Marktkommentar: Positive Lichtblicke

Die globalen Aktienmärkte konnten im August den positiven Unterton des Vormonats nicht halten und gaben mit Ausnahme der USA mehrheitlich nach. Die Kursbewegungen waren jedoch moderat. Die Kreditmärkte konnten sich – ausser in den Emerging Markets – gut halten. Obwohl sich der US-Dollaranstieg nicht weiter fortsetzte und damit ein Stressfaktor für viele Länder wegfällt, behielten Bedenken zum Handelsstreit sowie zur Entwicklung in der Türkei, Argentinien und Italien zeitweise die Oberhand. Interessanterweise läuft aber die Konjunktur in den USA, Europa und Japan erstaunlich gut. China hat zudem nennenswerte monetäre und fiskalische Stimulierungsmassnahmen ergriffen, um mögliche negative Effekte aus dem Gezänk mit den USA frühzeitig abzufangen. Zudem setzte die deutliche Stabilisierung des zuvor sehr schwachen chinesischen Yuan ein wichtiges psychologisches Beruhigungssignal. Dies strahlte teilweise auch positiv auf andere Emerging Markets aus. Hinzu kam die eher überraschende Einigung der USA mit Mexiko bei den NAFTA-Verhandlungen, was zusätzlich zu einer Glättung der Wogen beitrug. Die Zinsen gaben in den USA und Europa nochmals leicht nach und führten zu einer weiteren Abflachung der Zinskurven. Diese Entwicklung reflektierte mittelfristige Bedenken wegen einer konjunkturellen Abkühlung aufgrund einer restriktiven US-Geldpolitik und einem eskalierenden Handelsstreit. Eine Abflachung der Zinskurve war historisch stets ein zuverlässiges Warnsignal für die Konjunktur. In China kam es dagegen wieder zu etwas steigenden Zinsen am langen Ende und damit einer steileren Zinskurve, was auch im globalen Kontext ein positives Signal darstellte. Industrie- und Edelmetalle gaben weiter nach – ein Indikator hinsichtlich einer tendenziell abkühlenden globalen Konjunktur. Dieses negative Signal wurde allerdings nicht durch den Erdölpreis bestätigt, der leicht zulegte.


Ausblick

Die Signale unseres Makromodells für die Aktien- und Kreditmärkte haben sich weiter leicht abgeschwächt. Die USA liegen noch knapp im positiven Bereich, Europa und Japan wurden auf neutral zurückgestuft und Asien ist neu leicht negativ. Der Grund für diese graduelle Abschwächung war ein Rückgang verschiedener Frühwarnindikatoren (Kupferpreise, Gold/Silber-Ratio und Transportindizes). Kreditimpuls- und Zinskurvenindikatoren haben sich nicht weiter verschlechtert, konnten aber den Rückgang der anderen Frühwarnindikatoren nicht kompensieren. Auffallend sind hingegen monetäre und fiskalpolitische Lockerungsmassnahmen in China, welche aber erst mittelfristig positiv wirksam werden. Immerhin kam es aber zu einer (von den Behörden gewollten) Stabilisierung der chinesischen Währung und gleichzeitig einer möglichen Einigung im NAFTA-Handelsstreit der USA mit Mexiko. Damit ergeben sich für die globale Grosswetterlage wieder einige positive Lichtblicke. Allerdings könnten sich diese schnell wieder in Luft auflösen. Der Druck zu höheren Zinsen und Inflation nimmt aufgrund der eher gedämpften Wachstumsaussichten ab, vor allem in den USA. Hier dürfte die Dollarstärke der vergangenen Monate tendenziell deflationär wirken. Trotzdem bleibt der globale Trend zu höheren Zinsen aufgrund der Notenbankstrategien und zunehmender Verschuldung intakt. Da sich die Finanzmärkte global in einem fragilen Gleichgewicht zwischen guten und schlechten Daten befinden,  kann die  weitere Entwicklung  in den kommenden Wochen von stark isolierten Ereignissen beeinflusst werden. Insbesondere ist die Abhängigkeit vom Verlauf des US-Dollars gross. Eine Beruhigung oder leichte Korrektur nach unten ist der Schlüssel zu weniger Stress in den Emerging Markets und damit einem global wieder homogeneren Wachstumstrend. Sämtliche oben erwähnten fundamentalen Veränderungen werden auch durch unser Trendmodell für Aktien, Kredit und Rohstoffe bestätigt.


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