Paketbomben an Trump-Kritiker

Da es nur zu einer Versendung an Demokraten, deren Unterstützer und dem vom Trump ungeliebten TV-Sender CNN kam, lag der Schluss nahe, dass es sich um eine gezielte Aktion gegen unliebsame Gegner handelt. Nach ersten Ermittlungen konnten die Fahnder erkennen, dass die Bomben alle über das Postzentrum in Opa-locka liefen. Die zuständige Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen konnte bestätigen, dass wohl die meisten Bomben im Bundesstaat Florida in den Paketkreislauf gerieten, weshalb die Chancen hoch sind, dass sie von dort stammen. Welche weiteren Ermittlungsergebnisse es in diesem Zusammenhang gibt, ist noch nicht bekannt. Polizeitaktische Gründe sind dafür ausschlaggebend. Die Ermittler möchten nicht, dass der gesamte Kenntnisstand an die Öffentlichkeit gerät, da dies ihre Arbeit erschwert. Auch können die Täter auf diese Weise herausfinden, ob man ihnen auf der Spur ist.


Es gibt jedoch auch Details, die veröffentlicht wurden. Sie sollen dabei helfen, dass es zu keinem Unglück kommt und die Bürger wachsam sind. So kam es zu einer genaueren Beschreibung der Umschläge und des Aussehens. Es handelt sich dabei um gepolsterte Couverts, auf denen jeweils sechs Briefmarken aufgebracht sind. Bei fünf dieser getarnten Rohrbomben kam es zur Angabe eines Absenders. Man wollte den Verdacht auf die demokratische Abgeordnete Debbie Wasserman Schultz lenken. Sie war außerdem zwischen 2011 und 2016 die Chefin der demokratischen Partei. Es kam zu einem maschinellen Aufdruck der Adressen, weshalb es keine Hinweise auf eine Handschrift gibt. Durch einen Abgleich des Schriftbildes mit Datenbanken wollen die Fahnder zumindest herausfinden, welches Druckermodell zum Einsatz kam.


Weitere Details zum vermeintlichen Terrorakt

Der FBI-Vizechef William Sweeney gab bekannt, dass Hunderte Agenten im Einsatz sind und es zur Ausnutzung aller Kapazitäten und Ressourcen kommt, damit die Gefahr schnell gebannt ist. Er wies darauf hin, dass die Behörden nicht ausschließen können, dass noch Briefe mit gefährlichem Inhalt unterwegs sind und ihre Ziele noch nicht erreicht haben. Ein Verantwortlicher des Postdiensts USPS erklärte am Donnerstag, dass derzeit keine weiteren verdächtigen Gegenstände gefunden wurden. Selbstverständlich sind die Angestellten zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.
Bill de Blasio, der Bürgermeister von New York geht davon aus, dass es nur einen Täter oder Täterkreis gibt, der für dieses Bedrohungsszenario verantwortlich ist.


Auch der ehemalige Vizepräsident Joe Biden, der unter Barack Obama diente, sowie der Filmstar Robert de Niro bekamen gefährliche Zusendungen. Beide hatten in der Vergangenheit Trump scharf angegriffen. Die Sprengvorrichtungen glichen in ihrer Bauweise denen, die schon Hillary Clinton und Barack Obama erhielten. Damit gibt es schon acht potenzielle Opfer und zehn Paketbomben, welche Spezialisten aus dem Verkehr zogen und unschädlich machten. Glücklicherweise gab es bis jetzt keinen Toten oder Verletzten.


Noch ist nicht klar, wie wirkungsvoll die Sprengsätze waren und wie viel Schaden durch eine Explosion entstanden wäre. Nach ersten Meldungen handelt es sich um eine „rudimentäre Bauweise“. In einem Fall ist wohl Schwarzpulver zum Einsatz gekommen, das mit Glassplittern versetzt, in ein PVC-Rohr gepackt und mit einem Zünder verbunden wurde. Es ist noch nicht sicher, ob alle Sendungen gefährlich waren, oder ob auch Blindgänger bzw. Attrappen unter ihnen waren. Zuverlässige Quellen sprechen davon, dass die Baupläne dafür im Internet für jeden zugänglich sind.