Private Equity und Risikomanagement: Das passt zusammen!

Viele professionelle Anleger haben Private-Equity-Allokation zuletzt erhöht. Das ist ein starker Vertrauensbeweis für die Anlageklasse, die sich dazu eignet, Risiken im Portfolio zu streuen.

Trotz aller Renditebestrebungen, denen sich private und professionelle Anleger in Zeiten des Niedrigzins‘ stellen müssen, sind viele Investoren nicht bereit, über alle Maßen Risiken einzugehen. Zwar gilt weiterhin die Regel: There is no free lunch. Aber sie wollen Risiken begrenzen und ihr Vermögen keiner größeren Gefährdung aussetzen. Daher werden Private Equity-Investments als Baustein im Risikomanagement immer interessanter.

Private Equity und Risikomanagement? Das passt zusammen? Ja, denn gerade sehr risikobewusste Investoren wie Versicherungen, Pensionsfonds, Family Offices und andere relevante professionelle Anlegergruppen haben ihre Private-Equity-Allokation zuletzt beibehalten oder erhöht, wie eine Studie ergeben hat. Dieses Ergebnis gilt für 95 Prozent der befragten Investoren. Das sei ein starker Vertrauensbeweis für Private Equity, stellen die Macher der Studie, der Secondary-Spezialist Montana Capital, heraus. Marco Wulff, Partner bei Montana Capital Partners, sagt dazu: „Unsere Studie zeigt, wie zuversichtlich erfahrene Investoren bezüglich Private Equity als Grundbaustein ihres Investmentportfolios nach wie vor sind.“


Beteiligungsbranche im nächsten Abschwung widerstandsfähig

Von dieser Zuversicht spricht auch Private Equity-Spezialist Coller Capital. 41 Prozent der von Coller befragten europäischen Investoren wollten ihre Allokation ausbauen, nur neun Prozent diese abbauen. Weltweit ließ Coller für sein aktuelles Barometer zwischen September und Oktober 2018 mehr als 100 Investoren befragen. Michael Schad, Partner bei Coller, sieht in einem Artikel das Zutrauen in Private Equity auch als Antwort auf wirtschaftliche Herausforderungen, die am Horizont aufziehen könnten. „Insbesondere europäische Investoren bereiten sich vor, indem sie ihre Private-Equity-Anlagen aufstocken und damit ihr Vertrauen zum Ausdruck bringen, dass sich die Beteiligungsbranche im nächsten Abschwung als widerstandsfähig erweisen wird.“ Gemäß der Umfrage erwarten 70 Prozent der Investoren, dass im nächsten Abschwung mit Private Equity finanzierte Unternehmen besser performen werden als Unternehmen ohne Private Equity-Spritze.


Historisch hat Private Equity den Aktienmarkt geschlagen

Das ist die eine Ebene von Risikomanagement durch Private Equity: Investoren sichern auf diese Weise ihre Portfolios gegenüber den allfälligen Schwankungen ab. Historisch habe Private Equity den Aktienmarkt geschlagen, und auch für die Zukunft kann eine Überrendite durch die Anlageklasse erwartet werden. Der Hintergrund: „Während Aktienmanager ihre Beteiligungen passiv halten, trimmen Private-Equity-Fonds ihre Portfolio-Unternehmen aktiv auf Wachstum und Profitabilität. So haben sie sich als wichtiger Treiber der Wirtschaft etabliert.“


Nachhaltigkeit für besseres Risikomanagement

Auf der anderen Seite tun natürlich auch Private Equity-Gesellschaften einiges dafür, innerhalb ihres Beteiligungsmanagements Risiken bestmöglich zu reduzieren. Das ist übrigens laut der Beratungsgesellschaft PwC ein Grund für einen nachhaltigen Investmentansatz von Private Equity-Gesellschaften: „Die Liste der Risiken, mit denen die Branche sich und ihre Portfolio-Gesellschaften konfrontiert sieht, ist lang: An der Spitze der Gefahren steht das Thema Cyber-Angriffe, dicht gefolgt von Menschenrechten und Klimarisiken. Des Weiteren bieten Digitalisierung und die damit verbundenen Trends für die Private-Equity-Häuser nicht nur Chancen, sondern bringen weitere Risiken mit sich. Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ist heute mehr denn je von ihrer Digitalisierung abhängig und erfordert das Umsetzen einer klar definierten Digitalstrategie, um Risiken möglichst gering zu halten bzw. ihnen entgegenzuwirken.“ Daher haben sich schon 2017 fast 45 Prozent der Private Equity-Investoren mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Laut dem Coller-Barometer dienen auch Private Equity-Accounts der Optimierung des Risikomanagements. Warum? Private Equity-Managed Accounts helfen dabei, Beteiligungsportfolios zu individualisieren und spezifische Anlageziele im Detail zu berücksichtigen. Damit kann die Private-Equity-Allokation viel stärker an die strategische Asset Allocation angepasst werden.