Private Equity-Investments: Aktien können sich lohnen

Anleger können hohe Einstiegshürden umgehen, indem sie in Wertpapiere investieren, die mit Private Equity zusammenhängen.

Die Geldanlage in Private Equity ist für viele Investoren eine spannende Angelegenheit. Die Fonds erwirtschaften unternehmerische Renditen, die durchschnittlich einige Prozent höher sind als die Aktienrendite in einem vergleichbaren Zeitraum, und Studien zeigen, dass sich aus den historischen Ergebnissen einer Private Equity-Gesellschaft auch auf die Zukunft abstellen lässt: Wer als Private Equity-Manager in der Vergangenheit erfolgreich war, wird dies in der Regel auch in Zukunft sein.

Jetzt sind Private Equity-Investments aufgrund ihrer Struktur aber nicht für jeden Anleger gleichermaßen geeignet. Das Kapital wird lange gebunden, Verkäufe der Anteile an einem Fonds sind während der Laufzeit nur mit viel Aufwand am Zweitmarkt möglich. Zudem ist der Einstieg nicht immer ganz einfach. Typische große Fonds von Private Equity-Gesellschaften öffnen sich in der Regel erst ab einem Ticket von mindestens fünf Millionen Euro (und sind so begehrt, dass sie sich die Investoren aussuchen können), und auch Private Equity-Dachfonds, wie beispielsweise Astorius sie anbieten, sind erst ab 200.000 Euro zugänglich. Das ist für private und auch kleinere semi-institutionelle Anleger, die sich breit in ihren Investments aufstellen wollen, durchaus eine Herausforderung.

 

KKR ist bei Springer eingestiegen

Der Vorteil: Sie können trotzdem von der Entwicklung bei Private Equity profitieren, indem sie in Wertpapiere investieren, die mit der Branche zusammenhängen. Das können direkte Aktieninvestments in börsennotierte Private Equity-Gesellschaften sein, das können aber auch Investmentfonds und ETFs sein.

Ein Beispiel für einen sehr interessanten Wert ist KKR (früher Kohlberg Kravis Roberts & Co.). Das verwaltete Vermögen lag 2017 bei 148,5 Milliarden US-Dollar, der Umsatz im gleichen Jahr bei 167 Milliarden US-Dollar. KKR ist eine der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt. Aktuell ist KKR beim deutschen Medienunternehmen Springer eingestiegen. Die Enkel des Verlegers Axel Springer haben 3,7 Prozent der Firmenanteile an KKR verkauft. In den vergangenen drei Jahren hat die Aktie von KKR (WKN: A2LQV6 / ISIN: US48251W1045) mehr als 100 Prozent im Wert zugelegt, auf ein Jahr gesehen sind es noch immer sehr stabile zehn Prozent. Die Dividende für 2018 liegt bei rund drei Prozent, in diesem Jahr werden etwa 1,8 Prozent erwartet, bis 2021 soll sie auf rund zwei Prozent erhöht werden.

 

Blackstone mit hoher Dividende

Auch der US-Finanzinvestor Blackstone hat seinen Börsenwert in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt (WKN: A2PM4W / ISIN: US09260D1072) und allein in den abgelaufenen zwölf Monaten um fast 50 Prozent zugelegt. Blackstone verwaltet aktuell fast 550 Milliarden US-Dollar, davon etwa 170 Milliarden US-Dollar in Private Equity-Investments. Auch die Dividende kann sich sehen lassen. Blackstone hat seinen Anlegern für 2018 2,15 US-Dollar pro Aktie gezahlt, das waren fast sieben Prozent. Für dieses Jahr werden knapp 3,7 Prozent erwartet, für 2020 knapp fünf und für 2021 rund 5,5 Prozent.

Und noch in diesem Jahr strebt die schwedische Private Equity-Gesellschaft EQT an die Stockholmer Börse und will neu ausgegebene Aktien sowie Anteile der bisherigen Eigentümer im Wert von mindestens 500 Millionen Euro an Investoren und Anleger verkaufen. Dieses IPO (Börsengang) kann für Anleger interessant werden, lassen sich doch gerade im Rahmen des ersten Angebots oftmals spannende Einstiege mit der Aussicht auf schnelle Kurssteigerungen realisieren.

 

ETF auf Private Equity-Index mit starker Performance

Das Anlageziel des passiven Indexfonds „iShares Listed Private Equity ETF“ (WKN: A0MM0N / ISIN: IE00B1TXHL60) ist es, den Anlegern eine Gesamtrendite zu bieten, die die Rendite des S&P Listed Private Equity Index widerspiegelt. Der Fonds investiert in ein Portfolio von Aktientiteln, das so weit wie möglich aus den im S&P Listed Private Equity Index enthaltenen Wertpapieren besteht. Mit Erfolg: Die vergangenen drei Jahre haben eine Performance von mehr als 33 Prozent erbracht, die Total Expense Ratio liegt bei 0,75 Prozent.

Auch mit einem klassischen Publikumsfond können Anleger Private Equity-Investments betreiben. So zielt die Anlagestrategie des „CCA European Opportunities“ (WKN: A2DMV1 / ISIN: DE000A2DMV16) von Conduction Capital Advisors darauf ab, „bewährte Praktiken aus dem Private Equity-Bereich auf konventionelle Märkte zu übertragen. Dabei wird in ein konzentriertes Portfolio von Cash-generativen Qualitätsunternehmen investiert, die in vermeintlich attraktiven Märkten operieren und dabei über weitere signifikante Wertschöpfungspotenziale verfügen“, heißt es. Der Fonds ist rund zwei Jahre am Markt und notiert insgesamt rund vier Prozent im Minus. Aber in den vergangenen Monaten ist ein Aufwärtstrend zu erkennen: Die Performance seit Frühjahr liegt bei sieben Prozent. Der Analyseprozess des Fondsmanagements orientiert sich stark am Private Equity-Ansatz und legt daher großen Wert auf Managementgespräche und Marktanalysen.