Neuer Jupiter-Fonds mit attraktiven risikoadjustierten Erträgen bei geringer Marktkorrelation

Am 9. September hat Jupiter Asset Management mit dem Jupiter Flexible Macro den zweiten Multi-Asset-Fonds auf den Markt gebracht. Talib Sheikh, Head of Strategy, Multi-Asset bei Jupiter erklärt, worum es bei dem neuen Fonds geht, wie er sich vom Jupiter Flexible Income unterscheidet und was er Anlegern bringen soll.

Herr Sheikh, worin liegt die grundlegende Idee des Jupiter Flexible Macro?

Talib Sheikh: Die Anleger sehen sich derzeit einem Umfeld mit geringem Trendwachstum, rekordtiefen Renditen, hohen Bewertungen und dem sich nähernden Zyklusende gegenüber. Kunden benötigen daher aktive Anlagelösungen, die über den Marktzyklus hinweg attraktive risikoadjustierte Renditen bieten und das Potenzial haben, Abwärtsbewegungen abzufedern. Der Fonds soll über eine rollierende Drei-Jahresperiode eine absolute Rendite liefern. Fünf Prozentpunkte über dem, was der Geldmarkt bringt, halte ich im derzeitigen Marktumfeld für realistisch. Dabei soll die durchschnittliche Volatilität bei höchstens acht Prozent liegen und die Korrelation zu den Aktien- und Anleihemärkten möglichst gering sein.

 

Talib Sheikh, Head of Strategy, Multi-Asset

Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Sheikh: Im Rahmen des Investmentprozesses nehmen wir im ersten Schritt zunächst eine Makroperspektive ein. Hier erarbeiten wir auf Basis von vier Indikatoren – Fundamentaldaten, Sentiment, Bewertung und Zentralbankpolitik – unseren mittel- bis langfristigen Ausblick. Und zwar sowohl im Hinblick auf die traditionelle konjunkturelle Entwicklung als auch bezüglich langfristiger struktureller Trends, die Einfluss auf die Märkte haben.

 

Bitte geben Sie uns ein Beispiel für einen solchen Trend.

Sheikh: Gerne. Derzeit beschäftigt die Marktteilnehmer die historisch große Divergenz zwischen Value- und Growth-Aktien. Hier stellen wir uns die Frage, ob es sich um eine Anomalie handelt und Value-Titel wieder aufholen werden? Oder ob wir es mit einer säkularen Kraft zu tun haben, die hinter dieser Entwicklung steckt und Growth-Aktien unterstützt? Tatsächlich gehen wir davon aus, dass sich die Outperformance von Wachstums-Titeln weiter fortsetzen wird, da die Zinsen noch länger auf ihrem niedrigen Niveau verharren und weiterhin hohe Bewertungen von Wachstumstiteln ermöglichen werden.

 

Haben Sie auch ein Beispiel für die Anleiheseite?

Sheikh: Wir sind schon lange der Überzeugung, dass wir auf absehbare Zeit keine Normalisierung der Zinsen und Renditen in Europa sehen werden. Dafür gibt es zahlreiche Gründe wie die Nachwehen der Finanzkrise, den Schuldenüberhang in der Welt, die demografische Entwicklung oder die Folgen der Digitalisierung. Das alles sorgt für geringes Wachstum, Disinflation und niedrige Zinsen. Daraus können sich an den Anleihemärkten immer wieder Chancen ergeben.

 

Wie sehen die weiteren Schritte im Investmentprozess aus?

Sheikh: Basierend auf unserer makroökonomischen Einschätzung und der erwarteten Trends bestimmen wir dann die Implikationen für unsere Asset Allocation.  Dabei berücksichtigen wir sowohl die langfristige als auch eine kurzfristigere Dimension. Unsere langfristige Asset Allocation verändert sich langsamer aufgrund struktureller Faktoren wie des Trendwachstums, des langfristigen Zinsausblicks etc. Außerdem analysieren wir kurzfristigere Veränderungen im Marktzyklus sowie bei den Bewertungs- und Sentiment-Indikatoren, um Chancen zu nutzen und Risiken zu mindern. Auf Basis unserer finalen Einschätzungen zu den verschiedenen Anlageklassen konstruieren wir dann das Portfolio gemäß den Ertrags- und Risikozielen der Strategie.

 

Wie unterscheidet sich der Fonds vom Jupiter Flexibel Income?

Sheikh: Das Anlageziel ist ein anderes. Anders als beim Flexible Macro stehen beim Flexible Income Fonds die laufenden Erträge im Vordergrund. Dadurch ergeben sich in der Portfoliokonstruktion entscheidende Unterschiede. Um konsistente, regelmäßige Erträge zu generieren, hält der Income-Fonds eine konsistente Allokation in ertragsgenerierenden Anlagewerten aus den Anlageklassen Anleihen und Aktien, die mithilfe einer Overlay-Strategie angepasst wird. Dadurch hat dieser Fonds ein konstanteres Marktexposure als der Macro-Fonds. Dagegen wird die Korrelation des Macro-Fonds zu Aktien mit -0,2 bis 0,2 geringer sein und der Fonds kann gegenüber Aktien netto sogar eine Short-Position einnehmen. Auf der Anleiheseite ist in Ausnahmefällen zudem eine negative Duration möglich.

 

Gibt es noch weitere Unterschiede?

Sheikh: Ja. Zum Beispiel hat der Income-Fonds eine Asset-Benchmark, der Macro-Fonds dagegen eine Cash-Benchmark, was die Korrelation zwischen beiden Fonds ebenfalls reduziert. Schließlich allokiert der Income-Fonds Kapital an Jupiter-Manager, die einzelne Teilportfolios für den Fonds managen, um Mehrerträge zu generieren. Der Macro-Fonds dagegen nutzt einen vom Multi-Asset Team zusammengestellten und beaufsichtigten Aktienkorb. Dieser beinhaltet ein Ausschluss-Screening durch einen internen Aktienselektionsexperten. Die Anlagephilosophie ist über alle Multi-Asset-Strategien hinweg aber konsistent.

 

Wie investieren Sie beim Jupiter Flexible Macro konkret?

Sheikh: Anders als beim Jupiter Flexibel Income machen wir ausschließlich direkte Investments. Das heißt, wir setzen unsere Makrosichtweise zum Beispiel mit Themen-Körben, die das Multi-Asset-Team selbst managt, um. Wir können aber auch gleichzeitig auf einen Korb anderer Aktien, von denen wir nicht überzeugt sind, über Derivate short gehen. So kommen wir zu einer relativ marktneutralen Position. Oder wir können über am Markt gelistete Futures und Optionen rasch Risiken aus dem Portfolio nehmen. Diese Beispiele zeigen, dass wir hier einen wirklich flexiblen und aktiven Ansatz fahren, mit dem wir schnell auf Marktänderungen reagieren können. Dies ist unserer Ansicht nach eine entscheidende Voraussetzung, um im aktuellen Umfeld eine attraktive Rendite zu erwirtschaften.

 

Welche Rolle kommt Ihnen im Management des Fonds zu?

Sheikh: Dies ist ein teambasierter Ansatz. Ohne ein Team von Experten, das über viel Knowhow verfügt, können Sie so etwas nicht erfolgreich umsetzen. Zum Beispiel haben wir mit Mark Richards, der wie ich von JP Morgan kam, einen exzellenten Aktienstrategen. Und Joseph Chapman ist ein ausgezeichneter Portfoliomanager. Ich selbst leite das Team und meine Aufgabe ist es sicherzustellen, dass wir jederzeit ein robustes Portfolio haben, mit dem wir uns wohl fühlen.

 

Herr Sheikh, vielen Dank für das Gespräch.