Nahrungsmittelindustrie der Zukunft setzt auf Nachhaltigkeit

Aktuell leben rund 7,7 Mrd. Menschen auf der Erde.[1] Die UN schätzt, dass bis 2050 weitere zwei Milliarden neu hinzukommen werden – etwa 9,7 Mrd.[2] Weltbürger müssen dann mit ausreichend Nahrung versorgt werden: Die Nachfrage nach Lebensmitteln wird zwangsläufig steigen. UN-Schätzungen gehen von einem globalen Wachstum des Ernährungssektors bis 2050 um 70 %[3], sowie einer im selben Zeitraum zusätzlich um 20 – 30 %[4] steigenden Nachfrage nach Wasser aus. Keine leichte Aufgabe für Landwirtschaft und Industrie, die sich insbesondere drei großen Herausforderungen stellen müssen:  

  • Weniger Ackerland: Weltweit gehen jährlich etwa 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren[5] – Urbanisierung, Industrie und Transport sorgen für einen harten Wettbewerb um die Verwendung von nutzbarem Land.
  • Wasserknappheit: Ausbeutung und Verschmutzung von Wasserquellen werden voraussichtlich dazu führen, dass bereits 2025 rund 1,8 Mrd. Menschen in Gegenden mit absoluter Wasserknappheit leben werden.[6]
  • Klimawandel: Schon heute kommt es regional immer wieder zu knappen Versorgungslagen, die sich durch Dürreperioden infolge ansteigender Temperaturen im Zuge der Klimakrise verschärfen könnten. Die Erträge an Gemüse, Vieh und Fisch sowie in der Forstwirtschaft müssen demnach nachhaltig gesichert werden.  


Neue Ernährungstrends setzen sich durch

Zudem verändern sich die Ernährungsgewohnheiten vielerorts, insbesondere in den stetig wachsenden Städten. Hier wird vor allem auf folgende Trendaspekte geachtet: 

  • Bequemlichkeit bei Zubereitung und Konsum: Städter schätzen eine hohe Flexibilität, etwa bei der Essenszeit oder der Auswahl verschiedener Kochstile. Auch deshalb konnte beispielsweise die Restaurantbranche in den USA ihren Umsatz zwischen 2000 – 2019 mehr als verdoppeln.[7] 
  • Genuss und Gesundheitsförderung durch Nahrungsmittel: Gluten- oder zuckerfreie Produkte sowie Biokost verzeichneten in den letzten Jahren ein deutliches Nachfragewachstum.[8]  
  • Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimaneutralität: Verantwortungsbewusste Ernährungsstile wie Vegetarismus oder Veganismus liegen in Städten aktuell voll im Trend.

 

Wertschöpfungskette bietet Chance zur Diversifikation

Gerade innovative Unternehmen im Ernährungssektor könnten von diesem grundlegenden Wandel profitieren und neue Märkte erschließen. Investoren, die sich in diesem Wachstumsmarkt engagieren möchten, sollten nach unserer Auffassung aber bewusst die ganze Breite der Wertschöpfungskette im Ernährungssektor nutzen. Denn im Produktionsprozess „Vom Bauernhof bis auf den Tisch“ gibt es eine Vielzahl aussichtsreicher Sparten, die vom strukturellen Wachstum im Ernährungsmarkt profitieren könnten: Etwa landwirtschaftliche Betriebe, Wasserversorger, Nahrungsmittelindustrie und Getränkekonzerne, Supermärkte und Restaurants. Ohne die Berücksichtigung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Technologien in Landwirtschaft sowie Ernährungsindustrie wird die stetig steigende Nachfrage allerdings kaum befriedigt werden können, ohne die Grundlagen zur Herstellung von Lebensmittel weiter zu erschöpfen.

So bieten gerade selektive Investments im Ernährungssektor die Chance, den positiven Wandel dieser Industrie zu befördern und davon profitieren zu können. Nachhaltig erzeugte Lebensmittel dürften dabei eine zentrale Rolle spielen – was interessierte Anleger mit der Wahl eines auf ESG[9]-Titel fokussierten Portfolios in ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen können.


Quellen: 

[1] United Nations, World Populations Prospects, 2019 revisions

[2] United Nations, World Populations Prospects, 2019 revisions

[3] FAO, The State of the World`s land and water resources for food and agriculture, 2011

[4] Quelle: The United Nations World Water Development Report 2019

[5] Quelle: Umweltbundesamt, 2015

[6] Quelle: The United Nations World Water Development Report 2019

[7] Quelle: National Restaurant Association, 2019

[8] Quelle: Citigroup, Euromonitor, 2018

[9] ESG = engl.: Environment, Social, Governance = dt.: Umwelt, Soziales, “Gute Unternehmensführung”