MongoDB: Angriff auf Oracle und IBM

Wenn Sie sich das Portfolio des Digital Leaders Fund (DLF) bereits genauer angesehen haben, dann ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass MongoDB schon von Beginn an im Portfolio vertreten ist.

 

Das Unternehmen aus New York ist der Herausforderer im Datenbankmarkt, der mit seiner innovativen Technologie und einem OpenSource-Geschäftsmodell gegen die seit Jahrzehnten vorherrschenden proprietären Datenbank-Systeme von Oracle, Microsoft und IBM antritt.

 

Angriff auf die Datenbank-Riesen

Die marktführenden Datenbankprodukte dieser Tech-Riesen sind im Kern nach wie vor relationale Datenbanken und basieren damit auf einem mehr als 40 Jahre alten Konzept.

Auch heute noch ist dies die Basis für die Datenhaltung in den allermeisten Software-Applikationen.

Alle diese etablierten Systeme basieren darauf, dass die Daten in einem gewissen Schema in Tabellen angeordnet werden und dann mit der Abfragesprache SQL ausgelesen beziehungsweise bearbeitet werden.

Dieser Ansatz hat über 40 Jahre - seit der Gründung von Oracle - gut funktioniert. Aber vor allem neue Real-Time-Anwendungen führen die klassischen relationalen Datenbanken mittlerweile an ihre Grenzen.

Denn diese SQL-Datenbanken haben ihre Schwächen dort, wo komplexe Datenstrukturen sehr flexibel und in höchster Geschwindigkeit verarbeitet werden müssen.

Daher sind in den letzten Jahren vermehrt neue Ansätze zur Datenverwaltung mit sogenannten NoSQL-Datenbanken entstanden. Und in diesem schnell wachsenden Segment der NoSQL-Datenbanken hat MongoDB gerade in den vergangenen beiden Jahren eindeutig die führende Rolle übernommen.

MongoDB profitiert zudem davon, dass immer mehr klassische Software-Anwendungen zukünftig nicht mehr im eigenen Rechenzentrum betrieben sondern auf eine cloud-basierte Lösung umgestellt werden.

Schon heute sind mehr als 30% des MongoDB-Neugeschäftes Migrationen von klassischen relationalen Datenbanken. Zum Beispiel im Zuge einer solchen Cloud-Migration. Das heißt: MongoDB gewinnt zunehmend nicht nur bei neuen Realtime-Anwendungen, sondern auch bei der Modernisierung von Altanwendungen.

Das dürfte insbesondere IBM und Oracle nicht gefallen.

 

Der Game-Changer für MongoDB

Kürzlich wurde mit MongoDB 4.0 ein wichtiges neues Produkt-Release veröffentlicht, das nun auch die vollständige Transaktionssicherheit gewährleistet.

Dadurch wird MongoDB zur echten Alternative auch für viele Anwendungsszenarien, wo bisher SQL-Datenbanken noch wichtige Alleinstellungsmerkmale hatten. Das heißt es besteht nun mit dem neuen Produktrelease die Chance, dass MongoDB zukünftig mehr ist als "nur" eine exotische Datenbank-Technologie für bestimmte Anwendungsfälle.

Das wäre also ein echter Game-Changer im positiven Sinne für das Unternehmen. Denn MongoDB könnte damit tatsächlich den Durchbruch im Massenmarkt schaffen, der inzwischen laut Statista mehr als $50 Milliarden groß ist.

Das Interesse der Softwareentwickler weltweit ist jedenfalls riesengroß. An der eigenen MongoDB-Konferenz im Juni nahmen sage und schreibe über 200.000 Teilnehmer - größtenteils online via Livestream - teil.

 

Geschäftszahlen zum zweiten Quartal

MongoDB hat gerade seine Halbjahresergebnisse zum 31.07.2018 vorgelegt.

Diese untermauern, warum die MongoDB Aktie über 100% zugelegt hat seit Jahresbeginn 2018.

 MongoDB Aktie investieren - Chartverlauf der letzten sechs Monate
Die MongoDB Aktie hat seit Jahresbeginn über 100% zugelegt. (Chart: www.finanztreff.de)
 

 

Das Umsatzwachstum von 61 Prozent auf $57,5 Millionen hat sich nochmals deutlich beschleunigt gegenüber den Vorquartalen. Circa 90 Prozent dieser Umsätze stammen aus Software-Subskriptionen, die um 63 Prozent und damit sogar noch etwas schneller gewachsen sind.

Die Mongo-DB Datenbank kann sowohl on-premise (also im eigenen Rechenzentrum) als auch in der Cloud auf den Servern von Amazon, Microsoft und Google betrieben werden.

Die Cloud-Option unter dem Namen MongoDB Atlas ist noch relativ neu im Angebot. Und verzeichnet aktuell ein sagenhaftes Wachstum von 400 Prozent. Das macht immerhin schon 18 Prozent des Gesamtumsatzes aus gegenüber nur 5 Prozent im Vorjahresquartal.

Es scheint so, als hätten die Kunden nur auf diese Cloud-Option gewartet. Eine so schnelle Adaption einer neuen Cloud-Technologie habe ich selten gesehen. Derzeit explodiert die Anzahl der Neukunden geradezu: Zum Ende des zweiten Quartals zählte man mehr als 7.400 Kunden.

Das heißt in den vergangenen 12 Monaten wurden dank des Atlas-Produktes mehr als 3.000 Neukunden gewonnen. Und damit sollte das steile Umsatzwachstum der nächsten Quartale vorprogrammiert sein.

Die meisten Kunden dieses  "Datenbank as a Service“ Produktes starten mit einem geringen Umsatz - gerade im Vergleich zur klassischen MongoDB-Enterprise-Lizenz fürs eigene Rechenzentrum.

Der Cloud-Service wird nach Nutzung bezahlt. Der Kunde startet in der Regel klein und der Preis wächst mit seinen Ansprüchen und der Nutzung seiner MongoDB-Datenbank im Laufe der Zeit.

Derzeit wächst der Umsatz mit den bestehenden Kunden um 20% pro Jahr. Und ich erwarte, dass sich diese Expansion Rate in den nächsten Quartalen durch den steigenden Umsatzanteil von Atlas sogar noch etwas verbessert.

 

MongoDB noch nicht profitabel

Der große Schwachpunkt in der Bilanz von MongoDB ist die Profitabilität. Denn das Unternehmen ist nach wie vor noch weit weg von den schwarzen Zahlen.

Die gute Nachricht ist, dass die operative Marge in den letzten 12 Monaten von -60 Prozent auf -38 Prozent verbessert werden konnte.

Das bedeutet aber immer noch einen deutlich negativen Free Cashflow von $18 Millionen im vergangenen Quartal. Und das sind 31 Prozent des Umsatzes.

Der Bessemer Efficiency Score der „Rule of 40" liegt damit aktuell nur bei 30 Prozent und spricht nicht unbedingt für das Geschäftsmodell.

Hier erwarte ich spätestens im übernächsten Quartal - dann auch saisonal bedingt - eine deutliche Verbesserung.

Allerdings hat das Unternehmen nach der Ausgabe einer Wandelanleihe über $250 Millionen im vergangenen Quartal (zu sehr guten Bedingungen!) aktuell eine Cashreserve von über $500 Millionen.

Damit kann man sich den „Land Grab Modus“ - sprich Umsatzwachstum ist wichtiger als kurzfristige Profitabilität - noch eine ganze Weile lang aus einer Position der finanziellen Stärke heraus leisten.

 

Bewertung der MongoDB Aktie

Die MongoDB Aktie wird mittlerweile vom Finanzmarkt viel intensiver beachtet als noch zu Beginn des Jahres.

Im Portfolio des DLF gehört MongoDB seit dem Start vor 6 Monaten zu den Top-Performern.

Der Aktienkurs hat sich verdoppelt in diesem Zeitraum.

Damit ist der Kurs der Realität etwas vorausgelaufen. Die Aktie ist bei 70$ mittlerweile mit einer Marktkapitalisierung von $3,5 Milliarden und einem EV/Sales-Verhältnis von 13 bewertet und damit sehr teuer.

Ein Neueinstieg drängt sich zu diesen Kursen nicht auf.

Dennoch bleibt die MongoDB Aktie eine Halteposition im Portfolio des DLF.

Denn wir sehen eine gute Chance, dass das Unternehmen sich zu einem dominierenden Datenbank-Unternehmen und damit in ganz andere Größenordnungen entwickelt im Laufe der nächsten Jahre.

Andere Marktteilnehmer sind offenbar ebenso optimistisch - wie man an der Entwicklung des Aktienkurses unschwer erkennt.

 

Mehr Informationen zum The Digital Leaders Fund und zu unseren anderen Einzelwerten erhalten Sie hier.