Operation Flugzeug- Leasing: Hifly vermietet gebrauchte Riesenflieger

Beim ersten offiziellen Hifly-Kunden handelt es sich um Thomas Cook Airlines Scandinavia. Der gebrauchte Airbus A380 flog demnach von der portugiesischen Stadt Beja nach Kopenhagen. Bei Beja handelt es sich um den offizielle Unternehmenssitz von Hifly. Noch am gleichen Tag flog die Maschine mitsamt Touristen nach Larnaka. Anschließend trat das Flugzeug den Rückflug nach Kopenhagen an. Die Besonderheit hierbei ist der Umstand, dass es sich um den ersten offiziellen Einsatz eines gebrauchten Airbus A380 handelt. Auch am Donnerstag fanden weitere Flüge statt. Diese gingen von Oslo nach Palma de Mallorca.

Thomas Cook Airlines Scandinavia suchte kurzfristig nach Ersatz, denn aktuell gibt es aufgrund der Urlaubszeit in Europa kaum noch Mietflugzeuge. Vor allem die IT-Probleme am Flughafen von Rhodos sorgten für einen schnellen Bedarf an neuen Maschinen. Durch das Angebot von Hifly konnte die Thomas-Cook-Tochter am Mittwoch und Donnerstag zahlreiche Urlauber zwischen Kopenhagen und Zypern und zwischen Oslo und Palma de Mallorca transferieren. Die Flüge waren dabei jedoch nicht ausgelastet und ein weiterer Einsatz dieser Alternative sei laut den Aussagen von Thomas-Cook nicht geplant. Grundsätzlich greift Thomas Cook immer wieder auf Flugzeuge von Vermietern wie Hifly zurück. Dies trifft insbesondere in Engpassphasen zu.

 

Kein langfristiger Kunde bei Hifly in Sicht

Der Thomas-Cook-Konzern bestätigte jedoch auch, dass eine langfristige Partnerschaft mit dem portugiesischen Anbieter gebrauchter Flugzeuge nicht geplant sei. Stattdessen könnte die norwegische Billig-Airline Norwegian einer potenzieller Kunde sein. Laut den Angaben des Hifly-Chefs Paulo Mirpuri, sei das Interesse an der A380- Maschine vergleichsweise groß und mehrere Fluglinien würden nach einem langfristigen Mietvertrag fragen.

Das Geschäftsmodell von Hifly besteht in der Vermietung des Flugzeugs mitsamt der Besatzung sowie der Wartung und Versicherung. Das Angebot soll insbesondere in Engpassphasen wahrgenommen werden. Das Unternehmen verfügt über den ersten Riesenflieger überhaupt und bietet dessen Miete an. Das Flugzeug wurde widerrum von der Fondsgesellschaft Doric geleast. Die vereinbarte Leasingrate besteht aus einem fixen und einem variablen Teil, der sich nach der Anzahl der Einsätze richtet. Zuvor wurde das Flugzeug von der Singapore Airlines geleast, der Vertrag jedoch nicht verlängert.

Die asiatische Fluglinie gab auch zwei weitere A380 nach dem Leasingende zurück. Diese sollen allerdings in ihre Einzelteile zerlegt und diese anschließend verkauft werden. Für Flugzeuge sind diese Maschinen als jung einzuordnen. Mit einer Zerlegung der Flugzeuge in ihre Einzelteile erwartet die Fondsgesellschaft Dr. Peters eine überdurchschnittliche Rendite. Bereits im Voraus wurden deutsche Anleger kontaktiert. Im Rahmen dieses Kontaktersuchens wurden verschiedene Verfahrensweisen aufgezeigt, die zur Maximierung der Rendite dienen sollen. Die Investoren stimmten zwar einem Verkauf zu, doch die Verhandlungen mit den anderen Fluggesellschaften scheiterten. Insbesondere eine Übernahme des Leasingvertrags oder ein Verkauf standen im Raum. Laut den vorliegenden Informationen sollten die Flugzeuge an Hifly, British Airways oder Iran Air verkauft werden. Bereits im Laufe des kommenden Jahres plant Hifly mit dem Erwerb eines zweiten A380. Diese sollen in den Urlaubszeiten gemietet werden und einen höheren Ertrag generieren.