Plant Barclays einen eignen Krypto-Handelsplatz?

Laut Insidern untersucht die britische Barclays Bank zum aktuellen Zeitpunkt die Möglichkeiten zur Einrichtung eines eigenen Kryptowährungs-Handelsplatzes. Mit solch einem Schritt würde die britische Bank eine Position als Vorreiter bei einer neuen Geschäftsaktivität einnehmen.

Nach den Aussagen der Insider habe die britische Großbank lediglich eine Einschätzung für die mögliche Nachfrage und die Realisierbarkeit des Projekts abgegeben. Auf eine konkrete Nachfrage betonte Barclays jedoch, dass solche Aktivitäten in naher Zukunft nicht geplant seien. Allerdings betonte Andrew Smith, ein Sprecher des Unternehmens, dass die Marktentwicklungen ständig beobachtet werden und die Bedürfnisse der Kunden permanent abgefragt werden.

Eine solche Entwicklung müsste aufgrund einer neuen Aktiva-Kategorie, welche als Risiko- und Compliance-Anforderungen bezeichnet wird, zudem vom Chef der Investmentbank abgesegnet werden. Neben Tim Throsby wäre jedoch auch die Zustimmung von Jes Staley, dem Chief Executive Officer (CEO) der Bank, notwendig. Doch auch die generelle Aussicht auf solch eine Unternehmensaktivität bei einer europäischen Großbank sind eher verhalten. Bisher hat keine große Bank mit einem Sitz in den USA solch einen Plan verlauten lassen.

 

Nachfrage durch Hedgefonds

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es eine reichliche Nachfrage nach passenden Kryptowährungs-Handelsplätzen gibt. Insbesondere Hedgefonds, welche sich auf den Handel mit Kryptowährungen spezialisiert haben, sind derzeit aktiv auf der Suche nach Großbanken, die Transaktionen durchführen und zudem die digitalen Vermögenswerte verwahren. Als nenomiertes Beispiel kann Prime-Broker angeführt werden, ein Unternehmen, welches ein ähnliches Geschäftsmodell in Verbindung mit anderen Wertpapieren bietet. 

Das mangelnde Angebot führte schlussendlich auch dazu, dass einige Vermögensverwalter nicht in die Kryptowährungen investierten konnten. Insbesondere die harten Regeln, welche es Fonds verbieten, in nicht regulierten Märkten zu investieren, haben den Handel und das Anlegen in die neuen Anlageklassen unterbunden.

Doch die Nachfrage der Hedgefonds könnte auch in Zukunft weiter ansteigen, denn gab es zu Beginn von 2017 lediglich 37 Hedgefonds, welche ihre Geschäftsaktivität auf Kryptowährungen spezialisierten, so existieren mittlerweile 226 Hedgefonds. Insbesondere der rasante Kursanstieg des Bitcoins sorgte dafür, dass viele neue Fonds gegründet wurden.

 

Furtures ermöglichen Investitionen in Kryptowährungen

Während der direkte Handel mit Kryptowährungen bei klassischen Banken zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich ist, bieten diese jedoch oftmals entsprechende Future-Kontrakte an. Bei einem Future handelt es sich um ein Zertifikat, welches auf die Zukunft ausgerichtet ist und einen Einkaufs- oder Verkaufswert bestimmt. Auf diesen Preis kann anschließend gesetzt werden, sodass eine hohe Rendite erzielt wird. 

Zum aktuellen Zeitpunkt werden insbesondere die Futures der CME Group Inc sowie der GBOE Global Inc. am Markt angeboten. Interessierte Investoren sollten bei solchen Produkten jedoch einen genauen Blick auf die Kosten werfen, denn diese können besonders hoch sein und somit die Renditen senken. Da die Produkte zudem extrem risikoreich sind, verlangen einige Banken eine Sicherheit von bis zu 100 Prozent.

Mit Goldman Sachs hat sich zudem eine Bank gefunden, die an dem Wachstum der digitalen Währungen teilhaben möchte und einen entsprechenden Handelsplatz entwirft. Dieser soll bereits im Juni des Jahres zur Verfügung stehen. Doch bevor dies geschieht, müssen Fragen rund um die Sicherheit geklärt werden.