Neue Zapfsäulen, Kraftwerke und Schiffe: Toyota treibt Brennstoffzellen-Technologie voran

China hat kürzlich eine Quote für Elektro-Autos eingeführt. Das Land nimmt damit eine Vorreiterstellung ein und dient als Gegenpol zu der Entwicklung auf der Nachbarinsel Japan. Dort arbeitet der Autobauer Toyota seit geraumer Zeit an einem Motor, der mit Brennstoffzellen laufen soll. Bislang hielt sich der Erfolg der alternativen Energie jedoch in Grenzen.

 

Dauerbrenner Toyota Prius

Wie eine Erhebung von Nissan zeigt, werden auf der Insel inzwischen mehr Ladestationen für Elektroautos als klassische Zapfsäulen für Benzin und Diesel verkauft. Inzwischen gibt es in Japan rund 40.000 Stromanschlüsse und lediglich 34.000 Zapfsäulen, deren Zahl im Zuge der Modernisierung zudem eher abnimmt als zunimmt.
Bei den Autos ist es eine Mischform aus den beiden Welten, die aktuell den Markt anführt. Die Hybride von Toyota und Nissan – allen voran der Verkaufshit Toyota Prius – prägen das Bild der Straßen von Tokyo und Co. Reine Elektroautos werden zumindest im Hause Toyota noch nicht gefertigt. Das soll sich bald ändern, wie der Konzern, der die Hybridtechnologie erst salonfähig machte, vor kurzem ankündigte. Parallel dazu hat der japanische Automobilkonzern ein ganz anderes Konzept noch nicht aufgegeben: die Brennstoffzelle.

 

Toyota arbeitet an Brennstoffzelle

Wie Naomichi Hata, führender Geschäftsplaner bei Toyota, mitgeteilt hat, arbeitet man aktuell an einem Fahrzeug, das mit Brennstoffzellen laufen wird. Bis 2022 soll das erste Brennstoffauto fertiggestellt sein und wenig später könnte es bereits in die Massenproduktion gehen. Entscheidend sind Nachfrage und Preis. Am aktuellen Modell, dem Toyota Mirai, besteht mit etwa 3.000 Einheiten pro Jahr nur ein geringes Interesse. Der happige Preis von knapp 79.000 Euro dürfte hierbei eine wichtige Rolle spielen. Auch bei einer hohen Nachfrage erwartet den Autobauer zunächst ein Verlustgeschäft.
Den Rückschlägen zum Trotz hat Toyota auf der Tokyo Motor Show im Oktober ambitionistische Pläne vorgestellt. Gemeinsam mit Nissan, Honda und neun weiteren Unternehmen will man die Zahl der Wasserstofftankstellen im Land von aktuell etwa 70 auf 160 Stück erhöhen. Bis zu 40.000 Autos sollen in den kommenden Jahren an diesen Zapfsäulen tanken.
 

Brennstoffzellen-Kraftwerk in Kalifornien

Im US-Amerikanischen Long Beach (Kalifornien) setzt Toyota indes seine Pläne für ein Brennstoffzellen-Kraftwerk um. Unter anderem landschaftliche Abfälle sollen dort ab 2020 mehrere Megawatt Strom und mehr als eine Tonne Wasserstoff pro Tag erzeugen. Unterstützt wird Toyota von dem Mineralölkonzern Shell, mit dem man gemeinsam an der Errichtung weiterer Wasserstofftankstellen in Kalifornien arbeitet.
Reif für den Massenmarkt dürften Fahrzeuge mit Brennstoffzellen erst Mitte des nächsten Jahrzehnts sein. Bis dahin wollen Toyota, Honda, Hyundai, Nissan, aber auch Mercedes-Benz und Audi weitere Brennstoffzellenprojekte umsetzen – Toyota etwa, schickte jüngst das Wasserstoffschiff Energy Obsever auf eine Weltumrundung, die pünktlich zum Beginn der Olympischen Spiele in Tokio abgeschlossen sein soll.