Oldtimer statt DAX - warum alte Autos für hohe Gewinne sorgen

Die Südwestbank AG hat den Oldtimer-Markt für sich entdeckt. 2010 schuf die Bank den Oldtimer-Index „OTX“, der bis zum Jahr 2005 rückwirkend berechnet wurde und 2017 einen Anstieg um 3 Prozent verzeichnen konnte.

Noch immer befindet sich die Welt in einem scheinbar nicht enden wollenden Zinsnotstand. Das ist auch der Grund, warum Anleger und Investoren nach Alternativen suchen. Schlussendlich fressen die festverzinslichen Anlagen das Kapital mit der Zeit auf, weil sich die Inflation oberhalb des aktuellen Zinssatzes befindet; Immobilien und Qualitätsaktien sind überteuert und somit ebenfalls keine Alternative. Nutznießer in den letzten Jahren waren hingegen Sachwerte: Weine, Kunst und Autos erlebten extreme Wertsteigerungen.


OTX erfolgreicher als DAX

Auch die Südwestbank AG hat nach Alternativen gesucht und den Oldtimer-Markt für sich entdeckt. 2010 schuf die Bank den Oldtimer-Index „OTX“, der bis zum Jahr 2005 rückwirkend berechnet wurde. In den Oldtimer-Index OTX werden nur Fahrzeuge aufgenommen, die älter als 30 Jahre sind und von süddeutschen Herstellern entworfen wurden - dazu gehören etwa die Marken BMW, Audi, Porsche, Opel und Daimler. Vergleicht man den OTX mit dem DAX, dem deutschen Leitindex, und zieht das Zeitfenster von Jahresanfang 2005 bis zum 1. Januar 2018 heran, so konnte der DAX zwar um sagenhafte 203,51 Prozent steigen, der OTX hingegen einen Wertanstieg von unglaublichen 302,63 Prozent verbuchen. Jährlich gesehen liegt der DAX bei durchschnittlich 15 Prozent, der OTX hingegen bei einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 23 Prozent. Wird hingegen nur ein Blick auf das Jahr 2017 geworfen, so konnte der OTX einen Anstieg um 3 Prozent verzeichnen. Im vergangenen Jahr kletterte auch der vom Verband der Automobilindustrie geschaffene Deutschen Oldtimer Index um 1,4 Prozent nach oben. Zu beachten ist hier jedoch, dass eine andere Ermittlung verfolgt wird. Zu den Gewinnern zählten die Besitzer von Porsche 911-Oldtimern - zwischen den Jahren 2005 und 2018 erhöhte sich der Wert in dieser Wagenkategorie um sagenhafte 682,93 Prozent. Heute liegt der Wert eines solchen Wagens bei knapp 130.000 Euro. Auch bei den BMW-Fans war die Freude groß: In der Kategorie 503/507/3200 CS gab es einen Wertanstieg um 661,03 Prozent auf über 550.000 Euro.



Anleger sollten vorsichtig sein

Wer in Oldtimer investieren möchte, der muss aber vorsichtig sein. Immer wieder gibt es Fälschungen. Interessenten sollten daher ganz genau auf Details achten und sich auch über die Anzahl der gebauten Fahrzeuge informieren. Gab es nämlich nur eine Reihe mit 300 Stück, können im Jahr 2018 nicht 500 Fahrzeuge davon auf den Markt sein. Wer sicher sein will, dass er sein Geld in keine Fälschung steckt, sollte daher unbedingt einen Gutachter zu Rate ziehen. Zu beachten sind natürlich auch die Nebenkosten - auch für einen Oldtimer muss man Steuern, die Miete für die Garage, Versicherungen und auch Wartungen bezahlen.