Neue Förderung: 40.000 Euro für den neuen Elektro-LKW

Seit dem Dieselskandal aus dem Jahr 2015 steht der Diesel in der Kritik der Verbraucher und Politiker. Dieser Umstand sorgte dafür, dass vor allem E-Fahrzeuge immer mehr in den Fokus der Verbraucher geraten. Nun soll eine millionenschwere Förderung des Verkehrsministeriums die Verbreitung von elektrischen LKWs ankurbeln. Allerdings zeichnet sich hier ein grundlegendes Problem ab.

Elektrolastwagen sollen eine Millionenförderung erhalten 

Der neue Plan des Bundesverkehrsministeriums sieht vor, dass der Kauf eines elektrischen Lastwagens mit einer Förderung belohnt wird. Am Montag teilte das Ministerium mit, dass bis zum Jahr 2020 rund 10 Millionen Euro in die jährliche Förderung von Gas-, Brennstoffzellen- sowie batteriebetriebene Lastkraftwagen investiert werden. Dem Vernehmen nach soll diese neue Förderrichtlinie bereits zu Beginn des Junis im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Für Interessenten bedeutet dies, dass die ersten Anträge bereits im Juli gestellt werden können.

Laut den Aussagen des Bundesverkehrsministeriums sind insbesondere Serienfahrzeuge förderbar, die das aktuell geltende Umweltschutzniveau unterschreiten. Sollten entsprechende Normen in Bezug auf Lastkraftwagen bisher noch nicht etabliert sein, dann müsse zwingend eine Verbesserung des Umweltschutzes erfolgen. Laut den Aussagen des Ministeriums werden demnach Käufer, die ein Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 7,5 bis 12 Tonnen erwerben, welches mittels Erdgastechnologie angetrieben wird, eine Förderung von 8.000 Euro erhalten. Wer dahingegen auf einen elektrischen Antrieb oder auf Flüssiggas setzt, bekommt sogar eine Förderung in Höhe von 12.000 Euro. Die größtmögliche Förderung erhalten Kunden, die einen Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 12 Tonnen erwerben, denn hier stellt das Bundesverkehrsministerium 40.000 Euro in Aussicht.


Bundesverband für Güterkraftverkehr begrüßt die Förderung 

Für Dirk Engelhardt, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), stellt die Förderrichtlinie einen Schritt in die richtige Richtung dar. Allerdings sieht er das Fördervolumen von 10 Millionen Euro jährlich als zu gering an. Des Weiteren merkt er ein grundsätzliches Problem an, denn es gäbe zum aktuellen Zeitpunkt kaum förderbare Fahrzeuge auf dem Markt. Aktuell wären lediglich Gas-Lastkraftwagen verfügbar, welche durch die entsprechende Förderung den bestehenden Preisunterschied zu konventionellen Dieselfahrzeuge relativieren könnten. Bei Elektrolastwagen sei die Preisspanne noch größer. Demnach müsse ein Unternehmer, der einen elektrischen LKW erwerben möchte, rund 40.000 Aufpreis in Kauf nehmen, sodass die Förderung lediglich ein Ausgleich des Preisunterschieds bewirken würde.

Für die kommenden Jahre stellen jedoch viele etablierte Hersteller neue LKWs mit einem entsprechenden elektrischen Antrieb in Aussicht. So kündigte der Elektropionier Tesla den Tesla Semi für das Jahr 2019 an. Dieser soll dann eine Reichweite von 800 Kilometer realisieren können und binnen einer halben Stunde über eine Ladung von rund 600 Kilometern verfügen. Auch Daimler plant einen elektrischen LKW, der für die Kurzstrecke konzipiert wurde. Demnach soll die theoretische Reichweite bei 200 Kilometern liegen. Laut den Aussagen des Stuttgarter Unternehmens werden bereits jetzt einige Modelle in Kleinserie gebaut.