Patentantrag: Apple arbeitet an einem digitalen Ausweis

Das Apple-Patent wurde am 30. März beim Patentamt der Vereinigten Staaten (USPTO) hinterlegt und letzten Donnerstag veröffentlicht. Aus dem Dokument geht hervor, wie die Identifikation des Nutzers funktionieren soll. Die Daten, die zur Identifikation notwendig sind, werden auf einem speziellen Chip im iPhone gespeichert. Dieser Chip wird als „Secure Element“ bezeichnet, speichert die Accountnummer des Gerätes und wird auch für das Zahlungssystem Apple Pay genutzt. Die Daten auf dem Chip sollen durch RFID-basierten Kurzstreckenfunk über einen RFID-Leser übertragen werden. Es ist eine sehr kurze Distanz zwischen den Geräten notwendig, damit der RFID-Leser auf die Daten des Chips zugreifen kann. Zudem muss der Apple-Nutzer den Zugriff genehmigen. Damit könnte das Gerät nicht nur Daten speichern, sondern diese auch, um den Nutzer zu identifizieren, an Behörden senden.

 

Die Umsetzbarkeit eines e-Passports

Die Anmeldung des Patentes ist zwar eine richtungsweisende Entwicklung, dennoch handelt es sich um futuristisch anmutende Pläne des Großunternehmens. Apple verfügt über die technischen Möglichkeiten, dieses Projekt umzusetzen, aber dafür wäre eine Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden notwendig. Diese müssten die Identifikation durch das iPhone akzeptieren und zudem technisch in der Lage sein, die Daten zu erfassen und zu verarbeiten. Die RFID-Technik wird zwar von vielen Geräten verwendet, doch nicht alle Behörden verfügen über die technische Ausstattung. Eine Aufrüstung der nutzenden Behörden wäre notwendig.
Auch Sicherheitsbedenken müssten geklärt werden. Da der Apple-Nutzer dem Zugriff auf seine Daten zustimmen muss, sind schon einige Schwachstellen der Technologie beiseitigt.

 

Verwendungsmöglichkeiten für Unternehmen

Die Technik von Apple wird zeitnah noch nicht von Behörden zur Identifikation genutzt werden. Allerdings könnten Unternehmen die Technik verwenden, um Mitarbeiter elektronisch zu identifizieren und ihnen somit den Zugang zu bestimmten Unternehmensbereichen zu ermöglichen. Dies setzt jedoch voraus, dass jeder Mitarbeiter ein iPhone hat.
Es ist nicht bekannt, wann Apple die neue Technik veröffentlichen wird.