Künstliche Intelligenz: Menschliche Kreativität bald überflüssig?

Dass Künstliche Intelligenz immer mehr Arbeitsabläufe vereinfachen oder gar ersetzen wird, gilt als unbestritten. Nur im Bereich der Kreativität, da regen sich noch immer Zweifel. Doch auch in der künstlerischen Betätigung haben die KI einige Fortschritte gemacht.


Machine Learning und die KI

Bei den Maschinen geht es lange nicht mehr nur darum, dass sie einfache Fließbandarbeiter ersetzen. Künstliche Intelligenz kann mehr, schon jetzt hilft sie dabei, ungeheure Datenmengen auszuwerten und immer akkuratere Vorhersagen zu treffen. Machine Learning macht es möglich. Machine Learning wurde bislang in der Finanzwelt, Medizin und der Wissenschaft angewandt. Aber können wir den KIs auch beibringen, kreativ zu sein?


KI schreibt Kurzgeschichte

Vor eine Weile macht eine künstliche Intelligenz aus Japan Schlagzeilen, als eine von ihr geschriebene Kurzgeschichte in die nähere Auswahl für einen Science-Fiction-Literaturpreis gekommen ist. Die Juroren hatten keine Ahnung, dass die Geschichte nicht aus menschlicher Feder stammte. Besonders gefiel der Jury die konsequente Erzählstruktur, sie hatte jedoch etwas an der mangelnden psychologischen Tiefe der Figuren zu bemängeln.

So ganz hatte die KI die Geschichte doch nicht selbst erdacht. Wie bei vielen Prozessen des Machine Learnings, wurden die Parameter von Menschen festgelegt. Handlung und Figuren wurden vorgegeben, die KI bekam die Bausteine der Geschichte vorgesetzt und musste sie nur noch zusammenfügen. Semantische Zusammenhänge der Sprache erkennt die künstliche Intelligenz, um funktionierende Sätze schreiben z können, aber der Beweis für genuin eigenen Schöpfungswillen ist das nicht.


KI in der Malerei

Pikazo ist eine App, die auf Zusammenarbeit von Mensch und Maschine aufbaut. Menschen können Pikazo dazu verwenden, bereits gemalte Bilder in einem neuen Stil umzugestalten. Was sich vielleicht nach Photoshop anhört, beruht ebenfalls auf Machine Learning. Denn die App analysiert den Inhalt des Bildes, erkennt etwa Gesichter und Objekte und sogar kleinere stilistische Details. Dann entscheidet die App selbstständig, wie sie das Bild am besten umgestalten kann.

Auch wenn einige der Bilder wirklich beeindruckend wirken, so ist noch immer menschlicher Input gefragt. Schließlich hat die KI die richtigen Werke ja nicht selber geschaffen. Wieder bauen ihre Werke auf der Kreativität der Menschen auf.


Der malende Narr

Anders sieht es da möglicherweise beim Painting Fool vom Informatiker Simon Colton aus. Simon Colton entwickelt diese KI am Imperial College in London. Der Painting Fool soll in der Lage sein, eigene Bildschöpfungen zu kreieren. Dabei entsteht keine abstrakte, nichtssagende moderne Kunst, sondern gegenständliche Objekte und Figuren. Der Informatiker wünscht sich, dass der Painting Fool eines Tages als selbstständiger Künstler angesehen wird. Das Werk „Sad“ etwa entstammt den vermeintlich kreativen Schaltkreisen des Programms.


KI als bereicherndes Hilfsmittel

Trotz so manchen Fortschritts sind sich viele Experten einig, dass auf absehbare Zeit die KI sich eher als Hilfsmittel im Künstlerbetrieb etablieren wird. Bislang ist sie ein Werkzeug, das eine Weiterentwicklung von Bildbearbeitungsprogrammen darstellt, welche als eine Weiterentwicklung von Pinsel und Bleistift gesehen werden können. Ob in ihnen schöpferischer Geist steckt, muss sich erst noch zeigen.