Lufthansa nutze die Insolvenz von Air-Berlin für die eigenen Ticket-Preise

Laut Bundeskartellamt seien die Lufthansa Ticketpreise im Herbst 2017 ersichtlich teurer gewesen als im Vergleich zum Vorjahr. Demnach mussten die Kunden rund 25 bis 30 Prozent mehr für ein Flugticket ausgeben, teilte das Kartellamt am Dienstag mit. Befürchtung der Lufthansa-Kunden waren bereits im Umlauf und jetzt ist es Fakt: Nach dem Air Berlin Aus sind die Flugtickets der Lufthansa deutlich im Preis nach oben gestiegen. Nach Einzelfällen zufolge, stiegen die Preise sogar bis auf das Doppelte an. Nach der Air Berlin Pleite erlang die Lufthansa auf bestimmten Strecken ein Monopol. Ein Kartellverfahren gegen die Lufthansa leitete das Amt allerdings nicht ein.


Fusionskontrollen sorgten für den Markeintritt von Easyjet

Die Preiserhöhung sei mit dem enormen Rückgang der verfügbaren Passagier-Plätze zu begründen, räumte das Kartellamt als Wettbewerbswächter ein. Auch bei einer Konkurrenzsituation wären die Flug-Preise gestiegen. Basis der Analyse ist eine Auswertung von rund 56.000 einzelnen Flug-Tickets. Die dafür ausgewählten Strecken sind die 13 innerdeutschen Verbindungen mit der passagierstärksten Statistik. Auf neun der ausgewerteten Strecken verkehrte Air Berlin ebenfalls. Die strikten Fusionskontrollen haben Easyjet den Weg für den schnellen Markteintritt geebnet. Die britische Airline ist seit der Insolvenz von Air Berlin im Besitz von Geschäftsteilen und konnte sich dadurch weiter etablieren.

 

Britische Airline sorgt für passable Preise

Andreas Mundt, Präsident des Kartellamtes, erläuterte: "Die Ticketpreise seien durch den Markteintritt seitens der britischen Airline direkt wieder gefallen". Inzwischen sind wieder Ausweichmöglichkeiten vorhanden und mehr als die Hälfte der betroffenen Passagiere sind nicht mehr auf den Monopolanbieter angewiesen. Mundt bekundet, dass sein Amt auch weiterhin die Tätigkeiten der innerdeutschen Flugmärkte beobachten werde. "Das Preisangebot der Flugpreise hätte sich voraussichtlich nicht so günstig entwickelt, wenn die Lufthansa als dauerhafter Monopolist zu bezeichnen gewesen wäre", stellte Andreas Mundt fest.
 

Lufthansa ließ Flugpreise computergestützt ansteigen

Das computergestützte Preismanagement der Lufthansa habe die schnellen Flugauslastungen mit höheren Flugpreisen ausgeglichen. Diese Argumentation im Hinblick der Preisentwicklung widerlegte Andreas Mundt jedoch eindeutig: "Die Verantwortung eines Unternehmens kann nicht durch die Anwendung eines Algorithmus zur Preisbestimmung abgetan werden". Die Fluggesellschaft Lufthansa selbst begründete die gestiegenen Flugpreise mit einer höheren Nachfrage der Tickets, wodurch die Maschinen besonders schnell ausgelastet sind.