Teil 4: Der Demografische Wandel - Micro-Apartments: Eine Wohnform der Zukunft

THOMAS LANGE  (Head of Credit Analysis, Exporo AG)
Thomas Lange verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Immobiliensektor, u.a. hat er 15 Jahre als
Kreditreferent Real Estate Finance und als Prokurist bei der SEB AG in Hamburg und Frankfurt gearbeitet.
Bisher begleitete er über 10 Mrd. € Finanzierungsvolumen ohne ökonomischen Misserfolg.

 

 

 

Minimalismus als Lebensmotto

In Single-Hochburgen wie New York, San Francisco und Vancouver sind Micro-Apartments besonders bei jungen Leuten beliebt. Nicht nur, weil sie Kosten sparen, sondern weil sie Teil des digitalen Lebensstils sind: Gewohnt wird zentral, gearbeitet im Co-Working-Space um die Ecke und der Einkauf wird entweder online oder mit dem Fahrrad erledigt. Statt viel Hausrat anzustauen, werden Dinge geteilt und getauscht. Wirklich Wichtiges landet in der Datenwolke, wo es immer und von überall aus verfügbar ist. Vordenker dieser Lebensart ist der amerikanische Softwareingenieur Michael Kelly Sutton, der mit seinem “Cult of Less” vor einigen Jahren von sich Reden machte. Nun greift das Prinzip des “digitalen Minimalismus” auch auf den Wohnungsbau über.


60.000 Bewerber für 55 Miniflats in Manhattan

Das wohl spektakulärste Beispiel für Micro-Apartments ist aktuell “Carmel Place” in Manhattan, bei dem 55 Kleinstwohnungen zwischen 23 m² und 25 m² in Modulbauweise über- und hintereinander zu einer zehnstöckigen Blockrandbebauung gestapelt werden. Mit dem ungewöhnlichen Pilotprojekt erprobt die Stadt, wie sich bezahlbarer Wohnraum für die 1,8 Millionen Single- oder Zwei-Personen-Haushalte schaffen lässt. Ganze 60.000 Mietinteressenten haben sich um die 55 Miniflats beworben, die im Schnitt 850 Euro pro Monat kosten.


Neue Wohnformen gesucht

Auch in Deutschland sind Micro-Apartments auf dem Vormarsch. Denn wie in allen wohlhabenden Staaten steigt die Anzahl der Single-Haushalte hierzulande ebenso kontinuierlich. Mittlerweile wohnt fast jeder fünfte Einwohner Deutschlands allein, in Großstädten ist es sogar jeder Zweite. Längst beeinflusst der gesellschaftliche Wandel die Wohnkultur. Architekten, Planer und Wohnungsgesellschaften forschen nach neuen Wohnimmobilientypen, die nachhaltiges und bezahlbares Wohnen vereinen.


Berlin ist Vorreiter

In Berlin, das sich in den nächsten 10 Jahren auf vier Millionen Einwohner einstellen muss, machen Studenten Micro-Apartments salonfähig. Bereits 2012 ist das “Q216” aus einem umgewandelten DDR-Bürogebäude in Lichtenberg entstanden. Wo einst gearbeitet wurde, wird heute in 400 Miniwohnungen studiert, gelebt und gefeiert. In Kreuzberg gibt es seit Ende 2012 das 212 Apartments umfassende “The Fizz”, zum Wintersemester 2017 wurden in der Nähe des Mauerparks 700 Mini-Wohnungen unter dem Label “Cresco Urban Yurt” gebaut und in Mitte ist jüngst das “Studio B” mit 390 Wohneinheiten an den Start gegangen. Die Dinger gehen weg wie warme Semmeln, so groß ist die Nachfrage. Und 391 Euro für ein Apartment in einer Weltmetropole ist auch nicht teuer, wenn man die Mietpreise miteinander vergleicht.


Die Vorteile für Kapitalanleger:

• Gesicherte Vermietbarkeit auf lange Sicht

(Die große Nachfrage nach kleinen, bezahlbaren und attraktiven Wohneinheiten gewährleistet eine langfristig gesicherte Vermietbarkeit.)

• Top Lage

(Die Objekte befinden sich in bester Lage in unmittelbarer Nähe von Bahnhöfen, Hochschulen und Einkaufsmöglichkeiten)

• Sachwert mit attraktiver Rendite