Märkte liefern viele positive Signale

Marktkommentar von Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management

Im Januar kam es nach den Verlusten im Vormonat zu einer starken Erholung sowohl an den Aktien- als auch den Kreditmärkten. An den wesentlichen Einflussfaktoren für die globale Konjunktur und die Börsen hat sich allerdings wenig verändert. Es kam zwar zu einer leichten Entspannung im Handelskonflikt der USA mit China, und die Notenbanken ließen zwischen den Zeilen die Möglichkeit einer leichten Lockerung der Geldpolitik durchblicken. Der US-Dollar entspannte sich und der Kupfer- sowie der Erdölpreis erholten sich, was den Stress in verschiedenen Emerging Markets reduziert. Damit verblieb das globale Umfeld für die Konjunktur und die Finanzmärkte in einem insgesamt noch leicht positiven Gleichgewicht.

Die Markterholung kann deshalb als eine angemessene Korrektur der übertriebenen Schwäche im Dezember gewertet werden. Besonders wichtig waren verstärkte Maßnahmen der chinesischen Regierung und der Notenbank zur Stabilisierung der Konjunktur. Premierminister Li Keqiang kündigte Schritte auf allen Ebenen an (Investitionen, Fiskalpolitik, Geldpolitik). Sehr hilfreich war dabei die auffallende Stabilität der chinesischen Währung. Dies zeigt, dass es zu keiner Kapitalflucht aus China gekommen ist und erhöht gleichzeitig den Spielraum für weitere monetäre Lockerungsmaßnahmen der PBoC.

Diese insgesamt erfreuliche Entwicklung in China hat auch eine hohe Relevanz für sämtliche Emerging Markets sowie die Industrienationen. Bestätigt wurde die Stabilisierung der globalen Lage durch wieder leicht steilere Zinskurven. Die gefährliche Abflachung des Vormonats wurde jedenfalls unterbrochen. Die Steilheit der Zinskurve war historisch stets ein guter Indikator für das konjunkturelle Wachstum. Eine vollständige Abflachung führte praktisch immer zu einer Rezession. Bemerkenswert war zudem der deutliche Rückgang der Zinsen in Italien, was ein positives Signal für die ganze EU ergibt.

 

Ausblick:

Unser Makromodell liefert wieder positivere Signale für den Februar. Die Scores sind in eine neutrale bis leicht positive Bandbreite zurückgekehrt. Kupfer als zuverlässiger Frühindikator konnte sich leicht verbessern. Bestätigt wurde dieses Signal auch durch höhere Erdöl- und Eisenerzpreise sowie ein stabiles Silber/Gold-Ratio.

Die äußerst aussagekräftigen Zinskurven in den USA und Europa haben sich zudem nur noch wenig weiter abgeflacht und deuten damit auf eine Stabilisierung der konjunkturellen Entwicklung hin. Zudem wurde diese leichte Abflachung ausgelöst durch die von der US-Notenbank kommunizierte Zurückhaltung bei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr. Das ist positiv für die Konjunktur. Die Aktienmarktbreite als zuverlässiger mittelfristiger technischer Indikator liefert zudem positive Signale.

In Europa ist zu vermerken, dass die Arbeitslosenrate auf ein 10-Jahrestief gefallen ist und die Zinsen in Italien (10 Jahre) mittlerweile in den Bereich von 2,6% zurückgekommen sind nach Höchstständen von über 3,6% im vierten Quartal 2018. Dies ist ein sehr günstiges Vertrauenssignal der Märkte für Europa.

Weiterhin bleibt die Entwicklung in China auch für die globale Entwicklung sehr relevant. Einerseits laufen staatliche Investitionsprogramme, Steuersenkungen und monetäre Stimulierungsmaßnahmen immer stärker an. Andererseits ist die chinesische Währung trotz der monetären Spritzen erstaunlich stabil. Dies erhöht den Spielraum der chinesischen Zentralbank für weitere Liquiditätsspritzen oder Zinssenkungen deutlich. Zusätzlich verfügt die Regierung auch fiskalpolitisch noch über verschiedene Möglichkeiten.

Falls diese Maßnahmen die gewünschte Wirkung zeigen, hätte dies global äußerst positive Effekte auch für die Finanzmärkte. Insbesondere sehen wir aber für die Emerging Markets Erholungspotenzial. Eine leichte Verbesserung der Lage wird auch durch unsere Trendmodelle bestätigt. Hier zeigen sich mehrheitlich neutrale bis leicht positive Signale nach noch extrem negativen Werten im Vormonat. Zusammen mit einer insgesamt fairen oder teilweise noch günstigen fundamentalen Bewertung der Aktien- und Kreditmärkte ist zumindest kurzfristig die Basis für eine weitere Erholung gegeben.