Kurz vor geplantem Börsengang: PayPal übernimmt iZettle

Das verkündete PayPal-CEO Dan Schulman am Donnerstag, 17. Mai. Er erklärte, PayPal und iZettle würden gut zusammenpassen. iZettle war 2010 in Stockholm von Jacob de Geer und Magnus Nilsson gegründet worden. Das Start-Up bietet mobile Kartenlesegeräte an, die mit einem Smartphone oder Tablet verbunden werden können und somit überall die bargeldlose Zahlung ermöglichen. Großer Beliebtheit erfreut sich dieser Service vor allem im Einzelhandel bei kleineren Unternehmen, die Schulman als "Motor der globalen Wirtschaft" bezeichnete. Die Mobilität macht iZettle auch für Händler auf Wochenmärkten einsetzbar, sogar Kirchengemeinden greifen auf die Geräte zurück, um die Kollekte einzusammeln. Mit der Summe von 2,2 Milliarden Dollar handelt es sich bei der Übernahme um den bisher größten Deal in der Geschichte von PayPal, das ursprünglich zu eBay gehörte und seit 2015 autonom agiert.

Lukrativer Pres für das schwedische Start-Up

Die Neuigkeit kam zu einem Zeitpunkt, der manche überraschte: iZettle stand kurz davor, an die Börse zu gehen und hatte bereits den entsprechenden Antrag eingereicht. Der geschätzte Börsenwert lag bei etwa 1 Milliarde Dollar — also der Hälfte von dem, was PayPal nun gezahlt hat. Unter diesen Umständen wird es den Schweden leichtgefallen sein, das Angebot anzunehmen. Dennoch dürfte die Übernahme nicht für alle ein gutes Geschäft sein: Schwedische Investoren zeigten sich den Medien zufolge nicht erfreut und auch an der schwedischen Börse war Enttäuschung zu vernehmen, dass ein so attraktives, global agierendes Unternehmen nun doch nicht in seinem Heimatland an der Börse vertreten sein wird. Die PayPal-Aktie hingegen verzeichnete nach der Bekanntgabe des Kaufs einen Gewinn und lag am Freitag bei über 80 Dollar bzw. knapp unter 70 Euro.

Kauf erschließt PayPal neue Märkte

Mit dem Kauf von iZettle wird PayPal zukünftig vermehrt Präsenz im Offline-Einzelhandel zeigen. Zudem eröffnen sich Märkte in 11 neuen Ländern für den Bezahldienst aus Kalifornien. iZettle ist bereits in Europa und Lateinamerika etabliert: In Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Spanien.

Die Akquirierung kann als Kampfansage an andere Wettbewerber im Bereich der mobilen Zahlung verstanden werden, vor allem an iZettles Hauptkonkurrenten Square aus den USA. Square wurde von Twitter-CEO Jack Dorsey aus der Taufe gehoben. Auch beim großen europäischen Mitbewerber SumUp in London dürfte man die Nachricht aufmerksam verfolgt haben. SumUp hatte erst 2017 durch den Kauf des Berliner Start-Ups payleven expandiert.

iZettle mit positiven Prognosen für die kommenden Jahre

Aktuell macht iZettle noch Verluste. Das Unternehmen zeigt sich jedoch zuversichtlich, ab 2020 schwarze Zahlen zu schreiben. Für 2018 erwartet man in Stockholm einen Umsatz von 165 Milliarden Dollar und Zahlungsabwicklungen mit einem Volumen von 6 Milliarden Dollar. Auch wenn die Übernahme bereits offiziell verkündet wurde, wird sie erst im dritten Quartal 2018 gänzlich abgeschlossen sein, ließ man bei PayPal verlautbaren. Geplant ist, dass de Geer auch danach Chef bei iZettle bleiben soll.