Nachhaltig investieren: Warum das Risikomanagement so wichtig ist

Nachhaltige Geldanlage bedeutet nicht zugleich auch risikofreie Geldanlage. Mit einem systematischen, mehrstufigen Prozess kann aber ein risikoarmes Portfolio zusammengestellt werden, das Renditechancen bei größtmöglicher Sicherheit bietet.

Dass nachhaltige Werte in ihrer langfristigen Rendite herkömmlichen Werten in nichts nachstehen, ist lange bekannt. Das liegt vor allem daran, dass die Geschäftsmodelle sehr zukunftsorientiert und politisch gewollt sind und in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sehr viel Kapital benötigt wird, um die internationalen Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Um das anhand von zwei Zahlen zu verdeutlichen: Um bis 2050 im Zuge des Pariser Nachhaltigkeitsabkommen CO2-Neutralität herzustellen, müssen laut EU-Kommission bis zu 270 Milliarden Euro jährlich investiert werden. Und um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen, werden laut Schätzungen der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung bis 2030 jedes Jahr 2,5 Billionen US-Dollar benötigt.

Das bedeutet aber nicht, dass nachhaltige Aktien auch risikofrei wären. Schließlich gehören beispielsweise auch Solarunternehmen zu den nachhaltigen Titeln, die regelmäßig durch überdurchschnittliche Renditen, aber auch hohe Schwankungen auffallen. Daher gilt es in einem Nachhaltigkeitsportfolio, durch umfassendes Risikomanagement solche Gefahren für die Anleger zu vermeiden. Der Nachhaltigkeitsfonds Better Future Aktien Global der Frankfurter Vermögensverwaltung Source For Alpha AG setzt genau auf dieses aktive Risikomanagement. Mit Erfolg: Die Wertentwicklung seit Auflage Anfang September 2019 liegt Mitte November bei mehr als zehn Prozent.


Risikomanagement besteht aus zwei Stufen

Das Source For Alpha-Risikomanagement folgt grundsätzlich der Erkenntnis, dass Aktien mit einem geringen Risiko ähnlich hohe beziehungsweise sogar höhere Renditen aufweisen als Aktien mit einem hohen Risiko. Das heißt, es ist innerhalb des Aktiensegments möglich, die klassische Risiko-Rendite-Beziehung durch die Identifikation nachhaltiger defensiver Aktien nach einem bestimmten Muster aufzubrechen.

„Unser Risikomanagement besteht aus zwei Stufen. Zum einen ist dies natürlich das allgemeine Nachhaltigkeits-Cluster. Wir setzen dafür auf die Schwarmintelligenz internationaler Fondsmanager. Diese nutzen sehr unterschiedliche Ansätze zur Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens, sodass sich aus unserer kontinuierlichen Analyse der Portfolios von 65 Nachhaltigkeitsfonds mehr als 1.200 verschiedene globale Aktien zeigen, die für unseren Fonds in Frage kommen können“, sagt Dr. Christian Funke, Gründer und Vorstand von Source For Alpha und Fondsmanager des Better Future Aktien Global. Aus diesem großen Universum qualifizieren sich in Stufe 2 des erfolgreichen systematischen Investmentprozesses aktuell zunächst ca. 110 Titel, welche auch von sehr vielen anderen nachhaltigen Aktienfonds gewählt werden. Die Auswahlhäufigkeit wird in Relation zur Marktkapitalisierung gesetzt.

Um aus diesem Universum der rund 110 nachhaltigen Aktien die 50 Werte herauszufiltern, die dann das Fonds-Portfolio bilden, kommt der zweite Schritt des Risikomanagements zum Tragen. Hier werden etablierte Risiko-Rendite-Kriterien angewendet. Im Fokus steht die Auswahl nachhaltiger Aktien mit hohem Renditepotenzial bei gleichzeitig akzeptablem Risiko, die allesamt gleich gewichtet werden.


Industrieklumpen durch manuelles Management ausschließen

„Dieses akzeptable Risiko entsteht dadurch, dass wir alle Titel anhand ihrer Volatilität und ihres Betafaktors analysieren und mit den übrigen Portfoliotiteln und dem Markt insgesamt in Relation setzen. Auf diese Weise können wir aus dem im ersten Schritt gefilterten, vollständig nachhaltigen Aktienuniversum die risikoärmsten Titel auswählen und so das bestmögliche Risikomanagement unter nachhaltigen Gesichtspunkten durchführen. Das allgemeine Rebalancing erfolgt einmal jährlich, um unnötige Kosten zu vermeiden“, sagt Vorstandsmitglied und Fondsmanager Dr. Timo Gebken.

Ein weiterer Schritt im Risikomanagement ist die finale manuelle Schärfung des Portfolios. Dadurch werden mögliche Industrieklumpen aufgelöst. „Diese können wir vor allem bei internationalen Versorgungsunternehmen auftreten. Diese sind sehr nachhaltig, aber wir wollen nicht mehrere Titel aus einer Branche, vor allem nicht aus einem Land. Unter diesen Werten wählen wir dann wiederum die risikoärmsten aus und verzichten dabei jederzeit auf Emotionen oder persönliche Vorstellungen des Fondsmanagers. Das entspricht unserem etablierten systematischen Vermögensverwaltungsprozess“, betont Dr. Christian Funke.

Somit weist der Better Future Aktien Global ein positives Rendite-Risiko-Verhältnis mit einer Sharpe Ratio von 0,36 auf. Das Sharpe Ratio also wesentlich Kennziffer für das Verhältnis von Rendite und dafür eingegangenem Risiko. Je deutlicher das Sharpe Ratio im Plus liegt, desto weniger Risiko muss der Fondsmanager eingehen, um eine bestimmte Rendite zu erzielen.


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