Nutzt Telekom Position bei 5G - Versteigerung?

Der 5G-Mobilfunkstandard wird für schnelleres Internet in Deutschland sowie eine Flächendeckung sorgen. Nun hat die Bundesnetzagentur die konkreten Bedingungen zur Versteigerung der begehrten Mobilfunk-Frequenzen vorgelegt. Demnach soll diese bereits im kommenden Jahr stattfinden.

Jüngst hat die Bundesnetzagentur die Bedingungen für die Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen vorgestellt. Demnach sollen die Mobilfunkbetreiber bis 2022 sicherstellen, dass mindestens 98 Prozent der deutschen Haushalte eine Datenverbindung von 100 Megabit pro Sekunde erhalten. Zudem plant die Bundesnetzagentur die Versteigerung im kommenden Jahr. Laut den Aussagen eines Sprechers der Bundesnetzagentur steht nun fest, dass die Behörde relevante Eckdaten an den Beirat übermittelt hat. Diese anspruchsvollen Auflagen sollen für eine verbesserte Netzabdeckung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt sorgen.

Etwas überraschend ist die avisierte Netzabdeckung von 98 Prozent, denn dies ist keine großflächige Abdeckung Deutschlands. Die fehlenden zwei Prozent beziehen sich auf ländliche Regionen, welche schwer zugängliche Haushalte beinhalten. Eine Abdeckung dieser Haushalte würde für die Konzerne kaum einen finanziellen Mehrwert bieten. Aus diesem Grund stand die Erschließung dieser Regionen mehrfach zur Diskussion. Ulrich Lange, der Unions-Bundestagsfraktionsvize der CSU, monierte nun das Konzept der Bundesnetzagentur. Dieses weiche demnach von dem einstimmig verabschiedeten Plan des Beirats der Bundesnetzagentur ab und ist zudem weniger ambitioniert. Das aktuelle Vorhaben werde die digitale Spaltung Deutschlands fördern und dürfe daher schlichtweg nicht zugelassen werden.


Bundesnetzagentur rechnet mit großflächiger Netzabdeckung

Laut der Bundesnetzagentur müsste jeder Netzbetreiber, der einen Zuschlag zur 5G-Mobilfunkfrequenz erhält, die Auflagen der Behörde erfüllen. Das bedeutet, dass die Netzabdeckung bei mindestens 98 Prozent liegen müsse. Allerdings wird sogar eine höhere Netzabdeckung erwartet. Zudem geht aus den Auflagen hervor, dass auch Bahnstrecken mit einem hohen Fahrgastaufkommen mit einer entsprechenden Netzabdeckung versehen werden müssen. Diese liegt bei 50 Megabits pro Sekunde.

Des Weiteren müssen die Bieter in Abhängigkeit vom Frequenzbereich jeweils 500 Basisstationen aufstellen. Somit will die Bundesnetzagentur sicherstellen, dass diese für den 3,6 Gigahertzbereich sowie mindestens 500 Basisstationen für den 2 Gigahertzbereich betrieben werden. Ziel dieser Auflage ist die Vermeidung von weißen Flecken ohne Versorgung mit mobilen Internet.

Zudem wird es keine Verpflichtung für das National Roaming geben. Das National Roaming wurde stark zwischen den Netzbetreibern Telefonica, Vodafone und Deutsche Telekom sowie einem weiteren Anbieter ohne eigene Netzinfrastruktur diskutiert. Das National Roaming erlaubt es den Anbietern die Netzverfügbarkeit auch in Regionen ohne eigenes Netz sicherzustellen. Hierfür können die Anbieter das Netz eines Konkurrenten gegen ein entsprechendes Entgelt nutzen.

Bisher hat United Internet, ein Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz, dies zur Voraussetzung erklärt, um an der Versteigerung des 5G-Netzes teilzunehmen. Das Unternehmen erklärte, dass der Aufbau eines eigenen Netzes ansonsten kaum möglich sei. Vor allem zu Beginn müsse ein Zugriff auf die Mobilfunknetze der anderen Anbieter möglich sein, da ansonsten keine großflächige Netzabdeckung gewährleistet werden könne. Nun hat die Behörde eine mögliche Verpflichtung sämtlicher Netzbetreiber zur Sicherstellung des National Roamings jedoch ausgeschlossen. Dies begründet die Bundesnetzagentur mit einer fehlenden Marktmacht. Demnach müsse für eine solche Anordnung eine hohe Marktmacht der klassischen Mobilfunkanbieter vorliegen. Das Bundeskartellamt konnte bisher keine überragende Marktposition von einigen Mobilfunkanbietern feststellen, sodass ein entsprechender Erlass schlichtweg nicht gerechtfertigt sei. Gleiches gilt auch für die Bundesnetzagentur. Dabei stellte die Behörde jedoch fest, dass eine mögliche Diskriminierung einzelner Marktteilnehmer einen Eingriff der Bundesnetzagentur nach sich ziehen könnte. Losgetreten wurde die Diskussion von Ralph Dommermuth, dem Chef von United Internet. Vor allem die Deutsche Telekom würde die überlegende Marktposition ausnutzen, um den Wettbewerb zu schaden. Nun liegt es am Beirat den vorliegenden Beschluss der Bundesnetzagentur zu prüfen und über die Eckpunkte zu beraten. Eine Entscheidung des Beirats kam im Herbst dieses Jahres erwartet werden.