Porsche Mitarbeiter in Untersuchungshaft wegen Abgasskandal

Der Dieselskandal, welcher den Volkswagenkonzern seit September 2015 in Atem hält, verzeichnet eine nächste Schlagzeile. Im Zuge der jüngsten Ermittlungen wurde ein Mitarbeiter von Porsche in Untersuchungshaft genommen. Der Vorstandschef des Sportwagenherstellers richtet sich in einem Brief an die gesamte Porsche-Belegschaft.

Festnahme nach Razzia bei Porsche

Ein Manager des Sportwagenherstellers wurde im Rahmen einer Razzia wegen des Dieselskandals festgenommen und befindet sich nun in Untersuchungshaft. Am Freitag richtete sich der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume an die Mitarbeiter und informierte diese. 

Als Grund für die Festnahme gaben die Behörden eine Verdunkelungs- sowie Fluchtgefahr an. Die bestehenden Vorwürfe weist Porsche entschieden zurück. Zudem waren die Staatsanwaltschaft und das Stuttgarter Gericht nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die aktuellen Ermittlungen richten sich dabei insbesondere gegen zwei Mitarbeiter sowie einen ehemaligen Mitarbeiter der Porsche AG. Einer der Mitarbeiter ist zudem ein amtierendes Vorstandsmitglied. Der aktuelle Verdacht bezieht sich auf Betrug und strafbare Werbung. Hierbei handelt es sich um eine manipulierte Abgasreinigung bei Fahrzeugen mit Dieselaggregat. Am vergangenen Mittwoch führten rund 200 Staatsanwälte und Polizisten Razzien an mehreren Standorten von Porsche und Audi durch. Porsche bezieht die betroffenen Dreiliter Dieselmotoren von der Konzernschwester.


Anklage wirft dem Unternehmen Kenntnis über die Manipulation vor

Wie Blume im Brief an die Mitarbeiter mitteilt, unterstellt die Staatsanwaltschaft in der Anklage den drei Angeklagten sowie dem Unternehmen Kenntnis von der Manipulation. Das Unternehmen weist diesen Vorwurf entschieden zurück und tut das Möglichste, um die aktuelle Situation zu entschärfen.

Im Rahmen der Razzien wurden mehrere Porsche-Standorte durchsucht. Hierzu gehört auch die Firmenzentrale in Zuffenhausen sowie das Entwicklungszentrum in Weissach. Ziel der Razzien war die Sicherstellung von Unterlagen und Daten, welche sich auf den Firmenrechnern befinden. Neben Porsche war auch die Premiummarke Audi betroffen, denn diese ist für die Entwicklung und Produktion von Dieselmotoren zuständig. Der Sportwagenhersteller produziert keine eigenen Dieselmotoren. Seit September des vergangenen Jahres befindet sich ein Motorentwickler, der anschließend zum Vorstand bei Porsche berufen wurde, in Untersuchungshaft.

Oliver Blume rief die Mitarbeiter im Brief dazu auf, sich nicht von der aktuellen Berichterstattung verunsichern zu lassen. Der Vorstand setze aktuell einen Fokus auf die Aufklärung des Sachverhalts. Mitarbeiter würden eventuell im privaten Umfeld auf die aktuellen Untersuchungen angesprochen und sollen sich nicht verunsichern lassen.


Porsche mit Wachstum in den vergangenen Jahren

Dass sich das Geschäft bei Porsche durchaus positiv entwickelt, beweisen die Zahlen des letzten Geschäftsjahres, denn das vergangene Geschäftsjahr gilt als das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz der Marke auf 246.000 Fahrzeuge an. Hierdurch konnte ein Umsatz von 23,5 Milliarden Euro erreicht werden. Diese Absatzzahl entspricht einem Umsatzwachstum um fünf Prozent. Doch auch das operative Ergebnis konnte sich verbessern. Hier erzielte das Zuffenhausener Unternehmen ein Plus von sieben Prozent. Die Rendite beläuft sich auf 17,6 Prozent, sodass die Marke innerhalb des Konzerns besonders profitabel ist.

Bereits zum Ende März teilte das Unternehmen mit, dass die Mitarbeiter eine Rekordprämie erhalten. Die Sonderzahlung beläuft sich auf 9.300 Euro und wird an jeden Mitarbeiter gezahlt. Zusätzlich erhalten alle Mitarbeiter einen Jubiläumsbonus von 356 Euro, welcher im Rahmen des siebzigjährigen Bestehens gezahlt wird.