Medizinische Grundversorgung für Mitarbeiter: Amazon plant Pilotprojekt

Der amerikanische Online-Versandhändler Amazon führt derzeit interne Gespräche über das Projekt, eigene Kliniken für die Mitarbeiter zu eröffnen. Zwei Insider, die nicht genannt werden wollen, gaben die geheimen Informationen dem amerikanischen Sender CNBC. Dieser veröffentliche die Aussagen am Donnerstag.
Laut dieser Quellen soll die erste Klinik noch dieses Jahr gebaut und in Betrieb genommen werden. Als Standort für die erste Klinik hat man sich für den Hauptsitz des Amazon-Konzerns entschieden — Seattle.
Amazon will Ärzte engagieren, um später in diesem Jahr eine Pilot-Klinik zu gründen. Diese soll vorerst nur ausgewählten Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Hierzu stellte Amazon Christine Henningsgaard ein, die vorher Vice President of Operations bei One Medical war. Im Januar dieses Jahres stellte das Unternehmen Martin Levine ein, der vorher für Iora Health in Seattle arbeitete. Anfang 2019 sollen die eigene Klinik vergrößert und die Anzahl der medizinischen Mitarbeiter aufgestockt werden, sodass mehr Mitarbeiter das Angebot nutzen können.
 

Hohe Gesundheitskosten sollen gesenkt werden

Amazon drängt auf die Senkung der hohen Gesundheitskosten. Diese explodieren, da das Gesundheitssystem undurchschaubar und kompliziert ist, zudem gibt es viele unkalkulierbare Kostenfallen. Versicherungen übernehmen die Kosten für eine Notfallaufnahme oder überteuerte Angebote nicht.
Amazon will seine Mitarbeiter nun selbst behandeln. Auch die Erhaltung der Gesundheit möchte der Konzern fördern, indem er Beratungsangebote zu Ernährung und Bewegung schafft.
Zuvor war Amazon auf der Suche nach geeigneten medizinischen Anbietern, um deren Dienste zu beanspruchen. Nach internen Diskussionen hat sich der Konzern dafür entschieden, eine eigene Klinik aufzubauen und nicht auf Angebote von Dienstleistern, wie Crossover Health oder One Medical, zurückzugreifen.
 

Amerikanische Großkonzerne wollen Kosten senken

Im Januar dieses Jahres kündigte Amazon eine Zusammenarbeit mit J.P. Morgan Chase und Berkshire Hathaway an. Das Ziel der Partnerschaft ist es, die Kosten für die Gesundheitsversorgung der Mitarbeiter zu senken. Der CEO des Joint Venture ist Dr. Atul Gawande, der als Professor in Harvard lehrt.
Im Februar gab Apple bekannt, Kliniken für die eigenen Mitarbeiter zu bauen, um die Gesundheitskosten zu senken. Inzwischen hat das Unternehmen 40 Arbeitskräfte für seine Klinik AC Wellness angestellt. AC Wellness ist ein Tochterunternehmen von Apple und soll den Mitarbeitern in Santa Clara County zugutekommen.