Opel-Chef fordert Lohnverzicht der Mitarbeiter

Der Streit über die aktuelle Sanierung des Automobilherstellers Opel wird immer brisanter. Der Vorstandsvorsitzende Michael Lohscheller fordert die Arbeitnehmer zum Verzicht auf die jüngst erstreikten Zulagen auf. Demnach wolle das Unternehmen an allen deutschen Standorten investieren, wenn die Wettbewerbsfähigkeit gesichert ist.

Lohscheller fordert Belegschaft zum Verzicht auf

Im Rahmen der aktuellen Sanierung bei Opel fordert das Management die Arbeitnehmer zum Verzicht auf. Der Opel-Chef ringt im aktuellen Streit um Zugeständnisse der Belegschaft. Werden diese nicht gemacht, so bestehe in Zukunft keine Chance für den Automobilhersteller die deutschen Werke wettbewerbsfähig auszurichten. Hierbei geht es vor allem um die Anrechnung der übertariflichen Zulagen, welche im Rahmen der Tarifrunde getroffen wurden. Die aktuelle Schieflage stehe in einem Konflikt mit der übertariflichen Zahlung, welche viele Bereiche des Unternehmens betrifft. Insbesondere die hohe Belegschaftsanzahl macht diese Unterfangen zu einer teuren Angelegenheit für das Unternehmen.
 

Geplante Investitionen nur bei einer Wettbewerbsfähigkeit möglich

Laut Lohscheller sind Investitionen in alle deutschen Standorte geplant, sobald die Wettbewerbsfähigkeit gesichert wurde. Konkret verlangt der Vorstandsvorsitzende, dass die geplante Tariferhöhung um 4,3 Prozent gestundet wird. Der Betriebsrat und die IG Metall hat diesen Vorschlag bereits mehrfach abgelehnt. Ab diesem Monat erhalten die Angestellten die geplante Zulage.

Die IG Metall unterstellt der Unternehmensführung, dass diese die Belegschaft mit einem angedrohten Stellenabbau unter Druck setzt. Hierbei geht es vor allem um die Auslastung der deutschen Werke und Zugeständnisse durch die Arbeitnehmervertretung. Laut den Aussagen Wolfgang Schäfer-Klugs, der aktuelle Betriebsratvorsitzende, sehen die aktuellen Vorschläge der neuen Konzernmutter PSA für das Werk in Eisenach lediglich den Bau eines Fahrzeugmodells vor. Somit würde dies zur Halbierung der dortigen Belegschaft auf 700 bis 1.000 Mitarbeiter führen. Um die Marke für die Zukunft fit zu machen, muss Opel unter der neuen Konzernmutter PSA massive Kostensparmaßnahmen einführen.

In die aktuelle Diskussion mischt sich auch der IG-Metall-Chef Jörg Hoffmann ein. Er fordert, dass PSA endlich verdeutlicht, wie die Einführung neuer Produkte bei Opel Marktanteile gewinnen soll. Zudem kritisiert er, dass die Konzernführung keine Antworten anbietet, sondern lediglich Drohungen, welche sich auf einen Stellenabbau konzentrieren, von sich gibt. Vor allem die mangelnde Strategie stößt bei der IG Metall sauer auf.