Luxusgüterkonzern LVMH steigert seinen Umsatz stark

Der weltweite Branchenführer für Luxusgüter Louis Vuitton - Moët Hennessy (LVMH) konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern. Diese Entwicklung verdankt das französische Unternehmen vor allem zwei Bereichen.

Neuer Umsatzrekord im ersten Quartal 2018 - Aktionäre der französischen Luxusgruppe LVMH können sich über eine starke Umsatzsteigerung im ersten Quartal 2018 freuen, denn im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz um mehr als zehn Prozent zu. Werden Währungseffekte aus der Betrachtung hervorgelassen, so beläuft sich der Umsatzanstieg sogar auf 13 Prozent. Im Rahmen der Quartalszahlenpräsentation stellte die Unternehmensführung von LVMH allerdings nur die Unternehmensumsätze vor, sodass es keine Aussagen zu der Gewinnentwicklung gab.

Mode und Lederwaren treiben den Umsatz hoch

Die wichtigsten Wachstumstreiber sind weiterhin die Bereiche Mode und Lederwaren. Laut den Aussagen vieler Experten gelten diese beiden Märkte bereits als reif. Dennoch realisierte das Unternehmen hier ein Umsatzwachstum von 25 Prozent und konnte rund 4,3 Milliarden Euro umsetzen. Kein anderer Unternehmenszweig trug einen größeren Anteil zum Quartalsergebnis bei.

Noch vor wenigen Wochen strukturierte Bernard Arnault, der Vorstandsvorsitzende von LVMH, den Großteil des Modegeschäfts um. So wurde noch im Januar Hedi Slimane als Geschäftsführer bei Céline berufen. Das Ziel dieser Berufung ist die Neuausrichtung der Marke, die zum aktuellen Zeitpunkt vor allem Kleidung für Frauen anbietet. Im Rahmen der Neuausrichtung sollen auch Männer als neue Zielgruppe adressiert werden.

Umstrukturierungen sollen das Wachstum stimulieren

Des Weiteren wurde Kim Jones zum Chefdesigner bei Dior Homme berufen. Bisher konnte sich der Designer vor allem durch zahlreiche Mode-Shows, die er für die Marke Louis Vuitton veranstaltete, einen Namen machen. Auch bei Louis Vuitton gab es eine Umstrukturierung, sodass fortan Virgil Abloh die künstlerische Leitung übernimmt. Seine Aufgabe definiert sich ebenfalls an der Neuausrichtung des ehemaligen Kofferherstellers und in der Etablierung der Marke unter den männlichen Kunden.

Ein weiterer Wechsel vollzog sich in der Führung der Marke Berluti, die ausschließlich Männermode produziert. Gegen Ende der vergangenen Woche übernahm Kris Van Assche die Rolle des Geschäftsführers. Vorausgegangen war der überraschende Abschied von Haider Ackermann. Wie der Vorstandsvorsitzende des LVMH-Konzerns, Slimane, kommt auch Van Assche aus dem Imperium Arnault, bei dem er zuvor die Leitung von Dior Homme innehatte.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Neben der positiven Geschäftsentwicklung in den Bereichen Mode und Lederwaren, gab es auch einige Rücksetzer. So verbuchte beispielsweise die Einzelhandelssparte, welche insbesondere die Parfümerie Sephora umfasst, einen Umsatzrückgang von rund 2 %. Positiv entwickelte sich das Geschäft hingegen bei den Parfüms und den Kosmetika mit einem Wachstum von acht Prozent. Auch das Geschäft mit Luxusuhren und anderem Schmuck legte um neun Prozent zu. Eine Umsatzstagnation verzeichnete das Geschäft mit Wein und Spirituosen, wobei hierfür insbesondere Lieferschwierigkeiten bei Hennessy verantwortlich sind.

Arnault kann mit dem bisherigen Verlauf des Jahres 2018 zufrieden sein, denn laut einer Statistik von Bloomberg gilt er als drittreichster Mann der Welt. Somit konnte er den Eigentümer der spanischen Modegruppe Zara, Amancio Ortega, überholen. Diese Entwicklung bedeutet, dass Arnault nicht nur der reichste Europäer, sondern auch der reichste Vertreter der Modebranche ist. Bei einer weiteren positiven Geschäftsentwicklung wird es schwer für die Konkurrenz.