Plant Facebook die Übernahme von Coinbase?

Am 26. Juni gab Facebook bekannt, Werbung für Kryptowährungen wieder zuzulassen. Dieser Schritt befeuert Gerüchte, der Social-Media-Riese wolle die amerikanische Kryptobörse Coinbase kaufen und plane, eine eigene Kryptowährung auf den Markt zu bringen.

Es war eine kurze Randnotiz in einem langen Artikel über die Schwierigkeiten von Tech-Startups in einem von Giganten wie Google und Facebook beherrschten Markt. Die britische Wochenzeitung "The Economist" erwähnte Gerüchte, Facebook wolle Coinbase übernehmen. Kaum jemand nahm die Meldung zur Kenntnis. Doch letzte Woche erhielten die Spekulationen um die Coinbase -Übernahme neuen Auftrieb. Denn am 26. Juni gab Rob Leathern, Produktmanagement-Direktor bei Facebook, bekannt, sein Arbeitgeber werde ab sofort das Werbeverbot für Kryptowährungen lockern.

Das Verbot hatte Facebook im Januar erlassen, um die Nutzer besser vor Betrug und Irreführung zu schützen. Experten vermuten, dass es unter massivem Druck von FBI und anderen Behörden zustande kam.

 

Facebook mit eigener Blockchain-Einheit

Nun erlaubt Facebook die Werbung für Kryptowährungen also wieder. Wer eine entsprechende Anzeige schalten will, muss jedoch ein Antragsformular ausfüllen und sich auf Herz und Nieren prüfen lassen. Facebook verlangt etwa Auskunft über Behördenzulassungen, Börsennotierungen und ähnliches. Anzeigen zu ICOs und binären Optionen bleiben weiterhin verboten.

Die neue Offenheit von Facebook gegenüber Kryptowährungen weckt Fragen: Ist sie, wie die Gerüchte vermuten, der erste Schritt zur Übernahme von Coinbase? Und plant Facebook gar, eine eigene Kryptowährung zu schaffen? Tatsache ist, dass der Social-Media-Betreiber im Mai ankündigte, eine Blockchain-Einheit zu gründen. Das bedeutet für sich alleine genommen nichts. Viele Unternehmen untersuchen zurzeit, ob und wie sie die Blockchain-Technologie in ihr Geschäftsmodell einbauen können. Ein Detail an der damaligen Mitteilung lässt allerdings aufhorchen: Chef der neuen Blockchain-Einheit ist David Marcus, vormaliges Geschäftsleitungsmitglied von Coinbase.

Für Facebook könnte die Übernahme von Coinbase durchaus Sinn ergeben. Soziale Medien lassen sich – wie der chinesische Messenger-Dienst WeChat beweist – auch als Zahlungsnetzwerke verwenden. Zudem sind Kryptowährungen und die Blockchain einer der wenigen Bereiche der Internetbranche, die noch nicht von Google, Amazon, Apple – oder Facebook – dominiert werden. Und nicht zuletzt würde sich das soziale Netzwerk durch die Coinbase-Übernahme den Zugang zu einer großen Zahl von Blockchain-Experten sichern. Solche Experten sind derzeit am Markt schwer zu finden.

 

Will Coinbase?

Coinbase hatte im vergangenen November mehr als 13 Millionen Nutzer. Das erst sechsjährige Unternehmen erzielte 2017 einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar. Im Rahmen eines Aktientausches bei einer Übernahme bezifferte Coinbase seinen eigenen Marktwert auf acht Milliarden Dollar. Zu diesem Preis wäre die Kryptobörse für Facebook zwar kein Schnäppchen. Für den Kauf von Whatsapp war der Konzern aus dem kalifornischen Menlo Park indessen bereit, fast den zweieinhalbfachen Betrag aufzuwenden.

Eine andere Sache ist, ob Coinbase überhaupt verkaufen will. Der Kryptomarkt steht erst am Anfang und dürfte noch ein erhebliches Entwicklungspotenzial haben. Verläuft die Entwicklung erfolgreich, könnte Coinbase zu einem neuen Internetgiganten neben Google, Amazon, Apple und Facebook aufsteigen. Die bisherige Akquisitionspolitik der Kryptobörse spricht überdies eher gegen deren Verkaufswillen. Bisher haben weder Facebook noch Coinbase zu den Übernahmegerüchten Stellung genommen.

Will Coinbase?Coinbase hatte im vergangenen November mehr als 13 Millionen Nutzer. Das erst sechsjährige Unternehmen erzielte 2017 einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar. Im Rahmen eines Aktientausches bei einer Übernahme bezifferte Coinbase seinen eigenen Marktwert auf acht Milliarden Dollar. Zu diesem Preis wäre die Kryptobörse für Facebook zwar kein Schnäppchen. Für den Kauf von Whatsapp war der Konzern aus dem kalifornischen Menlo Park indessen bereit, fast den zweieinhalbfachen Betrag aufzuwend