Lufthansa-Dividende steigt

Die Lufthansa meldet im Jahr der Air-Berlin-Pleite den bislang höchsten Gewinn ihrer Unternehmensgeschichte. Das bereinigte Ebit (operatives Ergebnis) wuchs demnach im Jahr 2017 um etwa 70 Prozent und erreichte knapp drei Milliarden Euro. Der Aktienkurs des Papiers reagierte bislang kaum auf die Meldung.

Die Lufthansa meldet im Jahr der Air-Berlin-Pleite den bislang höchsten Gewinn ihrer Unternehmensgeschichte. Das bereinigte Ebit (operatives Ergebnis) wuchs demnach im Jahr 2017 um etwa 70 Prozent und erreichte knapp drei Milliarden Euro. Der Aktienkurs des Papiers reagierte bislang kaum auf die Meldung.

Lufthansa: Erwartungen übertroffen

Analysten hatten das starke Ergebnis nicht erwartet, es dürfte sich in dieser Form auch nicht fortsetzen. Der Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr rechnet für 2018 mit einem leicht nachgebenden Gewinn. Bis zum kommenden Sommer könnte die Airline ihre Ticketpreise weiter anheben. Das Flugangebot lässt sich laut Spohr vorläufig nicht sehr stark ausweiten. Dem stehen Personalengpässe vor allem bei den Piloten und die bekannten Triebwerksprobleme beim Airbus entgegen. Das bremst die Wachstumspläne der größten europäischen Fluggesellschaft etwas aus. Dementsprechend reagierten die Anleger trotz der sehr positiven Meldung am heutigen Donnerstag (15. März 2018) eher verhalten, die Aktie (WKN: 823212) schoss zwar nach der Börseneröffnung nach oben, pendelt aber seither seitwärts zwischen rund 26,30 und 26,80 Euro. Immerhin legte sie gegenüber dem Vortag bislang um über zwei Prozent zu, sie ist am Nachmittag der drittstärkste Wert im DAX. Bezogen auf die letzten zwölf Monate hat sich das Papier sogar am besten im deutschen Leitindex entwickelt.

Starke Lufthansa-Dividende

Die Aktionäre der Lufthansa freuen sich über eine sehr stark steigende Dividende, die Ausschüttung für 2017 wird um satte 60 Prozent steigen und 80 Cent pro Aktie betragen. Dieses Niveau soll sie in den kommenden Jahren halten, wie der Finanzvorstand Ulrik Svensson bei der Bilanzvorlage mitteilte. Das macht die Lufthansa-Aktie künftig zu einem interessanten Dividendenwert. In den letzten Jahren hatte die Ausschüttung lediglich um 45 bis maximal 50 Cent gelegen, 2012 und 2014 war sie sogar ausgefallen.

Wirtschaftliche Hintergründe der Lufthansa-Entwicklung

Der hohe Gewinnanstieg im operativen Geschäft basiert zu einem großen Teil auf dem starken Passagieraufkommen bei stabilen und tendenziell steigenden Ticketpreisen. Das betrifft alle Linien des Konzerns, also die Hausmarke Lufthansa und ebenso Swiss, Eurowings und Austrian Airlines. Zusätzlich hat Lufthansa Cargo als Frachttochter es durch einen strikten Sparkurs bei gleichzeitig guter Auslastung wieder in die Gewinnzone geschafft. Das schlug sich im Umsatzergebnis nieder, das um reichlich 12 Prozent stieg und 35,6 Milliarden Euro erreichte. Zum guten Überschuss trug auch die Einigung mit den Lufthansapiloten bei deren Betriebsrenten bei, die dem Konzern eine halbe Milliarde Euro an Rückstellungen ersparte. Auf diese Weise entstand der dritte Rekordgewinn des Unternehmens in Folge.


 

Prognosen für die kommenden Jahre

Für 2018 ist mit steigenden Treibstoffkosten durch den Rohölpreis und durch den eigenen Geschäftsausbau zu rechnen. Im Einkauf dürfte die Lufthansa künftig dafür 5,9 Milliarden Euro gegenüber jetzt 5,2 Milliarden ausgeben. Dieses Geld will der Konzern anderweitig einsparen. Seine Stückkosten will Finanzchef Svensson im laufenden Jahr um bis zu zwei Prozent senken. Einen weiteren zweistelligen Millionenbetrag an Einsparungen könnte eine Vereinbarung mit Fraport - dem Frankfurter Flughafenbetreiber - bringen. Frankfurt ist das wichtigste Drehkreuz der Airline. Dennoch muss der Lufthansa-Vorstand weiter mit spitzem Stift kalkulieren.

Das Luftfahrtgeschäft bleibt hart umkämpft, unter anderem drängen die Billigflieger Ryanair und Easyjet immer stärker auf den hiesigen Markt. Daran ändert nichts, dass die Lufthansa seit der Air-Berlin-Pleite letztes Jahr ihren Marktanteil sehr deutlich ausbauen konnte. Schon vorher war die Lufthansa auf Wachstums- und Erfolgskurs gewesen, mit der Insolvenz von Air Berlin stieg die Nachfrage der Kunden nochmals stark an. Eurowings hatte Teile von Air Berlin übernommen, diese Übernahme verschafft dem Lufthansa-Konzern Rückenwind für eine kräftige Ausweitung seines Geschäfts. Das Flugangebot wird konzernweit nur wenig wachsen. Geplant waren 12 Prozent, nun sollen es nur noch 9,5 Prozent sein. Für mehr fehlen dem Konzern laut Spohr genügend Flugzeuge. Dennoch ist weiter ein moderates Wachstum bei der Lufthansa zu erwarten.