McDonalds-Immobilien: Burger sind nur die halbe Miete

Was jedoch kaum jemand vom weltgrößten Franchise-Unternehmen weiß, ist, dass McDonald’s nicht nur im Gastronomie-Bereich (erfolgreich) tätig ist. Vielmehr ist der Konzern auch an Immobiliengeschäften beteiligt und das nicht zu knapp.

Burger, Fritten und vor allem das große, gelbe „M“: Wer die Marke McDonald’s hört, muss nicht erst lange überlegen, was er damit verbindet. Als Fast-Food-Gigant hat sich das Unternehmen seit mehr als 70 Jahren einen Namen rund um den Globus gemacht. Das Unternehmen gilt als weltgrößter Restaurantkonzern, fast 40.000 Filialen existieren in mehr 119 Ländern. Sein Markenzeichen: Egal ob in Tokio oder Rio de Janeiro, in Seattle oder Moskau – McDonalds’s-Fans auf der ganzen Welt können sich darauf verlassen, dass ihr Essen überall gleich schmeckt und schnell zubereitet über die Ladentheke kommt.

Was jedoch kaum jemand vom weltgrößten Franchise-Unternehmen weiß, ist, dass McDonald’s nicht nur im Gastronomie-Bereich (erfolgreich) tätig ist. Vielmehr ist der Konzern auch an Immobiliengeschäften beteiligt und das nicht zu knapp. Denn McDonald’s betreibt bei weiten nicht alle seine Restaurants in Eigenregie, sondern verpachtet sie in der großen Mehrheit an Franchise-Nehmer. Aber: Die Gebäude und die Grundstücke der Restaurants gehören zum Großteil sehr wohl McDonald’s. Und so ist McDonald’s stets auf der Suche nach geeigneten Grundstücken und Gebäuden, um dort weitere Restaurants zu eröffnen. Auf seiner Internetseite gibt McDonald’s an, damit ihrer „Verpflichtung nachzukommen, den Kommunen, in denen es Geschäfte macht, etwas zurückzugeben“.


Was für McDonald’s zählt, sind die Pachteinnahmen

Vor allem dürfte es McDonald’s aber natürlich um den Profit gehen. Denn wenn dem Konzern die Gebäude gehören, in denen Franchise-Unternehmer ihre Geschäfte aufziehen, kann McDonald’s Pacht dafür verlangen – und verdient so kräftig mit. Für Franchise-Nehmer scheint sich das Geschäftsmodell also in erster Linie nur zu lohnen, wenn sie auch den Grund und Boden ihres Restaurants besitzen und auf teure Mietzahlungen an McDonald’s verzichten können.

Doch danach sieht es aktuell nicht aus, denn die Geschäftsstrategie von McDonald’s ist eine andere: Einer Studie aus dem Jahr 2017 zufolge besitzt McDonald’s immerhin 25.000 der Restaurants, die das Unternehmen an Franchise-Unternehmer verpachtet. Der Anteil an von McDonald’s selbst geführten Restaurants geht dagegen zurück – offenbar weil das Immobiliengeschäft lukrativer ist. So macht McDonald’s im operativen Ergebnis stetig Gewinne, obwohl der Umsatz der eigenen Restaurants abnimmt. Zu den Pachteinnahmen kommen schließlich noch Einkünfte aus der Franchise-Gebühr, sowie Umsätze aus dem Werbekosten.

Dass dieses Geschäftsmodell nicht ohne Kritik bleibt, ist abzusehen. So beschweren sich Franchise-Nehmer immer wieder darüber, dass sie McDonald’s die konzerneigenen Immobilien zu extrem hohen Pachtgebühren abnehmen müssen. Dennoch scheint sich das System bisher für McDonald’s auszuzahlen. Im Jahr 2015 nahm das Unternehmen immerhin rund sechs Milliarden Dollar durch Pacht ein.