Münchner Startup begeistert Formel 1

Das Unternehmen entstand aus einer Idee, welche ursprünglich von dem Strömungsexperten Christian Haigermoser und der BMW-Werkstudentin Katharina Kreitz kam. Haigermoser war oftmals genervt, da vieles in seinem Labor nicht so funktionierte, wie er es gerne gehabt hätte. Beispielsweise musste er Messungen bei BMW im Windkanal durchführen. Die Sonden wiesen aber eine sehr schlechte Qualität auf, weshalb es zu verfälschten Ergebnissen und Frust kam. Während einer Messung traf er die BMW-Werkstudentin Katharina Kreitz. Sie war ähnlich genervt wie er selbst, weshalb sie die gemeinsame Idee hatten, Messsonden in Zukunft selbst zu bauen. Darüber hinaus besprachen sie die Idee, die Metallstrukturen mit 3-D-Druckern zu gestalten. 


Die Formel 1 wurde der erste Kunde von Vectoflow

Zuerst bewarben sich Kreitz und Haigermoser um ein Exist-Gründerstipendium. Anschließend bauten die beiden eine Website auf. Bereits nach einigen Tagen meldete sich die Formel 1 und wollte die Messsonden bestellen. Das Problem lag allerdings daran, dass die beiden sich noch nicht bewusst darüber waren, wie das Ganze funktioniert. Mittlerweile verfügt die Messsonde über einen Durchmesser, welcher geringer als ein Millimeter ist, aber fünf Kanäle aufweist, durch diese Luft strömt. Da der Durchmesser eines Kanals nur 0,125 Millimeter beträgt, sind die Kanäle mit freiem Auge fast nicht zu erkennen. Vier unterschiedliche Formel-1-Teams sowie ein großer Konzern bestellen regelmäßig Messsonden bei Vectoflow. Das große Unternehmen, welches mittlerweile regelmäßig bei Vectoflow bestellt, versuchte einst die Messsonden zu reproduzieren. Dieser Versuch ist allerdings fehlgeschlagen.


Mitarbeiter zu finden war eine echte Herausforderung

Kreitz und Haigermoser arbeiten sehr eng mit den Druckherstellern zusammen und gehen immer wieder an die technischen Grenzen. Ihr Know-how ist im Design der Druckdaten zu finden. Das Marketing lief allerdings nicht so gut und der Versuch neue und gute Mitarbeiter zu finden ist fehlgeschlagen. Dies war auch der Grund, wieso Kreitz nochmals an die Uni ging und Marketing studierte. Sie erhoffte sich ein besseres Wissen in der Materie des Marketings. Im Zuge ihres Studiums musste ein MBA-Kurs in Paris durchgeführt werden. Bei diesem Kurs lernte sie den Maschinenbau-Ingenieur Florian Wehner kennen, welcher anschließend zum dritten Glied von Vectoflow wurde. Haigermoser entwarf einen Windkanal, welchen er in einem kompakten Container, hinter dem Parkhaus sowie in der Nähe des Firmensitzes, aufbewahrt. Durch dieses Gerät wird das Erzeugen von Wind sowie Überschall-Messungen ermöglicht. Das Gerät kann überall auf der Welt mit dem Handy gesteuert werden und hat Vectoflow ungefähr 200.000 Euro gekostet. Doch es hat sich gelohnt. Mittlerweile stehen sogar Großkonzerne hier Schlange, um Überschall-Messungen tätigen zu dürfen.


Die Luftfahrt erteilt Großaufträge

Mittlerweile weist Vectoflow 60 Kunden auf. Die meisten Kunden bestellen allerdings nur eine geringe Anzahl an Messsonden. Eine Messsonde kann einen Betrag an Kosten von bis zu 25.000 Euro annehmen. Aber es wird nicht mehr lange dauern, bis Großaufträge bei Vectoflow eingehen werden. Dies resultiert daraus, da die Luftfahrt bereits Andeutungen gemacht hat, einen Großauftrag erteilen zu wollen. Katharina Kreitz hofft, als Beispiel für viele Mädchen und Frauen vorangehen zu können und viele weiblichen Menschen dazu ermutigen zu können, selbst einen technischen Beruf auszuüben. Des Weiteren ist sie fest davon überzeugt, Glücksgefühle, wie dieses beim Eingang eines Großauftrags, nicht aufbringen zu können, wenn man in einem Großkonzern angestellt ist. Mittlerweile wurde Vectoflow sogar für den Deutschen Gründerpreis 2018, welcher am 11. September vom stern, Porsche sowie dem ZDF und den Sparkassen gemeinsam verliehen wird, nominiert. Die Preisverleihung findet in der deutschen Hauptstadt Berlin statt.