Nun geht es den Funklöchern an den Kragen

Wer kennt nicht die folgende Situation: Man telefoniert, plötzlich reißt die Verbindung ab - kein Netz mehr. In manchen Regionen scheint es, als würde man überhaupt von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Ist es tatsächlich möglich, dass es im Jahr 2018 noch immer riesige Funklöcher in der Bundesrepublik gibt? Ja.

In ganz Deutschland gibt es sogenannte Funklöcher, die für das vorzeitige Ende des Telefonats sorgen. In Niedersachsen wurden nun Betroffene um ihre Mithilfe gebeten - schlussendlich gibt es hier zwischen den realen Bedingungen und den Angaben der Mobilfunkbetreiber die größten Diskrepanzen.

 

Investitionssumme soll bei über einer Milliarde Euro liegen

Mit dem hat selbst Wirtschaftsminister Bernd Althusmann von der CDU nicht gerechnet - 8.956 Personen haben sich bei ihm gemeldet und über Probleme mit dem Mobilfunknetz berichtet. Nun soll es neue Verhandlungen mit den Netzbetreibern geben. „Die erheblichen Lücken müssen unbedingt geschlossen werden“, so der Wirtschaftsminister. Bis Ende 2019 sollen die Funklöcher verschwunden sein. Den Fahrplan will der Wirtschaftsminister nach der Sommerpause präsentieren - inklusive konkreter Maßnahmen und den Zeitplänen. „Nach ressortinterner Abstimmung wird es dann einen Masterplan geben, den wir Anfang August präsentieren wollen.“ Über eine Milliarde Euro sollen investiert werden - 850 Millionen Euro befinden sich im Haushaltsentwurf für das Jahr 2019. Noch in diesem Jahr soll es für 100 Millionen Euro eine verbesserte Breitband-Infrastruktur geben. Das Ziel? Ende 2019 sollen mindestens 97 Prozent aller Haushalte im 4G-Netz sein.

 

Bis 2021 sollen 99 Prozent aller deutschen Haushalte 4G zur Verfügung haben

Die Bundesregierung geht davon aus, dass - natürlich regionsabhängig - zwischen 93,3 Prozent und 100 Prozent aller deutschen Haushalte mit Mobilfunk versorgt werden. Schon jetzt gilt die Verpflichtung für die Netzbetreiber, bis Anfang 2020 in 98 Prozent der deutschen Haushalte mobiles Breitband zur Verfügung zu stellen. Eine Bedingung, die im Zuge der Breitband-Frequenz-Versteigerung 2015 auferlegt wurde. Doch es soll noch einen Schritt weiter nach vorne gehen: 2021 sollen bundesweit 99 Prozent mit Breitband versorgt werden. Zuvor müssen aber noch viele „weiße Flecken“ bezüglich 4G ausgebügelt werden. Aktuell gibt es um die 1.000 Standorte, die aufgerüstet oder neu geschaffen werden müssen.