Private Equity: Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Historische Daten sind nicht immer ein Indikator für die positive weitere Entwicklung einer Kapitalanlage. Bei Private Equity-Fonds ist das anders.

Die Investmentbranche ist ständig in Bewegung. Jeden Monat gehen neue Produkte an den Start. Um die Gunst der Anleger wird auch mit langjährig aktiven Konzepten gebuhlt. Dabei setzen Anbieter oft auf den sogenannten Track Record, um die Anleger für sich zu gewinnen. Damit wollen sie eine Erfolgsgeschichte erzählen und auf ihre Stärke im Asset Management hinweisen. Zumeist wird nach drei Jahren der erste Track Record erstellt und dann laufend fortgeschrieben. Der Track Record soll die bisher gezeigte Ertragsstärke des Investmentprodukts präsentieren und dadurch positive Rückschlüsse auf die Zukunft zulassen.

Das Problem daran ist aber laut vielfacher Expertenmeinung, dass die historischen Daten gerade kein Indikator für eine erfolgreiche weitere Entwicklung in der Zukunft sind. Warum? Ganz einfach: Historische Erträge lassen sich ohne weiteres in der Zukunft fortschreiben – aber genau dann nicht, wenn sich der Track Record auf eine generell sehr starke Vergangenheit bezieht. Um das an einem Beispiel festzumachen: Hat ein Aktienfonds in den vergangenen Jahren die allgemeinen Steigerungen der weltweiten Aktienmärkte einigermaßen mitgemacht, kann er auf einen glänzenden Track Record verweisen, ohne dass außergewöhnliche Fähigkeiten im Fondsmanagement notwendig gewesen wären. Verschlechtert sich die Kapitalmarktsituation in den kommenden Jahren, sind diese Ergebnisse natürlich nicht mehr zu halten.

 

Track Record bei Private Equity ist aussagekräftig

Bei Investments in Private Equity-Fonds sei das umgekehrt, stellt Moritz von Rhein heraus, bei der digitalen Vermögensverwaltung LIQID für die Themen Private Equity und Kapitalmarktanalysen verantwortlich. LIQID bietet unter anderem Investments in Private-Equity-Fonds an. Diese investieren in breites unternehmerisches Portfolio und verteilen bestimmte Risiken damit auf viele Schultern. „Anders als bei aktiv gemanagten Aktienfonds lässt sich bei Private-Equity-Fonds durchaus von den Leistungen in der Vergangenheit auf die Zukunft schließen. Verschiedene Analysen zeigen, dass Private-Equity-Gesellschaften, die mit ihren Fonds hohe Renditen erwirtschafteten, dies auch mit anschließend aufgelegten Fonds schafften. Die Renditen der Vergangenheit sind demnach bei Private-Equity-Fonds ein guter Indikator für künftige Renditen.“

Natürlich gebe es auch bei den besten Privat-Equity-Fondsmanagern keine Garantie für eine dauerhaft stabile Rendite. Diese hänge, so Moritz von Rhein, von vielen Parametern ab. Dazu gehöre insbesondere die konjunkturelle Situation: Unternehmen, in die Private-Equity-Fonds investieren, müssen natürlich Geld verdienen, damit Gewinne ausgeschüttet werden können. „Aber dadurch, dass diese Unternehmen nicht an der Börse gelistet sind, kommen Bewertungen und Renditen völlig ohne emotionale und psychologische Faktoren zusammen. Sie hängen allein von den Entscheidungen des Managements ab, an denen die Private-Equity-Gesellschaften immer sehr eng beteiligt sind.“

 

Renditestärkste Anlageklasse der vergangenen drei Jahrzehnte

Und die Betrachtung der durchschnittlichen Private Equity-Renditen der Vergangenheit zeigen, dass diese Ansätze erfolgreich sind. Fonds waren laut unabhängigen, wissenschaftlichen Studien in den vergangenen drei Jahrzehnten die renditestärkste Anlageklasse. Zwischen 1984 und 2008 übertrafen sie den amerikanischen Aktienindex S&P 500 im Durchschnitt um drei Prozent pro Jahr. Investoren rechnen in den kommenden Jahren mit ähnlichen Erträgen. Beispielsweise erwartet HQ Trust, das Multi Family Office der Familie Harald Quandt, eine Rendite von drei bis fünf Prozent über dem Aktienmarkt-Durchschnitt nach Kosten.

LIQID-Experte Moritz von Rhein dazu: „Wir setzen bei unserem Auswahlprozess auf Fondsmanager, die über einen mehrfachen Track Record verfügen, die also bei verschiedenen Fonds nachgewiesen haben, dass sie erfolgreich mit unternehmerischen Beteiligungen arbeiten können. Daraus leiten wir unsere Erkenntnisse für den Einsatz bestimmter Manager ab. Und unsere Ergebnisse zeigen, dass wir damit richtig liegen. Alle unsere Private-Equity-Fonds haben die Renditeerwartungen erfüllt.“

LIQID arbeitet dafür übrigens mit einigen der bekanntesten Private Equity-Fondsanbietern der Welt zusammen. Im Fonds-Universum des Vermögensverwalters finden sich Partner wie The Carlyle Group, EQT, Permira und Cinven, die regelmäßig auch an sehr prominenten Transaktionen beteiligt sind und kontinuierlich überdurchschnittliche Ergebnisse aufweisen.