Mehr als Fonds: Individuelle Private Equity-Lösungen sind gefragt

Anleger können ihr Beteiligungskapital auch direkt in Unternehmen investieren, entweder als unmittelbarer Gesellschafter oder über ein spezialisiertes Private Equity-Haus.

Die Wirtschaft beruht auf Menschen, die sich etwas trauen, die Risiken auf sich nehmen, um etwas zu bewegen und erfolgreich zu sein – zum eigenen Wohle und dem der Gesellschaft. Denn ohne Unternehmer und deren Betriebe würde die Wirtschaft nicht funktionieren – und was könnte sich daher besser für Sparer eignen als Investitionen in genau diese produktiven Unternehmen? Der typische Weg einer Beteiligung sind Aktien einer AG, ein anderer beispielsweise Private Equity als unmittelbares Beteiligungskapital für ein Unternehmen.

Die Möglichkeiten sind breit gefächert, vom Mittelständler in einer Industrienische über die Projektgesellschaft im Immobilienbereich bis hin zu Vertretern der Energie- und Digitalwirtschaft. Das sind nur zumeist eher unbekannte Unternehmen und damit in der Regel kleinere und mittlere Personen- und Kapitalgesellschaften, die seit Jahren bereits gute Zahlen aufweisen und/oder besondere Entwicklungsmöglichkeiten besitzen. Und während der Markt mit Private Equity-Dachfonds boomt und viel Aufmerksamkeit erlangt, hält sich eine Investitionsmöglichkeit weiterhin diskret im Hintergrund. Die Rede ist von Private Equity-Direktinvestments.


Auf Gesellschafterebene engagieren

Das können Investoren natürlich selbst übernehmen, wenn sie das nötige Kapital dafür besitzen. Gerade bei Single Family Offices sieht man dieses Vorgehen oft, dass sie als Finanzinvestoren auftreten und das Familienvermögen in direkte Beteiligungen stecken, um sich auf Gesellschafterebene (mindestens) zu engagieren. Die Investmentgesellschaft Feri betont aber völlig zu Recht hinsichtlich der privaten Direktinvestition: „Zentrale Leistungen, wie die Unternehmensbewertung, die Überwachung oder die Vorbereitung des Exits, müssen vom Investor selbst übernommen werden. Dies erfordert ein hohes Maß an Wissen und Zeitengagement.“

Private Investoren betätigen sich auf diese Weise als Gesellschafter, die mit ihrem Kapital ein Unternehmen unterstützen und entwickeln – und daher sollten sie auch das typische Engagement eines Mit-Unternehmers aufbringen und bereit sein, motiviert an Gesellschaftersitzungen, Bilanzprüfungen, strategischer Ausrichtung etc. mitzuarbeiten. Das mag gerade für ehemalige Unternehmer interessant sein, die beispielsweise nach einem Verkauf über viel Kapital und Zeit verfügen; wie Berater immer wieder betonen, ist dies für weiterhin operativ tätige Vermögensinhaber aber kaum möglich.


Gefühl des unmittelbaren Investierens

Die Alternative sind Private Equity-Direktinvestments über eine Gesellschaft, die sich darauf spezialisiert hat. Das eröffnet das Gefühl des unmittelbaren Investierens, aber die Verantwortung für die Auswahl und Führung der Targets liegt beim Private Equity-Anbieter. Ein Beispiel für diesen Ansatz liefert die Partners Group aus der Schweiz, die mittlerweile mit 1200 Mitarbeitern weltweit unterwegs ist und mehr als 80 Milliarden US-Dollar Assets under Management betreut. Seit der Gründung 1996 hat die Partners Group für ihre Kunden eigenen Angaben zufolge 100 Milliarden US-Dollar in Private Equity, Private Real Estate, Private Debt and Private Infrastructure investiert. Das Haus versteht sich als ein globaler Manager von Private Equity-Anlagen und investiere in erstklassige Unternehmen, um deren volles Wachstumspotential auszuschöpfen. Das Unternehmen stellt heraus: „Die Kombination aus globaler Reichweite und lokaler Präsenz sowie ein fundiertes Fachwissen im Privatmarktsegment ermöglichen uns einen erfolgreichen Umgang mit Branchenführern und Unternehmern in sämtlichen wichtigen Märkten. Mit unserem langfristigen Investitionsansatz schaffen wir Mehrwert durch Expansion und operative Verbesserungen.“


Maßgeschneiderte Private Equity-Mandate

Das Spannende für Anleger: Neben Fonds bietet die Partners Group, die laut eigener Aussagen bereits mehr als 200 Direktinvestitionen getätigt hat (darunter 100 Private Equity-Transaktionen), unter anderem „maßgeschneiderte Mandate“ an, will heißen: Partners Group schafft Investitionsprogramme und kundenspezifischen Privatmarktlösungen vorrangig über bestimmte Rechtsformen wie die Limited Partnership (vergleichbar mit einer deutschen Kommanditgesellschaft) oder SICAR, also einer „Société d’Investissement en Capital à Risque“ (Investmentgesellschaft zur Anlage in Risikokapital) nach luxemburgischen Recht. „Diese Programme haben typischerweise einen festgelegten Investitionsfokus, können aber im Rahmen von Mandaten auch auf spezifische Kundenwünsche abgestimmt werden“, heißt es bei der Partners Group.