Nach 110 Jahren: General Electric verlässt den Dow Jones

General Electric verliert Platz im Dow Jones 

Für die längste Zeit galt General Electric als Börsen-Schwergewicht, doch nun verliert das Unternehmen die Notation im wichtigsten Börsenindex. Wie der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices mitteilt, wird das US-Traditionsunternehmen den Kreis der 30 wichtigsten Industriekonzerne der USA verlassen und von der Drogeriekette Walgreens Boots Alliance ersetzt. Als Stichtag wurde der 26. Juni 2018 genannt. Die Aufnahme von Walgreens Boots Alliance soll die hohe Relevanz der Verbraucher und der Arzneimittelbranche für die US-Wirtschaft widergeben.

General Electric, das US-amerikanische Traditionsunternehmen, welches Thomas Edison als Gründer aufweisen kann, war bis zuletzt das einzige Gründungsmitglied des Dow Jones, welches im wohl bekanntesten Börsenindex notiert war. Die Erstberechnung des Dow Jones erfolgte im Jahr 1896 und seit 1907 war General Electric eine Konstante in diesem Index. Zudem galt das Unternehmen um 1993 als wertvollstes Industrieunternehmen der USA. Doch vom ehemaligen Glanz ist nur wenig übrig geblieben, sodass General Electric heute sogar das sechstkleinste Unternehmen des Dow Jones ist. Die Marktkapitalisierung liegt bei 112 Milliarden US-Dollar und der Wert pro Aktie liegt bei 13 Dollar. Dies ist der günstigste Aktienpreis für ein Unternehmen, welches im Dow Jones notiert ist.


Niedergang eines Giganten 

Die Entscheidung der Unternehmensführung einen Einstieg in die Finanzbranche zu wagen, sollte für den Mischkonzern teuer werden, denn im Rahmen der Finanzkrise von 2008 verzeichnete das Unternehmen hohe Verluste. Ein langfristiger Blick auf den Aktienwert offenbart zudem, dass der Aktienkurs seit dem Jahr 2000 um 80 Prozent eingebrochen ist. Bereits in diesem Jahr sank der Kurs um 25 Prozent.

Überraschenderweise sorgten die News über den Austritt von General Electric aus dem Dow Jones für keinen weiteren Kursrutsch. Bei den hohen Verlusten der vergangenen Jahre war der Abstieg für die Aktionäre eine logische Konsequenz. Grundsätzlich wäre dies bei Absteigern eine normale Entwicklung und auch in den kommenden Jahren könne die Aktie aufgrund sinkender Beachtung durch Analysten zu einer Erholung ansetzen.