Microsoft übertrifft Apple kurzzeitig

Microsoft hat Apple als das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt überholt, 16 Jahre nachdem der Software-Gigant nach dem Dotcom-Absturz seine Führungsposition verloren hatte.

Am Mittwoch erreichte Microsofts Marktwert 850 Mrd. USD und übertraf seinen alten Rivalen zum ersten Mal seit 2010, nachdem der Aktienkurs von Apple über längere Zeit gefallen war. Die Nachrichten bedeuten eine außergewöhnliche Wende für Microsoft unter seinem Chef Satya Nadella, der das Unternehmen vor knapp fünf Jahren übernahm und den Aktienkurs verdreifachte.


Microsoft und Apple wurden 1975 und 1976 gegründet. Nach der anfänglichen Zusammenarbeit bei der Software im Jahr 1985 beschuldigte Steve Jobs (Chef von Apple) Steve Ballmer und Bill Gates (Chef von Microsoft), Apples Computersysteme abzureißen. Danach wurde die Beziehung immer feindseliger. Im Jahr 2010 überholte Apple den Marktwert von Microsoft. Danach hatte Microsoft Schwierigkeiten, sich an den Aufstieg des iPhones anzupassen, das sein damaliger Vorstandsvorsitzender Steve Ballmer das Smartphone als Nischenprodukt deklariert hatte. Außerdem war Microsoft immer noch vom katastrophalen Start seines Betriebssystems Windows Vista betroffen.


Warum konnte Microsoft Apple überholen?

Mittlerweile ist der Aktienkurs von Apple seit seinem Höchststand in diesem Sommer um fast 25% gefallen, da die Verkaufszahlen vom neuen iPhone deutlich unter den Erwartungen liegen. Die Aktien von Apple stiegen in den vergangenen fünf Jahren rapide an und der Börsenwert erreichte erstmals über eine Billion US-Dollar. Bei der Bewertung zu Beginn diesen Jahres sorgten sich die Anleger allerdings um die Verkäufe des neuen iPhones. Das iPhone ist der Verkaufsschlager von Apple und macht noch immer 60 Prozent des gesamten Umsatzes des Unternehmens aus. Die Verkaufszahlen gingen zurück und der Aktienkurs fiel immer weiter. Laut aktuellen Berichten produziert Apple wohl wieder das iPhone X, da der Umsatz mit dem neuen iPhone-XS viel zu gering ausfällt. Außerdem wird Apple seine Angaben / Informationen an die Öffentlichkeit deutlich einschränken. In Zukunft werden keine genauen Produktions- und Verkaufszahlen genannt, sodass Analysten Schwierigkeiten bei der Berechnung des zukünftigen iPhone-Umsatzes haben, um Prognosen verfassen zu können.


Microsoft-Aktien haben sich in den letzten Jahren auch sehr gut entwickelt. Viele verbinden den Aufschwung mit der Ernennung von Satya Nadella zum neuen CEO der Firma. Er übernahm Anfang 2014 (Februar) den Posten des CEO's. Im Vergleich zu anderen Technologie-Unternehmen ist Microsoft sehr vielfältig und bedient mehrere Sparten. Die größten Bereiche von Microsoft mit Windows, Surface und Xbox machen lediglich 35 Prozent des gesamten Umsatzes aus (Vergleich: Bei Google sind es 86% durch Anzeigen, bei Apple sind es 60% mit dem iPhone). Microsoft hat mit dem Windows Phone in der mobilen-Sparte vollkommen versagt. Allerdings hat das Unternehmen gezeigt, dass es auch Tiefschläge wegstecken kann. Microsoft spezialisiert sich in der heutigen Zeit vor allem auf drei Bereiche: 1.Technologien, die plattformübergreifend agieren können; 2. Künstliche Intelligenz (KI); 3. Windows-Mixed-Reality und Quantencomputer (auf Grundlage der Quantenmechanik). Unter Herrn Nadella hat sich Microsoft zunehmend auf Geschäftskunden konzentriert.


Dadurch war das Unternehmen nicht so stark vom Tief in der Technologie-Branche betroffen. Seit Ende September sank der Anteil nur um 8,5 Prozent, verglichen mit 22 Prozent bei Amazon und 25 Prozent bei Apple.
Für Technikbegeisterte ist es keine Überraschung, dass sich Microsoft in den fast fünf Jahren unter CEO Satya Nadella auf seine Stärken konzentriert hat und gezielt auf die Wünsche der Unternehmen eingegangen ist, technologischen Veränderungen zu meistern. Microsoft hat seine Produkte neu gestaltet und verkauft, um von den Vorstellungen der Unternehmen innerhalb der Technologie zu profitieren. Dies gilt nicht nur für den Cloud-Computing-Dienst von Microsoft Azure, der im Wettbewerb mit Amazon steht. Der Cloud-Computibg-Dienst hilft Unternehmen dabei, Speicher für digitale Dateien oder den Betrieb von Websites aus eigenen, schwer zu aktualisierenden Farmen von Unternehmenscomputern zu optimieren. Dies gilt auch für das langjährige Office-Paket von Microsoft, die Datenbanktechnologie und ihre Software für Vertriebsabteilungen in Unternehmen.

 

Fazit

Microsoft hat den Umsatz, den Gewinn und die Relevanz gesteigert, indem es noch mehr Microsoft-Produkte entwickelt hat (Produkte für Unternehmen verdoppelt und seine Anstrengungen in den Bereichen der Consumer-Technologie wie Smartphones abgeschwächt). Kein großes Technologieunternehmen hat in diesem Zeitraum technologisch und finanziell so effektiv gearbeitet. Mit dem Aufstieg des Börsenrankings vom Montag beschäftigen sich die Anleger längst mit den Stärken von Microsoft. Es ist an der Zeit, Microsoft als führende Kraft anzusehen. Microsoft-Aktien werden auch in Zukunft immer weiter steigen.