Mit der Geldanlage die Treibhausgase verringern

Laut Analytiker kann sich eine Investition in sogenannte Green-Bonds lohnen. Doch für Investoren stellt sich die wichtige Frage, ob es sich bei diesen grünen Anleihen lediglich um ein Trendprodukt, ein neues Etikett für bekannte Produkte oder um eine wirkliche Alternative handelt.


Green-Bonds – Das Trendthema an den Finanzmärkten

An den internationalen Finanzmärkten gelten die sogenannten Green-Bonds als ein wahres Trendthema. Basierend auf den Aussagen der KfW-Bank haben die Marktteilnehmer im vergangenen Jahr mehr als 100 Milliarden Euro in die sogenannten Green-Bonds investiert. Green-Bonds dürfen per Definition lediglich in Projekte investieren, die ein hohes Maß an Umweltfreundlichkeit aufweisen oder bestimmte ethische Standards erfüllen. Mit der KfW hat sich zudem ein Finanzinstitut herauskristallisiert, dass eine Führungsrolle auf dem Markt eingenommen hat.

Basierend auf den Berechnungen der KfW wurden die Effekte der Investitionen bewertet. Die Bank nutzt die verfügbaren Gelder vor allem, um Windparks und Solaranlagen in Deutschland sowie in Nachbarländern zu bauen. In Summe kommt die Bank auf 17 Green-Bonds, welche aktuell über ein ausstehendes Volumen von 13,5 Milliarden Euro verfügen. Der Zeitpunkt der Untersuchung bezieht sich auf die Jahre 2015 und 2016. Hierbei wurden Anleihen im Wert von rund 6,5 Milliarden Euro begeben. Durch dieses Kapital konnten Förderdarlehen für mehr als 6.000 neue Projekte vergeben werden. Allein in Brandenburg wurden mehr als 21,5 Millionen Euro investiert. Rund 20 Millionen Euro flossen dabei in einen Windpark in Dretzen, weitere 1,5 Millionen Euro in eine Solaranlage in Senftenberg. Da die Kreditnehmer für die Förderungen der KfW auch einen Eigenanteil beisteuern müssen, wurden allein 2015 rund 5,4 Milliarden Euro und im Jahr 2016 rund 5,7 Milliarden Euro ausgelöst.


Wichtige 250 Milliarden Dollar Marke könnte geknackt werden

Laut den Angaben der KfW konnte eine Investition von einer Million Euro im Jahr 2016 den Treibhausgasausstoß um rund 800 Tonnen pro Jahr reduzieren. Diese Einsparung errechnete das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Bad-Württemberg. Die Anleihen des Vorjahres erzielten mit 859 Millionen Tonnen ein noch besseres Ergebnis. Des Weiteren ergaben die Untersuchungen der Forscher, dass jede weitere investierte Million Euro zu einer Kostensenkung von 69.000 Euro bei den Energieimporten nach Deutschland führte. Zudem konnten externe Kosten, etwa für die Umweltbeschädigung, um weitere 94.000 Euro gesenkt werden. Negativ seien dahingegen die überschaubaren Renditen der Green-Bonds. Demnach bot die letzte ausgegebene Anleihe aus dem Jahr 2017 einen Kupon von 0,25 Prozent p.a. und verfügte über eine Laufzeit von acht Jahren. Wer dahingegen die Green-Bonds von amerikanischen, schwedischen oder australischen Banken wahrnahm, konnte sich über eine bessere Verzinsung freuen.

Werden die Auswertungen des Analysehauses Bloomberg Intelligence herangezogen, so ist der Greend-Bonds-Markt noch größer. Demnach belief sich das Volumen der Neuemissionen im Jahr 2017 auf 133 Milliarden Euro. Bereits im Jahr 2018 könnte demnach die wichtige Grenze von 250 Milliarden Dollar überschritten werden. Vor allem Staaten und Unternehmen beginnen mit Investitionen in Green-Bonds, sodass die aktuelle Nachfrage stark anzieht. So gab Frankreich eine eigene grüne Anleihe aus, welche auf ein Volumen von mehr als 10 Milliarden Dollar kam. Der Immobilienfinanzierer Fannie Mae emittierte sogar eine Anleihe über 20 Milliarden Euro. Kritisch wird jedoch das Produkt Green-Bond im Allgemeinen betrachtet, denn auch ohne die Emission dieser Anleihen hätten die großen Förderbanken die entsprechenden Projekte mitfinanziert. Dennoch bieten diese Investmentinstrumente eine gute Möglichkeit zur gezielten Investition in nachhaltige Projekte.