Projekt Titan - Apples eigene autonome Fahrzeuge

Der Markt für autonome Autos gehört noch immer zu den spannendsten Projekten der innovativen Firmen aus den USA. Verschiedenste Unternehmen haben sich daran probiert: Google testet die Technologie noch immer, Apple hatte kurzzeitig Ideen für ein solches Projekt und Tesla gilt als der Vorreiter. Nun könnte es sein, dass eine wichtige Leitfigur von Tesla dafür sorgen kann, dass das Projekt Titan von Apple wiederbelebt wird.

Als Doug Field das erste Mal bei Apple war, startete man in der Firma gerade ein überaus ambitioniertes Projekt: Der Technologiekonzern wollte das begehrte Feld der autonomen Verkehrsteilnehmer künftig, wie in vielen anderen Bereichen, als Marktführer betreten. Dafür wurde das sogenannte Projekt Titan ins Leben gerufen. Über einige Jahre entwickelte man bei Apple verschiedenste Technologien für eigene Autos, die gegen die Konkurrenz von Google und Tesla antreten und die bekannte Art und Weise sich im Verkehr zu bewegen verändern sollten. Doug Field war zu dieser Zeit für Produktdesign und Hardware im Konzern zuständig, bevor er seinen Arbeitgeber wechselte und schließlich bei Tesla landete.

Dort wurde er recht schnell zum Verantwortlichen für die Entwicklung neuer Modelle und hatte damit natürlich auch mit der Technik zu tun, die hinter der autonomen Verkehrsbetrachtung stand. Nachdem Field allerdings mit dem kontroversen Gründer des Unternehmens, Elon Musk, seine Probleme hatte und dieser ihn schließlich von seiner Position abzog, verließ Field nach fünf Jahren das Unternehmen wieder. Erst hieß es, dass dieser sich eine Pause gönnen und erst später wieder in die Branche einsteigen will. Nach übereinstimmenden Berichten hat es Doug Field aber bereits jetzt zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Apple verschlagen. Das könnte bedeuten, dass man dort die bereits eingestampfte und vollkommen neu strukturierte Abteilung wieder aufbauen und sich somit auch wieder in den Bereich der autonomen Autos einmischen möchte.

 

Die Technologie-Konzerne spüren Rückschläge - und stellen sich neu auf

Dass das Thema überhaupt wieder akut wird, könnte daran liegen, dass Apples Versuche - ebenso wie die von Google - in den letzten Jahren vor allem von Rückschlägen gezeichnet waren. Schließlich lag das Scheitern des "iCar" vor allem daran, dass man keine verlässlichen Partner gefunden hat. Kooperationen scheiterten auch bei der Konkurrenz von Google. Jetzt geht es also darum, dass diese Projekte neu aufgebaut werden und man eine neue Möglichkeit findet, wie die Projekte für selbstfahrende Autos schließlich doch noch zu einem Erfolg werden könnten. Field dürfte dabei eine Rolle spielen - er bringt die nötige Erfahrung von Tesla mit, die die größten Fortschritte in diesem Bereich gemacht haben, und ist außerdem ein erfahrener Designer.

Die Google-Reihe Waymo, die Probleme dabei hatte einen Partner zu finden, der die Autos im gewünschten Design produziert, könnte dabei ein Vorbild für Apple sein. Bei Google setzt man inzwischen auf Kooperationen mit verschiedenen Herstellern, die entsprechende Modelle liefern, die schließlich von Google selbst auf die eigene Technologie umgerüstet werden. Auch bei Apple könnte man von einer festen Partnerschaft mit einem Autohersteller absehen und sich stattdessen mit dem Profi für Produktdesign entscheiden, einfach bestehende Fahrzeuge neu zu gestalten und auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden. In jedem Fall ist die Rückkehr von Field ein gutes Zeichen dafür, dass Apple sein Projekt für die selbstfahrenden Autos vielleicht noch gar nicht aufgegeben hat und nun einen zweiten Versuch startet.