Private Equity: Das Geld muss arbeiten

Seit 2014 summieren sich die Kapitalzuflüsse bei Private Equity auf 3,7 Billionen US-Dollar. Und dieses Vermögen muss entsprechend angelegt werden. Gerade Top-Fonds haben aber kein Problem, passende Assets zu finden.

Wann erwirtschaftet ein Vermögen Rendite? Richtig, wenn es arbeitet. Und wann wird ein Vermögen eben keine Gewinne abwerfen? Ebenso richtig, wenn es nicht arbeitet, also nicht angelegt wird. Während in der klassischen liquiden Vermögensverwaltung gerne ein gewisser Vermögensteil in Cash gehalten wird – beispielsweise nach Gewinnmitnahmen und/oder um bei einer Korrektur günstige Einstiegschancen zu ermöglichen – ist nicht investiertes Vermögen immer dann ein Problem, wenn einfach nicht genügend Assets zur Verfügung stehen, um das Geld anzulegen.

Will heißen: Wird (zu) viel Geld als Liquiditätsreserve gebunkert, reduziert das natürlich die Rendite. Zu beobachten ist dies beispielsweise vermehrt bei offenen Immobilienfonds, denen die Objekte für ihre Investments ausgehen. Dabei kommen mittlerweile horrende Summen zusammen. So haben zum Beispiel 18 von Scope untersuchte offene Immobilienfonds zuletzt eine Liquidität in Höhe von insgesamt 17,5 Milliarden Euro gehalten. Im Private-Equity-Bereich ist die überschüssige Liquidität, die im Beteiligungsmarkt als „Dry Powder“ bezeichnet wird, als „trockenes Pulver“ also, noch höher: Wie dem „Global Private Equity Report“ von Bain & Company zu entnehmen ist, kommt die Private-Equity-Welt auf rund zwei Billionen US-Dollar. Zugleich warb die Branche im Jahr 2018 Neuvermögen in Höhe von 714 Milliarden US-Dollar ein, seit 2014 summieren sich die Kapitalzuflüsse auf 3,7 Billionen US-Dollar. Und dieses Vermögen muss entsprechend angelegt werden.

 

Branchenkenner verbreiten Optimismus

Das aber scheint aktuell gar nicht so einfach. Laut dem „Global Private Equity Report“ seien die Bewertungen und damit auch die Preise für Beteiligungen sowie der Wettbewerb um verfügbare Anlagen generell hoch, während der Weltkonjunktur aber eine Abkühlung drohe. Diese Faktoren seien dafür verantwortlich, dass die Private Equity-Fonds weniger Käufe stemmen als noch in der Vergangenheit. 2018 zählte die Unternehmensberatung dementsprechend 13 Prozent weniger Buy-outs als im Vorjahr.

Nichtsdestotrotz verbreiten Branchenkenner Optimismus. Etwa Steve Roberts, Private Equity Leader bei der Beratungsgesellschaft PwC: Die Gesellschaften seien bestens dafür aufgestellt, Transaktionen zu tätigen, und führende Häuser wie Cinven, CVC und Permira sammeln zig Milliarden Euro für neue Flaggschiff-Fonds ein. Laut der PwC-Studie „Private Equity Trend Report 2019“ seien allen voran deutsche Private Equity-Gesellschaften positiv für 2019 gestimmt. Rund 60 Prozent der Befragten gehen von besseren Geschäften aus. Dabei wollen sie vor allem mehr Geld investieren, um mehr Investmentziele zu realisieren. Fast 80 Prozent der Häuser sehen 2019 eine Steigerung bei den Investitionen im Vergleich zu 2018.

Auch Secondary-Zielfonds im Fokus

Bei diesen sehr erfolgreichen und langjährig etablierten Fonds werde das Vermögen der Anleger über die Jahre hinweg in substanzstarke Unternehmen angelegt über Manager, Strategien, Regionen und Auflagejahre diversifiziert. „Die über unseren Partner HQ Trust zugänglich gemachten Fonds haben aufgrund ihrer Größe und der Kompetenzen und Netzwerke ihrer Manager weniger Schwierigkeiten, interessante Assets zu finden und das Fondsvermögen wirklich auch arbeiten zu lassen. Die Zielfonds rufen das Kapital zudem nur dann ab, wenn sie Unternehmen zur Übernahme identifiziert haben. Darüber hinaus beteiligt sich der Fonds auch an Secondary-Zielfonds. Diese Fonds sind darauf spezialisiert, laufende Beteiligungen von anderen Private Equity-Fonds, die vor ihrem Laufzeitende stehen, zu besonders günstigen Preisen zu übernehmen.“