Private-Equity-Gesellschaften wollen Versicherer unterstützen

Die aktuellen Niedrigzinsen sind nicht nur für die Privatanleger eine negative Entwicklung. Vor allem die europäischen Versicherer leiden aufgrund der Niedrigzinsphase. Dies führt zu geschmälerten Anlageerträgen. Ein Ausweg möchten die Private-Equity-Gesellschaften aufzeigen.

Die Niedrigzinspolitik der EZB sorgt für sinkende Renditen bei Versicherungen und Banken. Um die sinkenden Anlageerträge der Versicherungen aufgrund der negativen Zinsen zu stoppen, engagieren sich immer mehr Beteiligungsgesellschaften in den Versicherungstransaktionen. Laut Patrick Liedtke, dem Leiter der Finanzinstitutsgruppe in Europa, Afrika sowie dem Nahen Osten bei Blackrock soll die Anlageexpertise dieser Beteiligungsgesellschaften dazu beitragen, dass die Erträge aus Prämieneinnahmenverwaltung wieder steigen.

Demnach gäbe es immer wieder neue Kapitalquellen innerhalb der Branche, sodass die Versicherer ihre Asset Allocation optimieren können. So zeigt sich, dass in der Vergangenheit Übernahmen insbesondere bei einer Konsolidierung avisiert wurde. Nun ist dies nicht mehr nötig, denn der Markt wird mit privatem Kapital geflutet. Für die Versicherungen sind die Kooperationen mit Private-Equity-Gesellschaften lohnenswert, denn somit wird ein Zugang zu großen gebundenen Geldmengen ermöglicht. Diese Gelder können anschließend von den Versicherungen investiert werden, sodass das verwaltete Vermögen wieder ansteigt. Ein solches Modell wurde bereits von Apollo Global Management LLC und der Athene Holding Ltd. ins Leben gerufen. Dahingegen hat die Blackstone-Gruppe LP eine Sparte für eigene Versicherungslösungen gegründet.


Beide Branchen weisen gegensätzliches Verhalten auf

Ein genauerer Blick auf beide Branche verdeutlicht, dass es gegensätzliche Interessen gibt. Während die Versicherungsbranche insbesondere auf Stabilität und langsame Veränderungen setzt, offenbart sich beim Private-Equity-Geschäft eine höhere Risikotoleranz, welche den Einsatz von Fremdkapital zur Renditemaximierung vorsieht.

Laut Liedke seien die Gespräche der Vergangenheit insbesondere mit einem Fokus auf die Themen Kostensenkungen und Synergien-Entwicklung geführt worden. Heute stellt sich dahingegen für einen Großteil der Versicherer die Frage, wie eine Anlagestrategie effektiv verfolgt werden kann. Dieser Wandel bedeutet eine Veränderung der Investmentseite und die damit einhergehende Erschließung neuer materieller Werte.

Die bisherigen negativen Renditen sorgen dafür, dass immer mehr europäische Versicherer eine Bereitschaft gegenüber neuen Investitionsformen entwickeln. So können Geldreserven in alternative Anlagen wie Immobilien, Private Aktiva oder Infrastruktur investiert werden. Insbesondere die sinkenden Renditen bei der Versicherung von Risiken sorgen dafür, dass ein Investment in diese Anlageklassen immer wahrscheinlicher wird.

Laut Liedke müsse ein CEO heutzutage eine Abwägung zwischen den Investitionsmöglichkeiten treffen. So kann es sein, dass der Chef der Versicherungssparte eine negative Entwicklung, welche zu sinkenden Renditen führt, verkünden muss. Im Gegenzug kann der Chief Investment Officer jedoch Möglichkeiten aufzeigen, wie ein Investment an den Märkten zu höheren Renditen führe.