Porsche SE muss Millionen Schadenersatz zahlen

Eine Zivilkammer im Landgericht Stuttgart musste darüber befinden, ob Porsche im Zuge der Affäre seine Anleger nicht rechtzeitig über mögliche Folgen informiert hat. Dies war nach der Meinung der Richter der Fall. So habe Porsche gegen wichtige Publizitätspflichten verstoßen. Dies geht vor allem zu Lasten des ehemaligen Vorsitzen Winterkorn, der inzwischen nicht mehr im Vorstand der Marke zu finden ist. Dabei scheint die Schadenssumme sich auf rund 50 Millionen Euro zu belaufen. Alleine rund drei Millionen gehen in einen Fonds der britischen Stadt Wolverhampton. Auch andere Anleger werden in der Höhe von rund 43 Millionen Euro entschädigt. Konkret geht es darum, dass Porsche nicht rechtzeitig über die möglichen Folge der Verstöße in der Dieselaffäre informiert habe und die Anleger daher keine Vorbereitungen auf unvermeidbare sinkende Kurse bei der Marke treffen konnten. 

Problem ist hierbei auch die Verknüpfung zwischen VW-Konzern und der Porsche SE. Die Anteile an den beiden Unternehmen waren schon in früheren Zeiten in rechtlichen Streitigkeiten ein Problem. Porsche SE hat darüber hinaus angekündigt, dass sie sich mit einem möglichen Urteil nicht abfinden würden und wollen nun in Berufung gehen. Die Argumentation der Kläger stützte sich vor allem darauf, dass Winterkorn, der zu diesem Zeitpunkt VW-Chef und somit auch Chef im Porsche-Konzern war, frühzeitig über die Probleme informiert war und entsprechend hätte handeln müssen. Eine Gewinnwarnung hätte vermutlich schon im Jahr 2014 ergehen müssen. Die Konzerne hingegen verwiesen darauf, dass es zwischen den unterschiedlichen Firmen im Konsortium von VW und der Porsche SE eine Verschwiegenheit gibt. Es werden keine sensiblen Informationen ausgetauscht, um keine Konflikte zu verursachen. 

Sollte das Verfahren in Berufung gehen, dürften sich die nachfolgenden Gerichte auch mit der Frage beschäftigen, ob das Gericht in Stuttgart überhaupt für den Fall zuständig ist. Derzeit laufen verschiedene Klagen gegen Porsche und gegen VW. Auch in Braunschweig läuft ein Musterverfahren gegen den Konzern, das in Folge dessen auch der Porsche SE zugeschrieben werden könnte.