Lloyds verkauft irischen Hypotheken-Bestand an Barclays

Das britische Finanzhaus Lloyds verkauft schlussendlich den Hypotheken-Bestand für den irischen Markt mit einem Verlust an Barclays. Auf Basis des aktuellen Wechselkurses beläuft sich das Verkaufsvolumen auf 4,6 Milliarden Euro. Der Verkauf ist für das zweite Halbjahr avisiert und soll zu einem Nettoverlust von 110 Millionen Pfund vor Steuern führen.

Lloyds mit Verlustgeschäft 

Wie die britische Großbank Lloyds am vergangenen Freitag mitteilte, wird diese ihren gesamten Kreditbestand für Immobilien auf dem irischen Markt an Barclays verkaufen. Demnach erwartet die Bank aus dem Verkauf einen Geldfluss von 4 Milliarden Pfund. Basierend auf den aktuellen Wechselkursen entspräche dies Einnahmen in Höhe von 4,6 Milliarden Euro. Als Grund des Verkaufs führt die Bank die Erhöhung der harten Kapitalquote an, die somit um 0,25 Prozentpunkte soll. Zur Realisierung dieses Ziels wird auch ein Verlust von 110 Millionen Pfund in Kauf genommen. Dieser soll laut dem Unternehmen bereits in der ersten Jahreshälfte realisiert werden, wobei der eigentliche Verkauf erst in der zweiten Jahreshälfte stattfinden soll. 

Zudem sieht die Ausrichtung des Geschäfts eine Fokussierung auf den heimischen Markt vor, sodass im Endeffekt Risiken in der eigenen Bilanz minimiert werden können. Die Einnahmen aus diesem Deal sollen im Anschluss für die weitere Entwicklung des Kerngeschäfts verwendet werden. Mittlerweile verfügt die Großbank kaum mehr über ausländische Kredite, sodass die Risiken massiv reduziert werden konnten. Bereits im vergangenen Jahr sorgte das Irlandgeschäft für eine negative Entwicklung sowie einen vorsteuerlichen Verlust von mehr als 40 Millionen Pfund.


Gewinn soll weiterhin gesteigert werden 

Das diese Trennung von einem Geschäftsfeld nicht unvorhergesehen kommt, liegt an der strategischen Ausrichtung der britischen Bank. Bereits zum Jahresbeginn zeigten sich erste Auswirkungen und der Gewinn konnte deutlich gesteigert werden. 

Wie der Chef des Finanzinstituts, Antonio Horta-Osorio mitteilte, konnte die Bank von einem außergewöhnlich guten Start in das Geschäftsjahr profitieren. Zudem führt die starke Konjunktur auf dem Heimatmarkt zu einer positiven Geschäftsentwicklung. Insbesondere die niedrige Arbeitslosenquote sowie der hohe Konsum führen zu überdurchschnittlichen Geschäften. So konnte die Bank im ersten Quartal Nettoerträge von 4,3 Milliarden Pfund verbuchen. Das entspricht einem Wachstum von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Generell konzentriert sich die Bank auf das Hypothekengeschäft, sodass eine Trennung vom irischen Geschäftsbereich etwas überraschend ist. Doch die negative Geschäftsentwicklung sowie der Strategiewechsel sorgten dafür, dass eine Trennung notwendig wurde. 

Auch das operative Geschäft verzeichnete ein starkes Wachstum, denn hier stieg der Gewinn sogar um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Insbesondere dem CEO wird ein Großteil des Wachstums zugeschrieben, denn nachdem dieser die Führung der Bank im Jahr 2011 übernahm, führte er diese zurück zu alter Stärke. Dabei fokussierte er sich auf eine schlanke und effiziente Organisation, sodass die Bank auch im digitalen Umfeld bestehen kann. Bereits im ersten Jahresquartal führte dieser Wandel zu einer Kostenreduktion von fünf Prozent. Schlussendlich lag der effektive Gewinn sogar 29 Prozent über dem Vorjahresgewinn des gleichen Zeitraums. Rund 1,1 Milliarden Pfund betrug dieser, sodass die Kosten des Verkaufs ohne Problem ausgeglichen werden können. Langfristig soll die Fokussierung auf den britischen Markt sowie die zunehmende Digitalisierung zu höheren Gewinnen und sinkenden Kosten führen.