Private Equity macht großen Anteil am Vermögen reicher Familien aus

Das Zusammenspiel von Private Equity und Familienvermögen wird vielschichtiger, Family Offices begeben sich zunehmend in die Rolle von Private Equity-Investoren. Gerade auch über Fonds werden die Vermögen im Markt investiert.

Family Offices verfügen in der Regel über viel Geld ihrer hochvermögenden Mandanten, sind stark unternehmerisch geprägt und suchen Zugänge zu besonderen Investmentkonzepten, um Vermögen langfristig und gewinnbringend zu allokieren. Deshalb treten Family Offices immer öfter als Private Equity-Investoren auf und nutzen die Anlageklasse regelmäßig, um sich aktiv an Unternehmen zu beteiligen. „Das Zusammenspiel von Private Equity und Familienvermögen wird vielschichtiger. Immer mehr Familienunternehmen zeigen sich offen gegenüber Private-Equity-Strukturen und nutzen diese als willkommene unternehmerische Einkunftsquelle. Andererseits schlüpfen Family Offices zunehmend in die Rolle von Private Equity-Investoren und beteiligen sich an anderen Unternehmen“, heißt es zum Beispiel bei der Wirtschaftskanzlei Pöllath + Partners.

Bestätigt wird dies durch den „Midmarket-Private-Equity-Monitor“ des Magazins „FINANCE“: „Family Offices haben sich so stark professionalisiert, dass viele Private Equity-Häuser sie inzwischen als echte Konkurrenz wahrnehmen. Um Transaktionen zu sourcen, müssen die Private Equity-Häuser alles aufbieten, was sie haben, denn der Druck seitens Family Offices und Industrie-Holdings nimmt zu.“ Family Offices fühlten sich danach am wohlsten „bei bilateralen Deals mit Mittelständlern. Fast die Hälfte der befragten Private Equity-Manager gab an, am häufigsten bei Sondierungsgesprächen zu eben solchen proprietären Deals auf die professionellen Vermögensverwalter zu treffen.“

 

Family Offices in Auktionen dabei

In konkreten Zahlen bedeutet das: 72 Prozent der für den Monitor befragten Investmentmanager von rund 50 verschiedenen in Deutschland tätigen Private Equity-Häusern sahen in Family Offices zuletzt die größte Konkurrenz außerhalb des Private Equity-Lagers. Vor einem Jahr hätten dies laut der Studie nur 59 Prozent getan. Das gewachsene Maß an Professionalität bei Family Offices und Industrie-Holdings zeige sich auch daran, wo diese am Markt mit den Private Equity-Häusern aufeinanderträfen. Rund 39 Prozent der befragten Private Equity-Professionals hätten angegeben, in Auktionen Family Offices zu begegnen.

Ebenso sieht der Family-Office-Advisor Foss aus der Schweiz eine hohe Bedeutung von Private-Equity-Investments. Obwohl sicher nicht die Mehrheit, habe eine beträchtliche Gruppe von Multi Family Offices Erfahrung mit Private Equity. Einige würden das nötige interne Know-how mitbringen, andere strategisch mit externen Private Equity-Firmen zusammenarbeiten. Eine bedeutende Anzahl großer Single Family Offices investiere auch aktiv in Private Equity. Und beim Hamburger Family Office Kontora heißt es: „Unsere Mandanten sind mit bis zu 25 Prozent ihres Vermögens in Private Equity-Fonds investiert.“ Kontora weist auch auf Untersuchungen hin, die zeigen, dass alternative Anlageklassen wie Private Equity einen großen Teil am Vermögen reicher Familien ausmachen.

 

Private Equity-Fonds im Fokus

HQ Trust, das Family Office der Familie Harald Quandt, gehört zu den führenden Private-Equity-Investoren Deutschlands. Jochen Butz, Managing Partner und Leiter Alternative Investments bei HQ Trust, sagt, dass das Family Office vorrangig in profitable Unternehmen investiere: „Firmen, die bereits über etablierte Produkte oder Technologien verfügen und Wachstumskapital benötigen, um zu expandieren oder ein neues Produkt an den Markt zu bringen.“ Diese Investments würden zumeist über Private Equity-Fonds getätigt.