Netflix-Aktie stürzt um 14 Prozent ab

Netflix bleibt im ersten Halbjahr hinter den Erwartungen zurück. Durch die starke Konkurrenz gibt es eine gewisse Übersättigung auf dem Markt.

Der Streaming-Dienst Netflix hat in den vergangenen Jahren mit immer neuen Rekorden und immer stärkeren Wachstumszahlen die Investoren von sich überzeugen können. Sowohl an der Börse als auch im institutionellen Handel ist der Wert über die vergangenen Jahre immer weiter gestiegen. Nun musste Netflix an der Börse einen Dämpfer hinnehmen, da die Zahlen nicht so gut waren, wie es die Anleger gehofft haben. Nach Börsenschluss sank die Aktie um 14 Prozent. Der weitere Ausblick ist indes unsicher und könnte zu weiteren Schwankungen bei den Kursen führen.


Starkes Wachstum - aber nicht stark genug

In den vergangenen Jahren gingen die Zahlen der weltweiten Abos bei Netflix immer weiter stark nach oben. Rekord um Rekord wurde erreicht und selbst das Erstarken der Konkurrenz rund um Sky und Amazon konnte an der Erfolgsgeschichte kaum etwas verändern. Bereits in den vergangenen Monaten war allerdings absehbar, dass vorerst ein Ende des beständigen Wachstums erreicht werden könnte. Netflix wird in Amerika die Preise anziehen, testet bereits jetzt ein neues Preismodell und musste einige teure Produktionen beenden. Dazu kamen rund um den Weinstein-Skandal in Hollywood einige negative Schlagzeilen in Hinblick auf die Eigenproduktion "House of Cards" mit dem Hauptdarsteller Kevin Spacey auf das Unternehmen zu. Ob das die ausschlaggebenden Faktoren waren ist nicht sicher, der Trend ist allerdings deutlich.

Netflix wuchs international im zweiten Quartal um 4,47 Millionen neue Benutzer, davon etwas über 650.000 Benutzer in den Vereinigten Staaten. Während Netflix zwar korrekt angibt, dass es sich trotzdem um ein starkes Quartal handelt, musste auch das Unternehmen eingestehen, dass die Erwartungen beim Wachstum nicht erfüllt werden konnten. Dabei sind der Umsatz und der Reingewinn gestiegen. Trotzdem brach der Kurs im nachbörslichen Handel um 14 Prozent ein. Dazu sollte allerdings in den Vergleich gezogen werden, dass sich der Aktienkurs seit Beginn diesen Jahres beinahe verdoppelt hat.


Weiterhin unsicherer Ausblick auf den Markt für Streaming-Dienste

Netflix hat in den vergangenen Jahren die Zahlen der Konkurrenz stets in den Schatten gestellt. Mit populären Eigenproduktionen wie "House of Cards", "Narcos", "Orange is the new Black" oder "13 Reasons why" hat man eine breite Zielgruppe angesprochen und kann auch weiterhin, vor allem international, ein wachsendes Publikum verzeichnen. Durch die starke Konkurrenz entsteht allerdings eine gewisse Übersättigung auf dem Markt. Es bleibt abzuwarten, ob die Ankündigung, dass man weiterhin hohe Millionenbeträge in die eigenen Produktionen investieren möchte, das Wachstum im nächsten Quartal wieder erhöhen kann.