Milliardär Tom Steyer möchte Trump die Grenzen aufzeigen

Steyer geht intensiv gegen die Politik Trumps vor. Er will gezielt junge Leute ansprechen, da diese generell häufiger mit den Demokraten sympathisieren. Auch eine Kandidatur für das Präsidentenamt ist möglich.

Ein US-amerikanischer Umweltschützer möchte mit Hilfe von Spenden die Demokraten bei den nächsten Wahlen in den USA unterstützen und Donald Trumps Macht somit eingrenzen. Bereits im vergangen Jahr hat Tom Steyer, der als Fondsmanager ein Milliardenvermögen verdient hat, TV-Werbesport für rund zehn Millionen Euro geschaltet. Hauptthema war die Steuerreform, die Donald Trump im Dezember 2017 durchgesetzt hat. In den Werbevideos plädierte Steyer für eine Amtsenthebung des US-Präsidenten. Nun kündigte der Umweltschützer, der laut dem renommierten „Forbes“-Magazin ein Vermögen von 1,6 Milliarden US-Dollar besitzt, noch intensiver gegen die Politik von Donald Trump vorzugehen. Hierfür will Steyer alleine in diesem Jahr über 100 Millionen Doller investieren. Mit dem Geld sollen Experten verpflichtet werden, die hochqualifizierte Analyse und Umfragen durchführen. Die Ergebnisse sollen der Demokratischen Partei im Wahlkampf für die Kongresswahlen im November 2018 helfen. 

 

Ziele und Vorgehen 

Sollten die Demokraten im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat gewinnen, kann der republikanische Präsident, Donald Trump, viele Gesetzte sowie Erlässe nur noch mit Zustimmung der Demokratischen Partei erlassen. Die Macht von Donald Trump wäre massiv eingeschränkt.
Im Fokus der Analyse stehen junge Amerikaner im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Steyer will gezielt junge Leute ansprechen, da diese generell häufiger mit den Demokraten sympathisieren. Das Problem der vergangenen Wahlen war, dass die Wahlbeteiligung in besagter Altersgruppe wesentlich geringer war als bei älteren Wähler. Der Umweltschützer möchte verdeutliche, dass jede Stimme zählt und durch junge, digitale Themen die Wahlbeteiligung der Jungwähler erhöhen.
Der 69-jährige Tom Steyer wird für sein Engagement aber nicht von allen Demokraten gefeiert. Vor allem sein Projekt „Impeachment“ wird von vielen kritisch beäugt. Hinter diesem Projekt steckt das Verfahren einer Amtsenthebung gegen Donald Trump. Der Fondsmanager sieht alle Aspekte für ein solches Verfahren gegeben und bestätigt das in einem Interview: „Trump erfüllt alle Kriterien, um aus dem Amt enthoben zu werden. Er ist gefährlich für unsere Demokratie. Er ist gefährlich für die Sicherheit und die Gesundheit des amerikanischen Volkes.“ Die Spitzenpolitiker der Demokraten befürchten allerdings, dass das Amtsenthebungsverfahren ein gigantisches mediales Event werden würde und somit Donald Trump eine Plattform bietet sich als Kämpfer und starken Präsidenten zu positionieren. 

 

Präsidentschaftskampf gegen Trump? 

Auf Grund seines aktiven politischen Engagements kommen in amerikanischen Medien immer wieder Spekulationen auf, dass Steyer im Jahr 2020 gegen Trump bei den Präsidentschaftswahlen antritt. Seine politischen Ansichten sind sehr weit links anzusiedeln. Unter anderem fordert er eine kostenlose Bildung und Krankenversicherung für alle Amerikaner.
Zu den Gerüchten hat sich Steyer bis jetzt noch nicht geäußert. Wahrscheinlich muss der vierfache Vater so ein Vorhaben auch mit seiner Familie besprechen. Eins ist klar, sollte sich Steyer zu einer Kandidatur entscheiden, kann er sich auf Grund seines privaten Vermögens auf eine prall gefüllte Wahlkampfkasse verlassen. Allerdings steht ihm der Immobilienmogul Trump in diesem Punkt in nichts nach.