent. Ebenso verhielt es sich mit der Bundesbank. Diese meldete bereits letzte Woche, dass das Wirtschaftswachstum deutlich geringer ausfallen würde.

Von dem Handelskrieg profitieren könnte möglicherweise der Dollar. Dieser konnte in den letzten Tagen zulegen, während der Euro ein halbes Prozent verlor und auf 1,1569 Dollar fiel. Jedoch belastet die Krise auch den Ölpreis. Der Preis eines Barrels der amerikanischen Art West Texas fiel mittlerweile um 42 Cent und kostet 65,43 Dollar.