Monsanto geht in Revision: Bayer-Aktie steigt

Das Unternehmen errang vor Gericht einen wichtigen Erfolg, der Betrieb scheint für Investoren und Anleger wieder attraktiver zu werden. Der Prozess um die Firmentochter Monsanto betroffen ist, geht in Revision. Es geht es um ein glyphosathaltiges Unkrautvernichtungsmittel und seiner mutmaßlich Krebs erregenden Wirkung. Die in San Francisco zuständige Richterin gab einem von Monsanto eingereichten Antrag statt. Dieser sieht vor, dass es zu einer Neuverhandlung der verhängten Strafzahlungen kommt. Sie belaufen sich auf 250 Millionen Dollar. Experten nehmen an, dass die Summe nun deutlich niedriger ausfällt, was zu finanziellen Entlastungen für das Unternehmen führt.

Der Konzern begrüßte diese Entscheidung und sieht darin einen Sieg für sich. Wenn es zu einer Bestätigung des Gerichts kommt, wird der gesamte Strafschadenersatz aufgehoben. Der Betrieb geht davon aus, dass das Urteil falsch ist und im Widerspruch zu den Beweisen steht, die man in der Verhandlung vorlegte.
Die Hoffnung, dass es nun zu einer geringeren Strafzahlung kommt, hat die Fantasien der Anleger beflügelt. Es kam zu Kursaufschlägen von bis zu fünf Prozent an nur einem Handelstag. Selbstverständlich gehen die Experten nicht von einer kompletten Streichung aus, doch allein das nun gesetzte Signal ist wichtig. Monsanto muss sich in den USA derzeit gegen tausende Klagen wehren und erzielte mit diesem Schritt einen Teilerfolg. 


Details zur Verbindung von Monsanto zu Bayer und den Schwierigkeiten 

Das deutsche Unternehmen hat den amerikanischen Konkurrenten für eine Summe von rund 63 Milliarden Dollar übernommen und stieg auf diese Weise zu einem der größten Agraranbieter weltweit auf. Dabei gab es einen wichtigen Kernaspekt, der für den Kauf sprach. Die Amerikaner sind im Besitz der Rechte für Glyphosat. Es handelt sich dabei um ein Unkrautvernichtungsmittel. Dieses ist das wohl meistverkaufte Produkt aus dieser Sparte auf der Welt, weshalb sich damit hohe Gewinne erzielen lassen.
Doch mit dem Zusammenschluss übernahm Bayer auch die Probleme von Monsanto. In den USA laufen geschätzt 8700 Klagen gehen die Firma und seinen Verkaufsschlager. 


Um welchen Punkt dreht sich die jetzige Auseinandersetzung?

Es ist ein Präzedenzfall, der für zukünftige Prozesse und Auseinandersetzungen wichtig sein wird. Die Kernfrage, welche die Richter in Kalifornien dabei beantworten müssen ist, ob Glyphosat krebserregend ist. Eine Klage von Dewayne Johnson wurde dabei nach vorne gezogen, da er schwer erkrankt ist. Er leidet an Lymphdrüsenkrebs und macht dafür das von Monsanto verkaufte Mittel verantwortlich. Der Platzwart an einer Schule musste bis zu bis zu 30 Mal im Jahr auf das Produkt zurückgreifen und damit das Unkraut bekämpfen. Er argumentiert, dass die Verwendung für seinen Gesundheitszustand und die damit verbundene geringere Lebenserwartung und -qualität verantwortlich ist.
Ein Geschworenengericht des Bundesstaates hatte sich daraufhin dafür ausgesprochen, dass der Agrarkonzern Strafen und Entschädigungen in einer Gesamtsumme von 289 Millionen Dollar entrichten muss. In der Urteilsbegründung steht, dass Versäumnisse durch den Hersteller vorliegen. Dieser hat weder Dewayne Johnson noch andere Nutzer darauf hingewiesen, dass durch die Verwendung ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Gegen das Urteil hat Monsanto Berufung eingelegt, weshalb dieses noch nicht rechtskräftig ist. 


Die Standpunkte

Die dortigen Verantwortlichen sind der Ansicht, dass der Wirkstoff nicht krebserregend ist. Sie weisen darauf hin, dass beide Betriebe über eine Erfahrung von 40 Jahren in der praktischen Anwendung haben und es keine wissenschaftlichen Belege für diese These gibt. Daten sowie Analysen würden dafür keine Beweise liefern. Auch erklärten die Anwälte und Manager, dass die zuständigen Behörden in den Vereinigten Staaten und Europa Überprüfungen durchführten und es zu keinen Beanstandungen durch diese kam.
Die Sichtweise der Weltgesundheitsorganisation WHO ist dabei eine andere. Diese hatte im Jahr 2015 festgestellt, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ist. Zwei so unterschiedliche Meinungen stellen ein Problem dar. Weitere unabhängige Forschungen und Studien sind daher notwendig.