LVMH-Chef Bernard Arnault investiert in aufpolierte iPhones

Der LVMH-Chef Bernard Arnault investiert nun in ein Startup, welches einen Fokus auf die Restaurierung und anschließende Vermarktung von Smartphones legt. BackMarktet, das Startup aus Paris, verspricht den Kunden, dass sämtliche restaurierte Smartphones einen neuwertigen Zustand haben.

Bereits seit Jahren wird den großen Smartphone-Herstellern vorgeworfen, dass sie Smartphones als schnelllebige Konsumartikel entwickeln. Dies verdeutlicht sich durch die Updates der Betriebssysteme, welche immer wieder veröffentlicht werden, wenn neue Geräte auf den Markt kommen. Zudem wurde vor einigen Monaten bekannt, dass Apple bewusst auf die Drosselung älterer Smartphone-Akkus setzte. Für das Smartphone-Geschäft ist dies keine Einschränkung, denn die Smartphone-Verkäufe rangieren auf einem hohem Niveau. Allerdings sorgt die Verlangsamung der technischen Entwicklung für leicht sinkende Zahlen. Dennoch wollen die Konsumenten stets ein neues Smartphone besitzen. Die durchschnittliche Haltedauer eines Smartphones liegt laut Studien bei rund zwei Jahren. Das iPhone hat dahingegen eine Lebensdauer von vier Jahren und drei Monaten und übersteigt somit den Lebenszyklus eines normalen Smartphones deutlich.


BackMarket – günstigere und gleichwertige Smartphones

Diese Konsumgesellschaft sorgt dafür, dass immer mehr Smartphones in den Müll geworfen werden. Doch BackMarket, das Startup aus Paris, möchte diese Entwicklung stoppen. Dafür restauriert das Unternehmen gebrauchte Smartphones, Laptops oder Tablets in den firmeneigenen Werkstätten. Dabei werden die Geräte demontiert und Verschleißteile ausgetauscht. Anschließend werden die Geräte als „neuwertig“ verkauft. Insbesondere der Austausch der verbauten Akkus und die Lieferung neuer Kopfhörer trägt dazu bei, dass das Gerät einen neuwertigen Eindruck vermittelt.

Bernard Arnault, der reichste Mann Frankreichs und zugleich der Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH hat nun ein Investment in BackMarket vorgenommen. Arnault verfügt laut Forbes über ein Vermögen von rund 75 Milliarden Euro – dies macht ihn zum reichsten Europäer. Hinter dem Konzern LVMH verbergen sich verschiedene Luxusmarken wie die namengebenden Marken Louis Vuitton, Moët & Chandon und Hennessy. Doch auch die Schweizer Uhrenhersteller TAG Heuer, Hublot oder Zenith gehören in das Firmenportfolio. Erstaunlich ist der Betrag, den BackMarket im Rahmen der Finanzierungsrunde sammeln konnte. Demnach beläuft sich das frische Kapital auf 41 Millionen Euro und wurde von Arnault und dem Investmentfonds Eurazeo zur Verfügung gestellt.


Expansion auf den US-Markt

Das frische Kapital soll vor allem dazu beitragen, dass das Unternehmen den amerikanischen Markt erobert. Laut Thibaud Hug de Larauze, dem Gründer und Chef von BackMarket, soll das Unternehmen zu einem Global Player werden. Demnach werde der Markt für gebrauchte Geräte wachsen. Erste Analysen sehen ein Marktpotenzial über mehrere Milliarden Euro vor. Das Ziel des Unternehmens drückt sich in der Demokratisierung des Konsums aus. Demnach sind aufbereitete Geräte der Verkaufsschlager der kommenden Jahre. Das Ziel des Unternehmens ist die Etablierung der Plattform, sodass ein Großteil der Käufe dort abgewickelt werden. Das Unternehmen ist auf dem Markt zwar nicht allein, allerdings sorgen intelligente Algorithmen und Geräte-Bewertungen dafür, dass die Kunden die Plattform nutzen. Auch Investoren sehen das langfristige Potenzial und räumen dem Unternehmen gute Chancen für die Zukunft ein, sodass das Investment ein geradezu logischer Schritt war.