Milliardenschwerer Knorr-IPO in Aussicht

Der Bremsenhersteller scheint den Weg an die Börse zu gehen.

Nach der Neuemission von Siemens Healthineers im März, welche einen Erlös von 4,2 Milliarden Euro mit sich brachte, deutet nun vieles auf den zweitgrößten Börsen-IPO des Jahres durch die Knorr-Bremse AG hin. Das in München ansässige Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit führender Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge.
Insidern zufolge laufen die ersten Vorbereitungen schon, denn es sollen bereits im August vertrauliche Sitzungen zwischen dem Management und Analysten stattfinden, in welchen der Wert des Unternehmens ermittelt werden soll. Laut Expertenschätzungen könnte die Knorr-Bremse AG beim Börsengang mit ca. 12 Milliarden Euro bewertet werden, wobei etwa ein Viertel der Aktien platziert werden sollen.

 

Noch nicht entschieden

Die Entscheidung über den Börsengang liegt in der Hand des Eigentümers Heinz-Hermann Thiele, dem siebtreichsten Mann des Landes. Eine noch nicht lange zurückliegende Dividendenausschüttung deutet allerdings auch von dessen Seite auf einen bevorstehenden Börsengang hin. Thiele und seine Tochter Julia Thiele-Schürhoff haben sich nämlich für das zurückliegende Geschäftsjahr 2017 eine Dividende in Höhe von 850 Millionen Euro ausschütten lassen, davon 500 Millionen als Sonderdividende.
Die endgültige Entscheidung wird Thiele wahrscheinlich nach dem 10. September treffen, mit der Notierung an der Frankfurter Börse ist daher also rund vier Wochen später im Oktober zu rechnen. Der 77-Jährige möchte mit dem Börsengang vermutlich auch seine Nachfolge festlegen.

 

Wie geht es weiter?

Angeblich gab es bereits Gespräche über einen Verkauf des Bremsenherstellers an Konkurrenten wie ZF Friedrichshafen, Conti oder Bosch. Diese seien allerdings ebenso wie der Plan das Unternehmen durch den Verkauf des Zug-Geschäfts aufzuspalten nicht weiter verfolgt worden.
Für den Börsengang hat sich das Unternehmen schon zuvor die Deutsche Bank, JPMorgan Chase und Morgan Stanley ins Boot geholt, für den Verkauf der Aktien wurden mittlerweile UniCredit, die Commerzbank, UBS und Berenberg beauftragt.